Buchtipp

„Die 100 besten Bücher der deutschsprachigen Literatur für Dummies“

Die 100 besten Bücher der deutschsprachigen Literatur für Dummies
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„Die 100 besten Bücher der deutschsprachigen Literatur für Dummies“

Die Germanist*innen Ulrich Kirstein und Tina Rausch haben ein sympathisch-praktisches Handbuch über die deutsche Literatur geschrieben.

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass Sie täglich mit immer mehr Auflistungen konftrontiert werden? Die 5 Besten XY; 7 Denkanstöße für XY und so weiter. Gerade wir im Online-Journalismus machen das besonders gerne, aber eben, weil Sie, liebe Leser*innen, das besonders gerne anklicken. Dennoch habe ich mich entschlossen diese Buchbesprechung nicht „Die 5 besten Gründe >Die 100 besten Bücher der deutschsprachigen Literatur für Dummies< zu lesen“ zu nennen. Das geht irgendwann einfach zu weit. Auch wenn es definitiv fünf oder mehr gute Gründe gibt.

Den Autor*innen Ulrich Kirstein und Tina Rausch ist ein toller konziser Kanon gelungen, der einen guten Überblick verschafft und dennoch auch einige Überraschungen aufweist, die sogar studierte Germanisten -wie mich, meine Damen und Herren- überraschen. In zehn Kapiteln stellen die Autoren jeweils zehn Meisterwerke der deutschen Literatur vor – nicht chronologisch sortiert, sondern thematisch gebündelt. In den ausgewählten Büchern geht es um Humor und Melancholie, Liebe und Schmerz, Gesellschaft und Familien, Abenteuer und Spannung, Krieg und Frieden, Hin und Weg, Freund und Feind, Künstler und Helden, Stadt und Land, Fantasie und Wahn. Diese thematische Aufteilung ist sicher ein Zugeständnis an den populärwissenschaftlichen Ansatz der „Für Dummies“-Bücher, macht aber zugleich ungleich viel mehr Leselust, als chronologische Kanon-Bücher wie z.B. Ulrich Segebrechts Klassiker „Was sollen Germanisten lesen?“.

Die kurzen Zusammenfassungen zum Werk, zum biografischen Hintergrund der Autor*innen und zur Rezeptionsgeschichte sind klar und informativ und zugleich so leidenschaftlich verfasst, dass man direkt in den nächsten Buchladen spazieren will, um dort „Der Nazi und der Friseur“ von Edgar Hilsenrath, „Tauben im Gras“ von Wolfgang Koeppen und -zum Verschenken- noch zweimal das „Für Dummies“ bestellen will.

Auch die üblichen kleinen Nebenrubriken des „Für Dummies“-Buchs, wie kleine Ranglisten (<= da sind sie schon wieder) und Infokästen, die grundsätzliche Begriffe, wie „Novelle“, „Popliteratur“ usw. erklären, sind sinnvoll platziert und durchweg gelungen.

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