Lesungen

Literaturfutter für den Kuschelherbst

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Amelie Fried

Nicht alles, was bewegt, muss eine Lovestory sein. Auch die Zeitgeschichte setzt extrastarke Emotionen fre

Warum Autorinnen und Autoren nicht einfach mal da besuchen, wo sie sich selbst zuhause fühlen sollten? So jedenfalls dachte sich das erstmalig vor drei Jahren die große, in München ansässige Verlagsgruppe Random House und rief das lit.Love-Lesefestival ins Leben. Der Anklang war enorm, nun kann man sich wieder vom 10. bis 11. November in der Neumarkterstraße 28 auf inspirierende Begegnungen, spannende Gespräche, Workshops und natürlich viele aufwühlende Geschichten einlassen.

Es geht um die Liebe zu Büchern – und, weil ja Kuschelherbst ist, um die schönsten Lovestories. Dafür karrt Random House verlässliche Kräfte an – darunter Kate Morton, Sophie Kinsella, Estelle Maskama – und ohne allzu lange Anfahrt die sympathische Münchner Vielschreiberin Amelie Fried, aktuell mit „Ich fühle was, was du nichts fühlst“ in den Buchläden vertreten. Außerdem eine Neuigkeit: Mit Michael Birbaek  ist diesmal erstmalig ein männlicher Autor mit in der Riege vertreten. Er könnte dann gleich vermutlich auch eine der wichtigen Diskussionsfragen beantworten: Stehen Männer eigentlich auf Liebesromane? Aber ja doch! (Random House, 10./11.11.)

Mehrfach preisgekrönt ist Felicitas Hoppe, die in Berlin lebt. Zuletzt verbrachte sie allerdings – von Boston nach San Francisco und über Los Angeles zurück nach New York – viel Zeit in den USA. Für „Prawda – Eine amerikanische Reise“ hat sie viele Stimmen in dem innerlich so zerrissenen Land eingefangen und sich dabei von russischen Journalisten, die 80 Jahre vor ihr diese Reise unternehmen, inspirieren lassen. (Pasinger Fabrik, 12.11.)

Zeitgeschichte mit dem Schock des Realen bringt ein All-Star-Gemeinschaftsensemble aus Kammerspiele-, Resi- und Volkstheater-Schauspielern auf die Bühne. Gemeinsam verlesen sie Das NSU-Protokoll des sechsten Jahres im Rahmen des Festivals „Politik im Freien Theater“. Vorgetragen werden die von „SZ“-Journalisten an den 438 Verhandlungstage im Oberlandesgericht verfassten Mitschriften. Im Zentrum stehen sollen die Plädoyers von Beate Zschäpes Verteidigerteam sowie das eigentliche Urteil. (Kammerspiele, 11.11.)

Vielleicht als Gegengift empfiehlt sich schließlich die Gemeinschaftslesung von Jonas Lüscher, Ijoma Mangold, Wiebke Puls, Julia Riedler und Uwe Timm, die gemeinsam Nelson Mandelas „Briefe aus dem Gefängnis“ vortragen. Darin mischt sich zeitgemäßes Nachdenken über den Status der so oft getreten Menschenrechte mit viel Privatem – etwa mit der Bestürzung über den Tod seines Sohnes Thembi. (Kammerspiele, 21.11.)

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