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Die interessantesten Lesungen der kommenden Wochen auf einen Blick

Andreas Lechner, Wladimir Kaminer, Gary Shteyngart

Lieblingsbayern, Lieblingsrussen und ein ganz besonderer Lieblingsbesucher aus Queens

Es gibt genug Leute, die Andreas Lechner selbst für einen vom Glück verwöhnten Prachtkerl und Kraftburschen halten. Immerhin ist er erfolgreicher Regisseur und Produzent sowie natürlich Schauspieler auf der Bühne und wie zuletzt bei „Zwei Herren im Anzug“ auch im Film. Und Musiker und Autor ist er eben auch. 

Was die Sache auf die Spitze treibt: Mit seinem Großvater Josef Straßberger hat er einen Vorfahren, der es zum Weltmeister, Weltrekordhalter und Olympiasieger des Jahres 1928 gebracht hatte. Wie genau? Straßberger wächst auf einem Bauernhof bei Kolbermoor auf und trainiert neben der harten Arbeit im Muckikammerl. Als Heber beim TSV 1860 sorgt er für Furore – als seinerzeit stärkster Mann der Welt. Doch Geschick hatte er auch: Mit Pferden und in der Gastronomie häufte er ein Vermögen an – bis 1945 eine Brandbombe seine Gaststätte traf und eine vormals so stolze Existenz zerstörte. Im „Heimatgold“-Roman erzählt Lechner davon. (Fraunhofer, 5.5.)

Nicht einmal viel trainieren (außer vielleicht seine flinke Zunge) musste Wladimir Kaminer. Der Lieblingsrusse der Deutschen füllt landauf landab die Mehrzweckhallen und Gemeindebüchereien, wenn er neue Berliner Schwänke verzählt. Sein Erfolgsrezept: Kaminer bleibt nah dran an diesen merkwürdigen Deutschen und ihren seltsam schnurrigen Gebräuchen. Im neuen Buch „Die Kreuzfahrer“ beleuchtet er den organisierten Fernwehfuror. (Volkstheater, 8.5.)

Ähnlich unbeschwert, auf der Oberfläche zuckerig leicht, in der Boshaftigkeit tiefschürfend, erzählt natürlich auch der New Yorker Stargast dieser Tage, Gary Shteyngart. Geboren in der alten Stadt St. Petersburg, die damals Leningrad hieß, wuchs er mit seinen in die USA emigrierten Eltern in Queens auf – und entwickelte rasch putzige New Yorker Stadtneurosen. Mit seinem Sensationserfolg „Super Sad True Love Story“ schrieb er sich auf die literarische Agenda der Ostküsten-Intellektuellen. Leichtfüßiger, schelmischer und dann eben doch ziemlich fieser Humor ist seine Stärke. Mit seinem neuen Roman „Willkommen in Lake Success“ hat er ein Meisterwerk rausgehauen. (Literaturhaus, 7.5.)

Zwischen den Kulturen – zwischen Tschechien und Deutschland in diesem Fall – ergeben sich bekanntlich ja Reibungen, die besonders aufwühlend wirken können. Unter dem Titel „Warten auf Kafka“ hat Martin Becker im Verlag Luchterhand spannende neue Geschichten tschechischer Autorinnen und Autoren versammelt, die sich als eine Art modernisierte Seelenkunde des Landes lesen lassen können. Einer der besten dort versammelten Autoren, Jaroslav Rudis, aktuell mit „Winterbergs letzte Reise“ im Gespräch, ist in München zu Gast und führt durch den spannenden Nachbarschaftsabend. (Muffatcafé, 14.5.)

Zum Abschluss ein Blick hinter die Kulissen: Während der Woche der Münchner Verlage kann man sich an sechs Abenden zeigen lassen, wie es ein Buch von der Idee über viele Zwischenstufen endlich auf den Ladentisch schafft. Dabei lernt man die Arbeit von Lektoren, Gestaltern und Marketing-Experten kennen. (www.verlagebesuchen.de, 5. bis 10.5.)

Autor: Rupert Sommer

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