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Kennt die bösen Geister: Franz Dobler

Von wegen einsame Genies: Diese Lesevergnügungen setzen auf Teamgeist und intellektuelles Pingpong

Auf ein Neues: Seit mittlerweile 13 Jahren lässt das Verlagslabel Heyne Hardcore von Markus Naegele das schwer beanspruchte Herz der Underground-Liebhaber schneller schlagen.

Und besonders hoch her geht es bei den legendären „It’s a Hardcore Night“-Partys, für die man das Motto „keine Berührungsängste“ sehr wörtlich verstehen darf. Zur jetzt schon 20. Ausgabe legt Naegele noch eine Schippe auf das Höllenfeuer drauf: Mit Franz Dobler kommt ein alter Weggefährte, der nicht nur die bösen Geister des Jahreswechsels bestens kennt. Seit 1988 veröffentlicht der Augsburger in schöner Folge Romane und Gedichtbände, aber auch Sachbuchstandardwerke etwa über das wilde Leben von Johnny Cash. Bei Heyne Hardcore hat er Erzählungen von Ry Cooder veröffentlicht. 2015 machte er mit seinem Krimi „Ein Bulle im Zug“ Furore, der im vergangenen Jahr kongenial rotzig mit „Ein Schlag ins Gesicht“ fortgesetzt wurde. Nun ackert er durch die finsteren Heyne-Abseitigkeiten, unterstützt von Fred Raspail, den sie nicht zu Unrecht den „King of Primitive Folk“ nennen. Marschbefehl! (Unter Deck, 24.1.)

Eine tagesaktuelle Übersicht von Lesungen finden Sie hier auf Events.in-muenchen.de

Einen Riecher für die weniger gut duftenden Ecken der Großstädte hatte bekanntlich auch Pier Paolo Pasolini. Unter dem verharmlosenden Titel „Andere Stadt“ trägt Bibiana Beglau vom Resi- Team, unterstützt durch den Münchner DJ und Drummer Salewski, Kurzgeschichten und Gedichte des Meisters des Finsteren vor. (Bosco Gauting, 10.1.)

Düsternis auch über ihrer Heimat – dem Residenztheater. Dort wird sich Intendant Martin Kusej nach dem Ende der Spielzeit verabschieden. Eingeleitet wird der Abschiedsreigen jetzt schon mit der Buchpräsentations- und Vortragsreihe „Die Erde ist gewaltig schön, doch sicher ist sie nicht!“ Darin wirft der bildgewaltige Österreicher selbst einen Blick auf die Jahre 2011 bis 2019 zurück. Außerdem versammelt sein Band Beiträge von Autoren und Künstlern, die sich in dieser Zeit Kusejs Theater besonders verbunden fühlten. (Residenztheater, 22.1.)

München wird auch ohne Kusej weiterleuchten. Davon ist nicht nur Steven Uhly überzeugt, mit dem die neue Literaturreihe „München leuchtet“ einsetzt, die sich bekanntlich auf das ursprünglich ironisch-ambivalente Zitat aus Thomas Manns Novelle „Gladius Dei“ bezieht. Nun möchte man in lockerer Folge die münchnerische Liebe zu Kunst und Literatur zum Ausdruck bringen. Los geht’s mit Uhlys neuem Roman „Den blinden Göttern“, einem klugen Vixierspiel aus Krimi und Burlesque. (Literaturhaus, 14.1.)

Ebenfalls eine neue Reihe ausgedacht haben sich die Macher vom Lyrik Kabinett. Sie möchten den oft widersprüchlichen Sichtweisen von Dichtkunst und Forschung auf den Grund gehen und schicken unter dem Motto „Wissenschaft und Poesie: Der Himmel“ den Astrophysik- Professor Joachim Wambsganß von der Uni Heidelberg in ein Rededuell mit Raoul Schrott. (Bayerische Akademie der Wissenschaften, Alfons- Goppel-Straße 11, 22.1.)

Bereits gut etabliert ist die Jahrhundertbriefe- Reihe, die nun ihre dritte Auflage erlebt. Darin lesen Eva Löbau und Jochen Noch unter dem Motto „In unseren Briefen sind wir einander viel näher“ aus dem Schriftwechsel von Lew Tolstoj mit seiner Ehefrau Sofja Tolstaja vor. Das Leben der beiden war selten frei von Spannungen und spiegelte somit auch privat so etwas wie „Krieg und Frieden“ wieder. (Kammerspiele, 16.1.)

Schon länger ein bestens eingespieltes Team sind der Musiker Gerd Baumann und der Filmemacher Marcus H. Rosenmüller. Ihr gemeinsames Schaffen setzte angeblich einst damit ein, dass sie sich nächtens ihre Lieblingsgedichte im Stil von Ringelnatz, Gernhardt und Morgenstein vortrugen – und darüber gemeinsam einschliefen. Unter dem Titel „Wenn nicht wer Du“ tragen sie nun neue Werke vor. Vielleicht vorher einen Espresso schlürfen! (Vereinsheim, 23.1.)

Auf Teamarbeit kommt es auch bei den Kooperationen 2019 an. Bereits zum vierten Mal schließen sich hierfür über 30 Dichter aus München und Umgebung zu Duos zusammen und stellen ihre gemeinsam geschaffenen Texte vor. Lyrik lebt! (Import Export, 17.1.)

Und natürlich pulsiert auch die Münchner Verlagsszene. In ihrem temporären Pop-up-Store im Rathaus stellen sich unter dem Motto „1 Tag – 7 Verlage“ die Münchner Buchmacher mit Lesungen, Workshops, Autoren- und Verlegergesprächen vor. (Rathaus, Eingang Dienerstraße, 12.1.)

Autor: Rupert Sommer

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