Lesungen

Die interessantesten Lesungen zum Jahreswechsel auf einen Blick

Lydia Benecke und Max Goldt

Kein Fußbreit den Satanisten - Wer würde sich denn freiwillig den Seelenfrieden zum Jahreswechsel stören lassen?

Ob er wohl doch heimlich statt einem Lebkuchen eine Wurstsemmel (für den Rex) in der Jackett-Tasche hat? Für die „Purpur, Zimt und Koriander“-Weihnachtslesung kommt mal wieder Tobias Moretti, der Tiroler mit dem holzgeschnitzten Charakterkopf, in die Stadt.

Im Gepäck hat er Wintererzählungen von Narren und vom Sturm und vom „Sound and Fury“. Ganz im Sinne Shakespeares nämlich. Begleiten lässt sich Moretti von Multi-Instrumentalist Ardhi Engl, der einen schönen Festtagsnamen trägt und gerne auch mal zum selbstgebauten Instrument greift. (Allerheiligen Hofkirche, 20.12.)

Ganz gut dazu passt die Gastlesung des flüchtigen ehemaligen Andechs-Priors Anselm Bilgri, der sich selbst gerne als „Gratwanderer zwischen Kirche und Welt“ ankündigen lässt. Einen sehr weltlichen Ort hat er sich zumindest für seine Adventslesung ausgesucht, wo er aus seinem neuen Buch „Bei aller Liebe“ vorträgt. Darin rechnet er mit dem Zölibat ab. Und Bigri muss das ja wissen. (Deutsche Eiche, 23.12.)

Zur „gruseligen Weihnachtszeit“ wollen die Herren Andreas Weinek und Harry Blank aus dem „Dahoam is dahoam“- Team laden. Sie lassen boshafte Weihnachtsmänner auf nervige Eltern treffen, und betrunkene Nikoläuse auf noch nervigere Väter. Dazu gibt’s von BlankWeinek kernigen bayerisch-steierischen Sound. (Heppel & Ettlich, 22.12.)

Der Sprung zum Auftritt von Lydia Benecke ist da schon gewagter: Sie beschäftigt sich schon länger mit grausamen, übersinnlich-inspirierten Verbrechen – im Namen des Leibhaftigen. So hat sie sich mit der in jüngster Zeit entlarvten „Harry Potter Satanisten“ beschäftigt, aber auch mit vielen anderen düsteren Satans-Verbrechen, die es in die Schlagzeilen gebracht haben. Die Kriminalpsychologin und Straftätertherapeutin geht den Ursprüngen dieser Gruseltaten nach – unter dem schön reißerischen Titel „Teufelswerk oder Hexenjagd?“ (Schlachthof, 29.12.)

Schöne Weihnachtstradition ist auch der Jahresendauftritt von Max Goldt, der das ganze Jahr über wieder schrille Absurditäten und Widersprüchlichkeiten in seinen Gabensack gesammelt hat und nun großzügig unter der Fangemeinde verteilt. Alles zum Schreien komisch. Und was könnte Schöneres unter dem Baum passieren? (Volkstheater, 27.12.)

Prickelnd wird’s bei der erotischen „Leselust“-Lesung mit Ruby Tuesday und Kitty Kokett. Sie haben sich die berühmt-berüchtigte „Josefine Mutzenbacher“ vorgenommen, deren Lesetext sie mit zweideutigen Gesten, Trinkspielen und reichlich Burlesque garnieren. (Hofspielhaus, 21.12.)

Literarisch im engeren Sinn dürfte die Lesung mit Lisa Wagner, das Magenschmerzen-Gesicht aus diversen deutschen TV-Krimis, und Michael Kranz ablaufen. Sie haben sich den jetzt erst aus dem Nachlass bekannt gewordenen langjährigen Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Hans Magnus Enzensberger vorgenommen. (Literaturhaus, 9.1.)

Zum Abschluss noch ein Geschenktipp: Wer seinen Liebsten eine Freude machen möchte, kauft schnell noch eine Karte für die Wolf-Haas-Lesung, der zuletzt mit seinem „Jungen Mann“ die Bestsellerlisten stürmte. Besonders schön sein Motto dort: „Rückwärts durch die Beine betrachtet ist die Welt immer am interessantesten.“ Wenn das kein Gymnastiktipp für die fetttriefende Zeit ist! (Volkstheater, 28.12.)

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