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Die interessantesten Lesungen der kommenden Wochen auf einen Blick

Nick Drnaso am 30. September in der Gasteig Bibliothek

Diese Auftritte machen Lust, mal wieder selbst zum Stift zu greifen

E r ist der Mann, der ganz erfolgreich die Italien- und Kulinarik-Klischees verfestigt hat. „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ hieß der zumindest deutschlandweite Welterfolg, in dem es sich die Protagonisten eben doch mit Speis und Trank gut gehen ließen. Und über den Heißhunger der unerbittlichen Pubertiere hat Jan Weiler, ehemals Chefredakteur des „SZ Magazins“, lange genug gestöhnt. 

Kein Wunder, dass auch sein Kommissar Hüftgold angesetzt hat. Im neuen Roman „Kühn hat Hunger“ möchte der genussfreudige Titelheld unbedingt etwas abspecken, damit er seiner Frau wieder besser gefällt. Und auch seine Karriere bei der Mordkommission hängt an einem immer dünneren Faden. Der Druck steigt. Und: „Kühn hat Hunger“. So heißt der neue Schmunzelkrimi, den Weiler unter anderem vom Schauspieler Thomas Loibl vorstellen lässt. (Lehmkuhl, 2.10.)

Wohlleben vom Feinsten ist natürlich auch die Spezialität des britischen Weltbürgers Martin Walker, der seinen verfressenen Bruno, Chef de Police im Périgord, sich kreuz und quer durch die Schmankerl der Region futtern lässt. Nun stellte er „Brunos Gartenkochbuch“ vor – kombiniert mit einem Überraschungsmenü. (Hugendubel am Stachus, 2.10.)

Dass Barack Obama nach dem Ausscheiden aus der aktiven Weltverantwortung schon zugelegt hat, darf dagegen als unwahrscheinlich gelten. Die Lesung „Hope, never fear“ erinnert noch einmal an den Lieblingspräsidenten aller Deutschen. Noch während seiner Zeit im Weißen Haus hatte sich Obama vorgenommen, „10 letters a day“ zu verfassen – das heißt zehn persönliche Antworten auf Zuschriften, die ihm im Machtzentrum Washington von besorgten Bürgern erreichten. Nun tragen Julia Cortis und Christian Baumann die Briefe vor. (Literaturhaus, 2.10.)

Aus Chicago, wo Obama lange wirkte, bevor er Präsident wurde, kommt mit Nick Drnaso einer der aufregendsten jungen Graphic-Novel-Autoren der USA. Sein aktuelles Werk „Sabrina“ wurde zurecht in den internationalen Feuilletons gefeiert. Erzählt wird von einer jungen Frau, die ihr Haus verlässt – und nie wieder zurückkehrt. Einige Zeit später kursiert im Internet ein Video vom Mord an Sabrina, das ihren Jugendfreund Teddy tief verstört – und in einen Strudel von Verschwörungstheorien stürzt. Moderiert wird der Abend aus der „Comic Bar“-Reihe von Barbara Yelin. (Gasteig Bibliothek, 30.9.)

Eine wahre Hintergrundgeschichte für seine neueste Verbrechensermittlungen hat sich der Münchner Autor Thomas Lang gewählt. „Freinacht“ erzählt von einer Feier in der Nacht auf den 1. Mai, die mit einem Toten endet – und vier junge Menschen, für die danach nichts mehr so war wie zuvor. Es ist ein beunruhigender Text über Ziellosigkeit und Verantwortung, über Schuld und Sühne. (Lehmkuhl, 26.9.)

Unter dem süffig-schönen Motto „Man entgeht der Herrlichkeit des Lesens nicht“ feiern Literaturstars wie Felicitas Hoppe, Ingo Schulz und Münchens Albert Ostermaier den internationalen 75. Geburtstag der bezaubernden Manesse-Buchreihe. „Immer neue Klassiker“, lautet das Motto des Verlags. Ostermaier verrät natürlich auch, wer seine Favoriten aus dem Programm sind. (Literaturhaus, 1.10.)

Vom Umgang mit weltberühmten Künstlern erfährt man viel, wenn man Dany Keller auf ihrer Lesung „Nur eine Stunde zu spät“ besucht. Die Galeristin arbeitete zunächst in Starnberg, dann in München und seit 2009 im Westerwald mit den ganz Großen der Szene zusammen – von Herbert Achternbusch, über Laurie Anderson, Martin Kippenberger bis Julian Schnabel und Chen Zhen. (Pasinger Fabrik, 6.10.)

Und auch zum Abschluss gibt’s nochmal höchst Inspiratives: Vielleicht sollte man doch wieder häufiger das Handy weglassen und zum Stift greifen – um Liebesbotschaften um die Welt zu schicken (korrekt frankiert, bitteschön!). Tina Rausch („Allgemeinbildung Deutsche Literatur für Dummies“) liest unter dem schönen Titel „P.S. Ich liebe dich“ Herzensbekundungen von berühmten Persönlichkeiten – quer durch die Jahrhunderte. Außerdem geht es natürlich um die Frage, was Liebesbriefe mit ihren Schreibern und Empfängern anrichten. Antwort: selbstverständlich sehr viel. Und oft nur das Beste! (kitchen2soul, Schlörstr. 4, 10.10.)

Autor: Rupert Sommert

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