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Die interessantesten Lesungen der kommenden Wochen auf einen Blick

Corinna Harfouch, Mate Tabula und Thomas Matiszik

Was für ein ansteckendes Vergnügen, wenn Buchlektüre noch echte lebensbegleitende Leidenschaften auslöst

Das muss man schon anerkennen, wenn jemand echte Liebe in sich spürt. Und zwar eine, die es nicht zulässt, dass der Zahn der Zeit an ihr nagt. Die Schauspielerin Corinna Harfouch hat es erwischt. Sie ist ein echter Balladen-Fan. 

Angefacht wurde die Leidenschaft einst durchs Vorlesen der eigenen Großmutter, losgelassen hat sie das nie. Unter dem schönen Motto „Brennst du nicht und fühlest mich entbrannt“, angelehnt an ein Goethe-Zitat, öffnet sie ihr Schatzkästchen und trägt Poetisches von Goethe natürlich, aber auch von Annette zu Droste-Hülshoff, von Heinrich Heine, aber auch von Schiller und Gertrud Kolmar vor. Den „Handschuh“ gibt es dabei sogar in eine Doppelfassung. Von Schiller. Und von Lene Voigt, einer sächsischen Dichterin, die einst wegen der angeblichen Verunglimpfung großer Klassiker von den Nazis in eine Irrenanstalt gesteckt wurde. Die Musik zum Abend stammt von Hannes Gwisdek alias Shaban. (Kammerspiele, 15.7.)

Nicht ganz in den Klassikerrang hat es Jörg Fauser geschafft, der bekanntlich viel zu früh auf einer Autobahn verstarb und seitdem als die große deutsche Pop-Hoffnung gelten muss. Von der Literaturkritik wurden seine „Passanten“-Romane lange geschmäht, Fans lieben sie innig. Nun erinnern Friedrich Ani, Franz Dobler und Katja Kullmann an Texte wie „Der Schneemann“, „Rohstoff“ und „Das Schlangenmaul“. Würde Fauser noch leben, wäre er dieser Tage 75 Jahre alt geworden. (Literaturhaus, 16.7.)

Gut möglich, dass das was Fauser einst vorschwebte an leichter, an schnell geschriebener, doch tief gedachter Literatur heute spontan vor dem Mikrofon stattfindet. Und da muss man natürlich auf die neue Isar-Slam-Ausgabe verweisen, bei der Ko Bylanzky und Pierre Jarawan diesmal unter anderem den NRW-Star Sven-Eric Jansen aus Aachen, Maron Fuchs aus Bamberg und den Storyteller (samt kroatischem Migrationshintergrund) Mate Tabula aus dem gar nicht so fernen Germering zu Gast haben. Hingehen! (Muffatwert Ampere, 23.7.)

Und zum 1. Truderinger Poetry Slam kommen Maike Harms, bayerische Slam-Meistern des Jahres 2014, sowie der etablierte Poet Markus Berg. Moderiert wird der Abend von Achim Waseem Seger, der selbst Slamund Rap-Events veranstaltet. (Kulturzentrum Trudering, 18.7.)

Dana Newman ist YouTuberin und Amerikanerin. Und als solche versucht sie seit Jahren mit Hingabe, der deutschen Sprache mächtig zu werden. In „You go me on the cookie“ berichtet sie von ihren interkulturellen Sprachabenteuern. (Hugendubel Karlsplatz, 18.7.)

Düstere Unterhaltungshäppchen bekommt man auf der „Verloren im Alltag“-Reihe im rührigen Free & Easy Festival serviert. Dabei drückt die Münchner Autorengruppe AgAti auf schwelende Wunden. Es lesen unter anderem Kerstin Herzog mit magischem Realismus, Robert Diemrich, der für „Mindfuck mit Anspruch“ steht, Stefan Eglerer mit Phantastik sowie Sebastian Flecker mit Melancholischem in Text und Bild. (Backstage, 21.7.)

Dort darf man sich auch auf die knackige Krimilesung mit Thomas Matiszik freuen. Der Mann mit dem erfrischenden Ruhrpott-Charme hat eine Kriminalerfigur erschaffen, in dem viel von ihm steckt. Nun kommt es zum „Best of Modrich“-Wiedersehen. (Backstage, 23.7.)

Last but not least gäbe es natürlich auch noch die Sommerlesung mit Klaus B. Wolf, der sein geneigtes Publikum durch den Kultroman „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adam navigiert. Einsteigen! (Literaturhaus, 16.7.)

Autor: Rupert Sommer

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