Lesungen

Die interessantesten Lesungen der kommenden Wochen auf einen Blick

Thees Uhlmann am 17. Januar in der Muffathalle

Für diese Pflichttermine braucht man Mumm und Leidenschaft

Das Lesejahr startet mit einem Pauken- bzw. einem Faustschlag. Und die Schnellentschlossenen machen mit. Für die „1794“-Präsentation des schwedischen Erfolgsautors Niklas Natt och Dag brauchen sie strapazierfähige Nerven. Immerhin lässt der Spross einer der ältesten Adelsfamilien des Landes kaum eine Grausamkeit aus.

 Wieder einmal wird Jean Michael Cardell ins Rennen geschickt. Er bekommt es mit einem widerwärtigen Verbrechen zu tun. Es geht um eine frisch Verheiratete, die eben erst ihre Hochzeitsnacht hinter sich brachte – und nicht überlebte. Natt och Dag nimmt seine Leser und Zuhörer (deutsche Stimme: Knut Cordsen vom BR) in die Abgründe von Stockholm mit. Einer Stadt, die es 1794 mit Babylon aufnehmen konnte. Clou der Lesung: Gleichzeitig wird der „1794“-Escape Room eingeweiht. Und mit einem Krug Met kann man sich stärken. (Hugendubel Stachus, 9.1.)

Hinter die Kulissen blickt man bei der Lesung mit der Krimi-Bestsellerautorin Inge Löhnig, die neue Fälle für ihre Ermittler Konstantin Dühnfort und Gina Angelucci vorstellt. Mitgebracht hat sie den LKA-Waffenexperten Ludwig Waldinger, der die verwendeten Mordinstrumente begutachtet und – augenzwinkernd – Tipps gibt, zu welchen Tatwerkzeugen man auch im weniger gut sortierten Mörderhaushalt greifen könnte (wenn man denn unbedingt müsste). „Fiktion trifft Wirklichkeit“ nennt sich das sträflich verharmlosend. (Hofspielhaus, 11.1.)

Wie ein Krimi liest sich die Familiengeschichte, in die sich Eugen Ruge in seinem neuen Roman „Metropol“ versenkt hat. Er begleitet die Kommunistin Lotte, ihren Mann und die junge Britin Jill zu einer Reise durch ihre neue Heimat Sowjetunion. Im Jahr 1936, auf dem Höhepunkt von Stalins Kampf gegen vermeintliche „Volksfeinde“. Bei einem der Prozesse zeigt sich, dass einer der Zeugen mehr über Lotte weiß, als der lieb sein kann. Erzählt wird vom schmalen Grat zwischen Loyalität, Verdächtigungen und Verrat. (Literaturhaus, 14.1.)

Bei Jackie Thomae steckt der Teufel ebenfalls im Nahbereich – zwischen Mick und Gabriel, zwei Söhne desselben Vaters. „Brüder“ spielt deutschdeutsche Lebensschicksale durch und wirft viele Fragen über quälenden Alltagsrassismus auf. (Literaturhaus, 20.1.)

Erinnerungsarbeit leistet der Tomte-Sänger Thees Uhlmann in seinem „Die Toten Hosen“-Roman. Ausgangspunkt der Reise in die Tage, als Uhlmann noch Punk war und Angela Merkel noch nicht an der Macht, ist ein Zettel am Schwarzen Brett seiner Schule, als für einen Trip nach Hamburg zum „Hosen“-Konzert geworben wurde. Dann geht es um eine mittlerweile über 30-jährige Liebe zur Band, gemeinsame Konzerte und wilde Fußballspielbesuche. (Muffathalle, 17.1.)

Ebenfalls von einer lebenslangen Liebe erzählt Konrad O. Bernheimer. Der Kunsthändler hat mit „Gebrauchsanweisungen fürs Museum“ ein Liebhaberbuch geschrieben, das auch anderen Verliebten die Augen öffnen möchte, um in Ausstellungsräumen mehr zu entdecken. (Museum Fünf Kontinente, 15.1.)

Beziehungen kitten möchte Deniz Aykanat, die selbsternannte „Isartürkin“. Die Münchner Journalistin ist Tochter eines Türken und einer Deutschen. Doch um die Liebe zwischen den beiden Kulturen steht es derzeit schlecht. „SZ“-Kolumnistin Aykanat möchte Baklava und Butterbrezen wieder enger zusammenbringen. (Bellevue di Monaco, 16.1.)

Autor: Rupert Sommer

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