Comic

Sie waren Charlie

Wir waren Charlie

Erinnerungen des Charlie Hebdo-Zeichners Luz

Der Anschlag auf das französische Satiremagazin jährte sich am 7. Januar zum fünften Mal. Der Zeichner und spätere Chefredakteur Luz, schuf in seinem 300 Seiten starken Band ein eindrucksvolles, und sehr persönliches Porträt von Charlie Hebdo vor dem Anschlag.

Er berichtet von seinen Anfangsjahren als Landei aus Tours in Paris, den Kontakt zu den individuellen Charakterköpfen und begabten Zeichenkünstlern der Redaktion wie Cabu (Jean Cabut) und Charb (Stéphane Charbonnier), den Jugendjahren der Zeitschrift nach dem Satiremagazin „La Grosse Bertha“, dem Alltag in einer Redaktion, umgeben von Idealisten, für die Satire mehr war, als die anschaulichen Tabubrüche und Respektlosigkeiten, die schon bald für Aufmerksamkeit und Aufregung sorgten.

In seinen Träumen begegnet Luz seinen früheren Kollegen, die bei dem islamistischen Terroranschlag ums Leben kamen. Er selbst entging dem Massaker nur durch Zufall, denn er hatte an dem Tag Geburtstag und kam ganz einfach zu spät in die Redaktion.

Wir waren Charlie ( Reprodukt) ist Vermächtnis und Hommage zugleich – Rénald Luzier , wie Luz mit bürgerlichem Namen heißt, verarbeitete seine Zeit nach dem Anschlag bereits in seinem Werk „Katharsis“ (S. Fischer), nun schildert er die Vorgeschichte.

Unter den Toten waren enge Freunde und Kollegen, als Unbeteiligter kann man sich schlecht vorstellen, was das in einem Menschen auslöst, der nur durch reinen Zufall überlebt hat. Zum Glück hatte Luz die Möglichkeit, es mit seinem Stift zu verarbeiten.

Autor: Rainer Germann

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