Buchtipp

Episoden, Fragmente, Schwänke

Judith Schalansky: Verzeichnis einiger Verluste

Poetisch und vielfältig greift Judith Schalansky auf eigene Lebenserfahrungen zurück

Schalansky ist ja schon länger Kult. In diesem, wie stets, der sorgfältig-liebevollen Buchkunst frönenden Band, spielt sie, in verschiedensten Essay-Texten höchst gekonnt auf all ihren schriftstellerischen Tastaturen. Auf der Suche nach Verlorenem. 

Sei es nach einer untergegangenen Insel, deren Spuren sich nur noch auf alten Seekarten finden mögen, sei es nach dem Kaspischen Tiger, was Auslöser ist für einen Text über den Umgang mit „wilden“ Tieren, im Circus Maximus, damals, im Alten Rom. Eingedenk des Verlusts von F.W. Murnaus erstem Film lässt sie die „Göttliche Garbo“ mit triefender Nase durch Manhattan streifen. Sie erinnert an den zu einiger Berühmtheit gelangten Armand Schulthess, der auf einem 18-Hektar-Grundstück im Tessiner Valle Onsernone eine obsessive, enzyklopädische Sammlertätigkeit entfaltete. Blickt zurück in den DDR-Alltag oder wandert, mit Thoreau’scher Aufmerksamkeit für alle Erscheinungen, am Ryck entlang, auf Greifswald zu. Oder: Gedanken zu Sapphos Liebesliedern. 

Was bleibt, sind Fragmente – eigene Erinnerungen, Sehnsüchte, Wünsche, Fantasien, um die Leere auszufüllen. Erfahrungsgesättigt. Lesegenuss! 

Autor: Hermann Barth

Judith Schalansky: Verzeichnis einiger Verluste, Verlag: Suhrkamp
252 Seiten, 24,00€, ISBN: 978-3-518-42824-5

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