Buchtipp

Elisabeth Heindl - Von Raum, Licht und deren Wechselwirkungen

Elisabeth Heindl: Space in Motion

Der aufschlussreiche neue Bildband „Elisabeth Heindl: Space in Motion“ aus dem Verlag Hirmer weiß mit tollen Fotos zu beeindrucken und führt mit informativen Texten in den Werk-Kosmos einer Münchner Ausnahmekünstlerin.

Elisabeth Heindl ist 1960 in München geboren, hat von 1980 bis 1986 dort an der Akademie der bildenden Künste studiert, seitdem für ihre Werke mehrere Preise gewonnen und weltweit -von Bruckmühl bis Sofia- zahlreiche Einzelausstellungen absolviert. In ihren Arbeiten nehmen geometrische Formen, Raum, Licht und deren Wechselspiel einen großen Platz ein. Soweit die grundlegenden Hintergrundfakten zum beeindruckenden neuen Bildband „Elisabeth Heindl: Space in Motion“ aus dem Verlag Hirmer

Anhand der schlichten, einleitenden Zeilen mögen Sie es schon vermutet haben: Elisabeth Heindls Kunst ist eine, die den sich selbstbewusst kunstaffin wähnenden Journalisten auf den ersten Blick leicht verunsichern mag. Wirken die Werke Heindls, die sich spielend zwischen Bildhauerei, Installationskunst und Zeichnung bewegt, doch auf Anhieb recht minimalistisch und so, als bedürfe es für volles Verständnis und Genuss ihres Oeuvres auch eines gewissen Maßes an Vorwissen. 

Entrée Elmar Zorn. Der Herausgeber des Bildbandes schafft es in seinem Vorwort schnell den Rezipienten für die Kunst Heindls zu sensibilisieren. Ergänzend zu seiner Einführung kommen noch zwei Texte der Kunstkritiker*innen Annegret Erhard und Gottfried Knapp hinzu, die mit viel Expertise und Aufmerksamkeit für Details den Blick dessen, der/die diese Monografie in den Händen hält, zu schärfen wissen. 

Die wohl größte Herausforderung, der sich ein Bildband zu Elisabeth Heindl stellen muss, wird unterdessen visuell gemeistert: So werden dem Betrachter trotz der Räumlichkeit, die elementar für Werke wie Distortion, Circle oder Bleikammer ist, diese näher gebracht. Aufwändige Photographien, die sich stets zurückhaltend in den Dienst des Abzubildenden stellen und das großzügige Format des Bandes machen es möglich sich immersiv in der Welt von Elisabeth Heindl zu verlieren. So meint man beim Blättern selbst durch die beweg- und begehbare Rauminstallation Passage zu schreiten oder vor den tausend bedrohlich-scharfkantigen Stahl-Glas-Objekten von fragile inne zu halten.

Insgesamt ein toller Band, um diese einzigartige, weltweit angesehene Künstlerin, die in der Szene auch ein Aushängeschild für unsere Landeshauptstadt darstellt, näher kennenlernen zu dürfen: Geeignet für Fans von räumlicher, oft installativer Kunst, aber auch für Neulinge, die durch Heindls Arbeiten geschickt an diese Kunstrichtung herangeführt werden. 

Autor: Franz Furtner 

Elisabeth Heindl: Space in Motion, Verlag: Hirmer 
128 Seiten, 91 Abbildungen in Farbe, 29,90 €; ISBN: 978-3-7774-3208-3

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