Buchtipp

Winterlicher Überlebenskampf

Arto Paasilinna: Für eine schlechte Überraschung gut

Der Unterschied zwischen tragisch und komisch ist oft eine Kleinigkeit. Ein Wort, ein Nebensatz. Schon löst sich die Spannung, kippt in Schmunzeln oder Lachen. 

Arto Paasilinna (1942-2018), der Kaurismäki to read, war ein Meister des comic Peanuts-Droping, dieser großen Kunst, durch kleine Eingriffe ärgsten Situationen etwas Tröstliches, Schräges, Lustiges oder Schönes abzugewinnen. 

Da läuft sein Held Savolenko, ein russischer Pilot, in einer eiskalten Winternacht 1942 auf einer Landstraße im finnischen Nirgendwo, dem Erfrieren nahe. „... der Wald würde dem Wanderer keinen Schutz bieten, selbst wenn der ihm mit der Pistole drohte.“ Eben. Und schon weiß man, alles wird gut. So gut es eben werden kann, wenn Krieg ist und die Menschen einander abschlachten. 

Noch ein anderer Kniff belebt diese an sich eher schlichte und für den Autor ungewöhnlich schwermütige Geschichte von 1979. Bei allem Überlebenskampf seiner beiden Helden achtet Paasilinna rührend auf die Tiere – im Originaltitel Sotahevonen (dt.: Schlachtross), in der Handlung – wenn Savolenko und Kunitsin ein Schaf aus dem Tiefschnee retten oder sich um ihr krankes Pferd kümmern – und in der genialen Widmung: „ ... den in unseren Kriegen gefallenen und vermissten Pferden.“ 

Autor: Jonny Rieder

Arto Paasilinna: Für eine schlechte Überraschung gut, Verlag: Lübbe
207 Seiten, 20,00€, ISBN: 978-3-431-04101-9

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