Festival

Digitalanalog 2020

Bewingter Popjazz á la Norah Jones: SweetLemon
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Bewingter Popjazz á la Norah Jones: SweetLemon

Only in Streams: Das Digitalanalog-Festival findet dieses Jahr Corona bedingt nur online statt, den hochwertigen künstlerischen Beiträgen tut dies keinen Abbruch 

Das Digitalanalog ist ein seit 2002 im Gasteig stattfindendes audiovisuelles Kunst- und Kulturfestival mit Wurzeln in der alternativen Clubkultur. Aufgrund der Geschichte des im Münchner Untergrund verankerten Festivals war es von Beginn an das Ziel ein möglichst  buntes und vielseitiges Programm für eine möglichst große Zielgruppe fern des massenmedientauglichen Mainstreams zu bieten. Die Kosten des Festivals wurden deshalb immer schon so kalkuliert, dass für die Besucher der Eintritt frei bleibt um einer möglichst breiten Öffentlichkeit ein ebenso interessantes wie unbeschwertes Kunst- und Kulturerlebnis zu ermöglichen.

Interview

Digitalanalog-Festival-Macherin Claudia Holmeier: „Festival-Feeling im Netz“

Ein erfolgreiches Ansinnen fürwahr, das in den letzten Jahren immer bis zu 12.000 Menschen im Durchlauf in den Gasteig lotste. Pandemie bedingt sind diesmal keine Zuschauer*innen erlaubt, dennoch ist der Aufwand bei etwas mehr als 40 Liveacts natürlich riesig und kann auch im 2020er Streamingformat nur mit tatkräftiger Unterstützung des Kulturreferats, einigen Sponsoren und Förderern, sowie vielen ehrenamtlichen Helfern bewältigt werden.

Hinzu kommt die Bereitschaft der Künstler, die sich der alternativen Szene verbunden fühlen, ohne Gage aufzutreten. Der Gasteig als Veranstaltungsort ist insofern bewusst gewählt, dass auch Menschen der Zugang ermöglicht wird, die sich nicht in der typischen Konzert und Clubkultur heimisch fühlen. Wichtiger Grundbestandteil des Digitalanalog ist selbstverständlich die Musik, die hier alle Spielarten von Electro über Alternative und Indie-Rock bis hin zu Folk, Singer/Songwriter und Metall umfasst. Ein weiterer überaus wichtiger Bestandteil des Festivals sind die Videobegleitungen zu jedem Liveact durch die zahlreichen Visualartists. So wird zu den Auftritten der Musiker meist live eine Videoprojektion von VJs eingespielt, es soll so live die Atmosphäre der Musik aufgenommen und in Bilder umgesetzt werden.

Elektronischer Indie-Soulpop: The King Of Cons

Alles was derzeit spannend ist und Rang und Namen hat, ist mit dabei

Und auch 2020 brillieren die Veranstalter wieder mit einem wirklich sehens- und hörenswerten Line Up. Deutsche Wortakrobatik z.B. kommt von den HipHoppern BETA oder dem geistreichen Rocktrio Endlich Rudern. Elektronisch verzierten Indiepop steuern Flor And The Sea und The King Of Cons – mit zwei ehemaligen Mitgliedern der ehemaligen Indie-Hoffnungsträger Talking Pets – bei, während Gudrun Mittermeier zwar ebenfalls im melancholischen Indiesound wildert, das ganze jedoch in bayerischer Sprache. Gehaltvoll-melodiösen Caféhaus-Jazz hat das charmante Frauenquartett Jeanne d’Jazz in petto, während der sympathische Liedermacher Liann neben seinen Hits wie „Eismann“ oder „Goldjunge“ dann wohl auch ein paar bislang unveröffentlichte Songs zum Besten geben wird. Soulig wird’s dann bei der famosen Seda, während die beiden Schwestern von SweetLemon mit beswingtem Popjazz á la Norah Jones ihr Auditorium bestimmt auch per Stream verzaubern. Ebenfalls mit dabei sind: The Governors, Tula Troubles, Tydes, Anton Minds, Dafalgan, Flaming Fenix, Hüllkurve, Kidso, Fox & Grapes, Mary Lou, Klangphonics, Mario Schönhofer, King Pigeon, Modular Jazz, Oakhans, Superstrings, Schallmodul, Paranormal String Quartet, Rafner X Hutenberger, The Long Distance Dining Society u.a.

Geistreicher Deutschrock: Endlich Rudern

Analoge Auftritte und digitale Technik auf höchstem Niveau

In den Ausnahmezeiten, die uns ja alle dieses Jahr beschäftigen, können und wollen die Veranstalter aber eben auch kein Risiko für die Künstler, Gäste und Mitarbeiter eingehen und dennoch keine abgespeckte Version ihres Festivals präsentieren. Und für einen beschränkten Publikumskreis auf ausgewiesenen Zonen, haben sie auch keinen Bock, denn dies widerspräche wiederum ihrem Konzept, die Kunst für jeden kostenlos erlebbar zu machen. Daher wagen Claudia Holmeier und ihre fleißigen Helfer nun also etwas ganz Anderes, ganz und gar Neues, erfinden ihr Festival dieses Jahr kurzerhand wieder einmal neu und gehen demzufolge neue Wege, bei denen selbstverständlich analog aufgetreten und gespielt wird und mit hochwertiger Technik auf etwa fünf Kanälen gleichzeitig digital gestreamt wird.

Digitalanalog 2020 Live-Streaming am 16. + 17.10. ab 20 Uhr hier: www.digitalanalog.org

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