Neue Coronaregeln

Münchner Konzertveranstalter reagieren noch verhalten auf neue Coronaregeln

Endlich wieder volles Haus in den Konzertstätten der Stadt
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Endlich wieder volles Haus in den Konzertstätten der Stadt

Trotz Lockerungsversprechen der Staatsregierung herrscht unter Münchens Konzerthallen- und Clubbetreibern nach wie vor große Unsicherheit

Ministerpräsident Markus Söder hat neue Regeln für den Freistaat angekündigt, mit denen man der vierten Corona-Welle, die bereits voll im Gange ist, begegnen möchte. Und so sprach er von einem „neuen Kapitel, einer grundlegenden Richtungsweisung im Kampf gegen Corona“. Es müsse nun eine neue Balance aus Sicherheit und Eigenverantwortung gefunden werden, hieß es. Was das genau für die vielen Münchner Konzerthallen- und Clubbetreiber bedeutet, lässt sich momentan nur schwer zusammenfassen. Dennoch wollen wir hier einen erster Versuch wagen: Solange ein abgesegnetes Hygienekonzept vorliegt, so berichteten wir es unlängst, sind theoretisch ab September wieder alle Veranstaltungen im Kulturbereich möglich. Angeblich wird dabei auch nicht mehr zwischen Sitz- und Stehplätzen unterschieden. Die Veranstalter sollen also die Wahl haben, entweder ihre Hallen und Liveclubs - unter Wahrung der Maskenpflicht - voll auszulasten oder nur so stark zu besetzen, dass die 1,50 Meter Mindestabstand zwischen den Plätzen eingehalten werden können.

Ralf Binder von der Muffathalle beurteilt die weiterhin unübersichtliche Lage aufgrund erschwerter Planungssicherheit wie folgt: „Bevor wir loslegen warten wir gerade noch auf die neue Verordnung die vermutlich etwas detaillierter als die Pressemeldung sein wird.“ Was den regulären Konzertbetrieb und die jetzt wieder frei gewordenen Ticketkontingente anbelangt beurteilt Binder die Situation wie folgt: „Unsere Konzerte im September werden wir von der Kapazität her aufstocken und die Werbung dafür intensivieren – diese Konzerte waren von Haus aus als Corona-Konzerte geplant, oder mussten eben umgeplant werden, und sie werden stattfinden.“

Auch Jakob Kolbinger vom Feierwerk wagt sich derweil noch nicht so richtig aus der Deckung: „Aktuell können wir sagen, dass die Konzerte, die geplant sind, stattfinden werden. Wie genau wir mit den Änderungen umgehen, also ob wir z.B. mehr Programm anbieten oder mehr Leute reinlassen, können wir momentan noch nicht sagen.“

Auch Backstage-Booker Jeremia Gahn, der derzeit den in Elternzeit befindlichen Daniel Lazak vertritt, spielt noch auf Zeit: „Wir warten aktuell noch auf den offiziellen Text zur neuen Infektionsschutzverordnung, dann entscheiden wir was wir machen bzw. was umsetzbar ist.“

Arantxa Dörrié, Geschäftsführerin der MW Freimann Betriebs GmbH somit also hauptverantwortlich für die Vermietung des Zenith, deutet den Beschluss dagegen wie folgt: „Grundsätzlich bedeuten die neuen Corona-Regelungen für uns, dass wir ab 02.09.2021 – unter Maßgabe der 3G-Regel, die vom jeweiligen Veranstalter einzuhalten sind, wieder alle Veranstaltungsformate im Zenith abhalten können. Mit einer Maskenpflicht, wenn 1,5 Meter Abstand zwischen den Besuchern nicht eingehalten werden können, sowie mit einer maximalen Kapazität von 5.440 Personen in der Halle anstelle von 5.880.“

Doch so entschlossen es auf den ersten Blick klingt, ist es dann auch wieder nicht, da auch bei Dörrié immer noch eine gehörige Portion Ungewissheit mitschwingt: „Ob und welche Veranstaltungen, insbesondere Konzerte, tatsächlich ab diesem Datum im Zenith stattfinden, müssen wir mit den diversen Veranstaltern noch klären. Die Politik hat so kurzfristig entschieden, uns aus dem Lockdown zu holen, dass unsere Branche – Hallenbetreiber und Veranstalter – erst einmal sehen müssen, wie wir unserer `Systeme´ wieder hochfahren.“ Eine große Herausforderung, so die Zenith-Managerin „wird sicher sein, ob noch alle Dienstleister greifbar sind, die gebraucht werden (Securities, Barpersonal, Techniker etc. pp.), da sich viele dieser Helfer/Mitarbeiter infolge des langen Lockdowns andere Jobs gesucht haben und jetzt möglicherweise nicht mehr zur Verfügung stehen.“ Ein problematischer Umstand, der ja derzeit auch diversen Gastronomen und Hoteliers auf die Füße fällt.

Zu guter Letzt verweist auch der Muffatwerk-Verantwortliche Ralf Binder noch einmal darauf, dass man momentan noch nicht weiter in die Zukunft blicken und man deshalb aktuell auch noch nichts Sicheres sagen kann, „weil mit Lockerungen in Bayern ja nicht unbedingt eine Tour möglich wird, es wird keine einheitliche Lösung geben. Eine wirkliche langfristige Planung ist auch schwierig weil die Einschränkungen bei gelber und roter Ampelschaltung noch nicht definiert wurden. Vielleicht stehen die dann auch in der Verordnung, die wir alsbald erwarten.“

Autor: Gerald Huber

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