Konzerttipps

Von Industrial bis Krautrock: Unsere Konzerttipps für den September

Am 08. September in der Philharmonie: Einstürzende Neubauten

Mit dem Ausklang des Sommers kommt die Konzertsaison langsam wieder ins Rollen. Disco-Punk, Classic Rock und Avantgarde - Das und mehr in unseren Konzert-Tipps

Sie sind Kult und in den Achtziger füllten sie auch größere Hallen: The Bollock Brothers mit ihrem tanzbarem Mix aus New Wave, Synthie-Pop und Punk. Mastermind Jock McDonald arbeitete bereits als Promoter, Veranstalter (u.a. Sex Pistols) und DJ im Marquee Club in London, als er 1979 die Band ebendort gründete.

Die Bollocks machten genau da weiter, wo die Pistols mit „The Great Rock’n’Roll Swindle“ aufgehört hatten und mischten Disco mit Trash und Punk. Popkultur-Idole wie Brigitte Bardot und Harley Davidson bekamen ebenso ihr in fette Grooves und sägenden Gitarren verpacktes Fett weg, wie auch kongeniale Coverversionen, zum Beispiel „Faith Healer“ von Alex Harvey. Ganz großer Spaß, bei dem das köstliche Budweiser in Strömen fließen und dem Unter Deck der Deckel wegfliegen wird. (31.8. Unter Deck)

Mit 19 Jahren stand er im Circus Krone mit der Fusion-Band Return to Forever (Chick Corea, Stanley Clarke und Lenny White) auf der Bühne, nun kommt Al Di Meola mit ganz großem Besteck zurück. Der Ausnahme-Jazz-Gitarrist und Grammy-Preisträger hat die Elegant Gypsy Band, die OPUS-Akustikband und ein Streichquartett mit dabei, wenn er heuer hier sein Bühnenjubiläum feiert. Meola ist ein Pionier im Mischen von Weltmusik, Rock und Jazz. Weltweite Anerkennung erreichte der legendäre Musiker durch seine Arbeit als Solo-Künstler mit Alben wie „Elegant Gypsy“, aber auch durch Kooperationen mit Frank Zappa, Jimmy Page, Stevie Wonder, Paco De Lucia, John McLaughlin, Luciano Pavarotti, Paul Simon, Santana, Steve Winwood, Herbie Hancock und vielen weiteren Superstars. (3.9. Circus Krone)

Krautrock ist das neue, alte Ding, vor allem die Rhythmusstrukturen haben es auch jungen innovativen Acts wie zum Beispiel Toy aus London angetan. Die Gruppe Drums Off Chaos wurde in den frühen Achtzigern von Can-Drummer Jaki Liebezeit als Perkussionsensemble gegründet. Im Zentrum des Projekts stehen reduzierte, repetitive Patterns und deren Variation. Seit Liebezeits Tod besteht das Ensemble weiterhin aus Maf Retter, Reiner Linke und Manos Tsangaris. In München wird das Trio von Rosko Gee, Dominik von Senger und Jonas Yamer zum Sextett erweitert. (7.9. Ampere)

“Das einzig Wahre: Eine Musiklegende in phantastischer Form und mit brillanter Bühnenpräsenz, unterstützt von einer toll und dicht spielenden Band.“ Das meinte zumindest die Huffington Post zu einem Konzert des legendären Singer-Songwriters Rodger Hodgson, Komponist und Sänger von Supertramp. Bis zu seinem Ausstieg 1983 verkaufte die Band 60 Millionen Platten und konnte unter der Führung des zweiten Sängers und Songwriters Rick Davies nicht mehr an die Erfolge von Alben wie „Crime Of The Century“, „Crisis? What Crisis?“ und „Breakfast In America“ anschließen. Live präsentiert Hodgson nun all seine großen Hits wie „Give a Little Bit“, „Take the Long Way Home“, „Dreamer“ oder „It's Raining Again“ sowie viele andere Klassiker und Lieblings-Songs aus seinen Soloalben. (7.9. Philharmonie)

Auf Widersehen, es war sehr schön: Die Berliner Band I Heart Sharksverkündete über ihre Social Media Kanäle, dass nach 10 Jahren, drei Studio Alben und unzähligen Konzerten, die Musiker Pierre Bee, Simon Wangemann, Martin Wolf und Craig Miller nach einer letzten Tour getrennte Wege gehen werden. Die vier Wahl-Berliner aus London, New York und Leipzig, die mit energievollen Liveshows bekannt wurden, waren seit 2007 fester Bestandteil der deutschen Musikszene und spielten u.a. Support für White Lies oder Friendly Fires. Die letzte Tour dokumentiert nun ihre Reise von trashigen Berliner Houseparties zu den großen Festival-Bühnen. (7.9. Strom)

Post-Punk/New Wave aus Flandern: Mit herrlich finsteren Songs und Melodien, die auch aus vergangenen Jahrzehnten stammen könnten, verbinden Whispering Sonspsychedelischen Showgaze mit tanzbaren Post-Punk und dem minimalistischen Sound von Joy Division oder frühen The Cure. Die Band um die charismatische Sängerin Fenne Kuppens beschreibt ihre Musik selbst als dunklen Sound, der Verzweiflung, Nervosität und eine unheilvolle Atmosphäre verströmt. Nach dem Konzert kann man sich noch die Füße bei der Sacred-Bones-Party wund tanzen - DJ Frankit kredenzt das Beste aus Wave, Post Punk und allem Artverwandten. (8.9. Feierwerk Orangehouse)

Einzigartige Klangwelten auf Objekten unterschiedlichsten Ursprungs, Töne jenseits der Schmerzgrenze, eine Schönheit der Dissonanz und eine spezielle Poesie: das sind Einstürzende Neubauten. Ihre zahlreichen Alben wie „Kollaps“, „Halber Mensch“, „Tabula Rasa“, „Perpetuum mobile“ oder „Silence is sexy“ sind Meilensteine der Industrial-Musik. Dabei bewegt sich Deutschlands legendärste Avantgarde-Band immer mehr weg von spontanen Geräuschimprovisationen- und Exzessen hin zu zwar experimentellen, aber stärker durchkomponierten Klangcollagen, denen Blixa Bargelds mal kreischend, mal schmeichelnd vorgetragene Texte eine lyrische Ebene geben. Einstürzende Neubauten sind eine der wenigen deutschen Bands die auch international auf zahlreiche andere Bands und Kunstgenres Einfluss genommen haben. Kult. (8.9. Philharmonie)

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