Klassik-Highlights

Die ersten Klassik-Highlights im Oktober

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Ivan Repušić

Große Sinfonik, konzertante Oper und Zeitgenössisches im Kammerformat

Gerade noch rechtzeitig, bevor im kommenden Jubiläumsjahr 2020 allerorts die große Beethoven-Welle über uns hereinschwappt, hat Igor Levit seinen groß angelegten Zyklus mit Klaviersonaten des Komponisten abgeschlossen. Verzichten müssen wir auf den Ausnahmepianisten aber auch in der gerade neu angelaufenen Spielzeit nicht. Für seinen jüngsten Streich startet er zunächst mit Bachs Ciaccona BWV 1004, die zwar ursprünglich für Violine solo verfasst wurde, hier aber in einer Klavierübertragung für die linke Hand von Johannes Brahms erklingt. Sinnfällig ergänzt durch Busonis „Fantasia nach Johann Sebastian Bach“, aus dessen Feder auch die Bearbeitung von Liszts Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos, ad salutarem undam“ stammt. Abgerundet wird das musikalische Spektrum schließlich durch Liszts Schwiegersohn Richard Wagner, bzw. dessen „Feierlichen Marsch zum heiligen Gral“ aus „Parsifal“. (12.10. Prinzregententheater)

Wagners großer Antipode Giuseppe Verdi bestimmt dagegen das erste Sonntagskonzert des Münchner Rundfunkorchesters. Hier setzt Chefdirigent Ivan Repušić mit „Attila“ seinen bislang überaus gelungenen Zyklus mit Frühwerken des Komponisten fort. Mit einem Fuß noch im Belcanto verhaftet, aber bereits die großen Musikdramen späterer Jahre fest im Blick. In der Titelrolle des unbarmherzigen Hunnenkönigs erlebt man dabei Ildebrando d’Arcangelo, dem mit Liudmyla Monastyrska, Stefano La Colla und George Petean drei ausgewiesene Verdi-Spezialisten zur Seite stehen, um gemeinsam dieses mitreißende Drama um Macht und Liebe zum Leben zu erwecken. (13.10. Prinzregententheater)

Während sich das Rundfunkorchester hierbei einmal wieder im Opernrepertoire bedient, geht das üblicherweise auf Oper, Operette und Musical abonnierte Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz den umgekehrten Weg und wagt sich an Tschaikowskys „Manfred-Sinfonie“, mit dem man den ambitionierten Konzert Zyklus des Hauses fortsetzt. Dass diese Komposition vom gleichnamigen dramatischen Gedicht Lord Byrons inspiriert ist, liest man sonst meist nur im Programmheft. Für den nötigen Kontext und ein tieferes Verständnis beim Hören, sind diesmal jedoch – eingeschaltet zwischen den Sätzen – ebenfalls Auszüge aus der dichterischen Vorlage zu erleben, bei denen es ein Wiedersehen mit Publikumsliebling Cornelia Froboess gibt. Am Pult waltet wie gewohnt Chefdirigent Anthony Bramall. (19.10. Gärtnerplatztheater)

Kontrastreich startet ebenfalls das Münchener Kammerorchester in den Herbst. Nach den Einsätzen beim ARD Musikwettbewerb hat man sich für eine nun wieder unter eigener Regie stehende Matinee im Prinzregententheater Pianist Kit Armstrong eingeladen. Ein hier immer wieder gern gesehener Gast, der diesmal seine Sicht auf Robert Schumanns Klavierkonzert in a-moll präsentiert. Eingerahmt von Luigi Boccherinis Sinfonie „La casa del diavolo“ und der sogenannten „Ab schieds-Sinfonie“ von Joseph Haydn. Die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Konzertmeisterin Yuki Kasai. (13.10. Prinzregententheater)

Als modernes Gegengewicht hierzu wartet einige Tage zuvor aber bereits ein Portrait des norwegischen Komponisten Jon Balke, der bei dieser Gelegenheit auch selbst bei der Aufführung seines „Rotor“ für Streichquartett und Klavier am Flügel Platz nehmen wird. Über das Orchesterstück „Estocada“ tastet man sich dann langsam an die Hauptattraktion des Abends, die Uraufführung des vom MKO gemeinsam mit dem Ensemble Trondheim Voices in Auftrag gegebenen „A World of daughters“. Inspiriert vom Gedicht Yusef Komunyakaas. Als Taufpate tritt Chefdirigent Clemens Schuldt ans Dirigentenpult. (9.10. Allerheiligen Hofkirche)

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