Klassik-Highlights

Die Klassik-Highlights im Juli

Daniil Trifonov und Ana De La Vega

Münchens Orchester blicken über den klassischen Tellerrand hinaus

Interviews gibt er nur äußerst handverlesen und auch sonst hält sich Staatsopern GMD Kirill Petrenko meist gern aus großen Events raus. Beim diesjährigen „Oper für alle“ auf dem Marstallplatz springt aber auch der öffentlichkeitsscheue Publikumsliebling endlich einmal wieder über seinen Schatten. 

Freuen dürfen sich die Münchnerinnen und Münchner bei dieser seltenen Gelegenheit über Broadway-Klassiker in großem symphonischem Gewand. Neben Gershwins „Cuban Overture“ und dem berühmten „American in Paris“ erklingen dann unter anderem auch ausgewählte Songs und Duette von Cole Porter, Leonard Bernstein und Frederick Loewe. Dargeboten von Sopranistin Golda Schultz und ihrem Crossover-Ausflügen noch nie abgeneigten Kollegen Thomas Hampson. Der Eintritt ist auch dieses Jahr natürlich wieder frei. (20.7. Marstallplatz)

Während hier auch spontane Zuhörer jederzeit willkommen sind, sollte man sich bei Interesse für Klassik am Odeonsplatz besser bald um die wenigen noch vorhandenen Restkarten kümmern. Mit der Ballettmusik aus Bernsteins „On the town“ schielt man auch hier am ersten Abend Richtung New York. Zumal man mit Renée Fleming eine Solistin hat, die sich nach einer glanzvollen Opernkarriere jüngst ebenfalls in Rodgers & Hammersteins „Carousel“ bewies und nun den großen Hit der Show, „You’ll never walk alone“ auch vor der Feldherrenhalle anstimmen wird. Der Löwenanteil des Abends gehört dann aber doch dem russischen Repertoire, das unter anderem mit der Briefszene aus Tschaikowskys „Eugen Onegin“ und der Symphonie Nr. 5 des Komponisten vertreten ist. Am Pult des BR-Symphonieorchesters steht Alan Gilbert. (13.7. Odeonsplatz)

Die tagesaktuellen Klassik-Termine auf events.in-muenchen.de

Die Zahl 5 bleibt in diesem Jahr übrigens eine Konstante des Open Air-Events. Denn wenn Valery Gergiev am folgenden Abend zum Taktstock greift, um den Philharmonikern ihren Einsatz zu geben, erklingt nicht nur Beethovens fünfte Symphonie, sondern bereits vorab das ebenfalls so nummerierte letzte Klavierkonzert. Als Solisten konnte man hierfür Daniil Trifonov gewinnen. Abgerundet wird der Abend mit einem weiteren Dauerbrenner Beethovens, der „Coriolan“-Ouvertüre. (14.7. Odeonsplatz)

Ambitioniert denken lautet kurz danach das Motto beim Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz, das unter Leitung seines Chefdirigenten Anthony Bramall zum Saisonausklang noch einmal einen Ausflug zur großen Symphonik unternimmt und sich diesmal Franz Liszts „Faust-Symphonie“ vorgenommen hat. Und wie schon bei der gelungen „Symphonie fantastique“ wird die Komposition auch diesem wieder durch ausgewählte Texte von Chrsitopher Marlowe, Johann Wolfgang von Goethe und Nikolaus Lenau ergänzt, die dem Teufelspakt des guten Doktors aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Es liest Michael Dangl. (19.7. Staatstheater am Gärtnerplatz)

Ein künftiges Gärtnerplatz-Ensemblemitglied kann man dagegen schon einmal beim Synagogenkonzert des Jewisch Chamber Orchestra kennenlernen. Bariton Ludwig Mittelhammer, interpretiert hier die „14 Lieder Gesänge aus der Jugendzeit“ von Gustav Mahler, die in einer Kammerbearbeitung von Pierre Hoppé zur Aufführung kommen. Die musikalische Leitung hat Dirigent Daniel Grossmann. (8.7. Jüdisches Kulturzentrum)

Während der sonst um bombastische Klangeffekte nie verlegene Mahler hierfür auf das Wesentliche konzentriert wurde, stehen auf Schloss Nymphenburg, wie in jedem Sommer auch diesmal wieder zahlreiche originale Klassiker der Kammermusik auf dem Spielplan. So gastiert hier unter anderem das renommierte Clemente Trio, das sich diesmal neben Beethovens Opus 1 und Schumanns Klaviertrio Nr. 3 unter anderem für Dvořáks „Dumky“ entschieden hat. (12.7. Hubertussaal)

Für Pianist Paul Rivinius ist die Arbeit damit jedoch keineswegs getan. Denn er steht auch in der darauffolgenden Woche noch einmal auf der Bühne des Hubertussaals, wenn er die australische Flötistin Ana de la Vega begleitet. Auf dem Programm steht dann Musik von Beethoven, Bach und Fauré, sowie Bizets „Carmen“- Fantasie. (19.7. Hubertussaal)

Autor: Tobias Hell

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