Klassik-Highlights

Die Klassik-Highlights im Februar

Nemanja Radulovic am 18. Februar in der Philharmonie

Musikalische Sagen, Mythen und Legenden von Beethoven bis John Williams

F ür Musikerinnen und Musiker aller Fachrichtungen stellt das Beethoven-Jahr 2020 in mehrfacher Hinsicht eine Herausforderung dar. Schließlich herrschte auf den Spielplänen doch bislang nicht gerade ein Mangel an den Werken dieses Ausnahmekomponisten. 

Neben virtuosem Können ist daher auch Kreativität bei der Programmzusammenstellung gefragt, wenn man aus der Masse herausstechen will. So machen zum Beispiel die Münchner Symphoniker im Jubeljahr bewusst einen Bogen um die berühmten Sinfonien und wenden sich stattdessen den deutlich seltener aufgeführten „Geschöpfen des Prometheus“ zu. Das originale Libretto zu dieser Ballettmusik ist heute leider verschollen. Und so wagt man diesmal gleich die Flucht nach vorne und ersetzt die tänzerischen Darbietungen durch verbindende Zwischentexte, mit denen Schauspieler Stefan Hunstein das Publikum durch die Handlung führen wird. Am Pult begegnet man Chefdirigent Kevin John Edusei, welcher der Heldentat des Titanensohns Prometheus im zweiten Teil des Konzerts das „Heldenleben“ von Richard Strauss gegenüberstellen wird. (9./12.2. Herkulessaal)

Puristischer hält man es dagegen beim Sinfonieorchester Basel, bei dessen Gastspiel im Prinzregententheater Peter Simonischek als Rezitator des „Prometheus“ aufgeboten ist. Hier steht auch der erste Teil des Abends ganz im Zeichen Beethovens, bzw. seines fünften Klavierkonzerts. Interpre tiert wird dieser Klassiker dabei von Alexander Melnikov. Es dirigiert Ivor Bolton. (14.2. Prinzregententheater)

Wie Simonischek muss sich auch Melnikov hierbei allerdings einem direkten Konkurrenzkampf stellen. Denn auch beim Münchner Kammerorchester steht das fünfte Klavierkonzert auf dem Programm. Bei einer sonntäglichen Matinee wird dabei Pianist Szymon Nehring in die Tasten greifen, der 2017 seinen internationalen Durchbruch beim Arthur Rubinstein Wettbewerb in Tel Aviv feierte. Ihm zur Seite steht Dirigent Gregor A. Mayrhofer, der das Programm zunächst mit dem „Valse Triste“ von Jean Sibelius eröffnet und später mit Mozarts „Haffner-Sinfonie“ beschließen wird. (16.2. Prinzregententheater)

Der Klavierkomponist Mozart lässt sich wiederum bei einem Rezital mit Evgeny Izotov erleben. Der Mann aus Sankt Petersburg, der 2019 seinen erfolgreichen Einstand in München gefeiert hatte, startet bei seiner Rückkehr in den Gasteig mit dem Rondo in a-moll KV 511, dem unter anderem Schumanns Fantasie in C-Dur, sowie die Sonate in hmoll von Franz Liszt folgen. (17.2. Kleiner Konzertsaal im Gasteig)

Aus der Hauptstadt Moskau reisen am Tag darauf Ozotovs Landsleute vom Russian State Symphony Orchestra an, die eine durchwegs patriotische Mu - sikauswahl im Gepäck haben. Neben der vierten Sinfonie von Tschaikowsky lässt sich hier unter anderem Anatoly Lyadovs Tondichtung „Der verzauberte See“ entdecken. Hauptaugenmerk dürfte aber vor allem auf Tschaikowsky Violinkonzert liegen, für das man den serbischen Geiger Nemanja Radulovic als Solisten gewinnen konnte. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Andrey Boreyko. (18.2. Philharmonie)

Während der „Verzauberte See“ idyllische Märchenwelten heraufbeschwört, widmen sich die Philharmoniker einer nicht minder phantastischen Geschichte, die sich „Vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis“ zugetragen hat. Genau, die Rede ist von George Lucas’ Weltraum-Epos „Krieg der Sterne“, das ohne die Melodien von John Williams wohl nur halb so populär geworden wäre. Neben der vom Komponisten selbst zusammengestellten „Star Wars“-Suite präsentiert Dirigent Krzysztof Urbański allerdings auch eine der wichtigsten Inspirationsquellen für John Williams, die „Planeten“ seines britischen Kollegen Gustav Holst. (14.-16.2. Philharmonie)

Autor: Tobias Hell

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