Ballett

Ballettfestwoche 2019: Es funkeln die Juwelen

Farben-Muskel-Festspiel: Portrait Wayne McGregor

Die Ballettfestwoche vom 11. bis 18. April ist für Tanzfans ein Anlass, spontan Sonderurlaub einzureichen

Es kann nicht jedes Jahr Champions League-Endspielstimmung über München hereinbrechen. Und auch für das Oktoberfest muss man regelmäßig bis zum September warten. So schön wie der wiederkehrende Frühling und so verlässlich wie ein Biergartenlächeln an einem der ersten warmen Abende ist die Vorfreude, die Fans auf die alljährliche Ballettfestwoche verspüren. Dann gehört die große Bühne im Opernhaus ausschließlich dem Tanz-Ensemble unter Führung von Ballettdirektor Igor Zelensky.

Von 11. bis 18. April zeigt sich das Bayerische Staatsballett in geballter Dichte von seiner schönsten Seite. Los geht’s zur Eröffnung mit dem dreiteiligen Jewels-Abend, der von einer der Ikonen des neoklassischen Balletts entworfen wurde: George Balanchine, der 1925 mit gerade mal 21 Jahren schon zum Chefchoreografen der legendären Ballet Russes berufen wurde und der lange mit seinem späteren engen Freund Igor Strawinsky zusammenarbeitete. Nach dem Krieg gründete Balanchine das New York City Ballet. Und dort entstand 1967 die „Jewels“-Arbeit, die sich aus den Edelsteinen „Emeralds“ zu Musik von Gabriel Fauré, „Rubies“ zu Strawinsky und „Diamonds“ zu Kompositionen von Peter I. Tschaikowsky zusammensetzt.

Alle Veranstaltungen der Ballettfestwoche 2019 auf einen Blick!

Schlag auf Schlag weiter geht es mit der Portrait Wayne McGregor-Produktion, die eine der umjubelten Premieren der vergangenen Spielzeit war. Von John Cranko stammt die augenzwinkernd humorvolle Einstudierung von Der Widerspenstigen Zähmung. Und auch bei der Liebesgeschichte Onegin zog er im Hintergrund alle Fäden.

Besonders sehenswert ist allerdings auch die Anna Karenina-Aufführung, der es gelingt, die über 1000 Romanseiten von Tolstoi auf kurzweilige 100 Minuten Tanz zu verdichten.

Von John Neumeier stammt die Bild- und Tanzsprache für Die Kameliendame zur Musik von Frédéric Chopin. Ein rundum sehr sinnliches Erlebnis zur Erst- oder wohlwollenden Zweit-Begegnung.

Weitere Hingucker der Ballettfestwoche im Nationaltheater: die bewegende Sklavenaufstand-Großproduktion Spartacus von Yuri Grigorovich sowie das opulente Bühnen-Verzauberungsstück Alice im Wunderland.

Und wie unglaublich stark der hauseigene Nachwuchs auf Zack ist, erfährt man wie üblich aus erster Hand bei der traditionellen Matinee der Heinz-Bosl-Stiftung.

Autor: Rupert Sommer

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