Konzert-Highlights

Die Konzert-Highlights zum Monatswechsel

Lee Fields am 9. Oktober im Technikum

Soul-Entertainer, schwedische Klanglandschaften und Bossa für Studentenbuden

E igentlich suchte der Australier Tim nur nach einer Frau, mit der er ein bisschen Musik machen könnte. Die fand er nicht, aber dafür den Tom aus München: Bei Kaffee und Wein entdeckten die beiden ihre gemeinsame Liebe zu Chris Issak und Chris Rea (sic!) – und begannen eigene Songs zu schreiben. 

Heraus kam dann das Projekt The Nice Nice und Musik, die „an einen entspannten Sommermorgen erinnert, an dem der Kaffeegeruch die Welt, einschließlich dieses heftigen Katers vom Vorabend, wieder in Ordnung bringt“. Schöner als die Tchibo-Werbung ist das allemal, nun darf man auf den zweiten Teil ihres Debüts gespannt sein, der live vorgestellt wird. (28.9. Ampere)

Vielleicht ist es kein Zufall, dass die Musik auf „Fear Talk“, dem Debütalbum der Kölner Band Xul Zolar eine gewisse malerische Qualität aufweist. Immerhin hat sich die Band nach dem argentinischen Maler Oscar Agustín Alexander Schulz Solari benannt, genannt wurde dieser, genau, Xul Zolar. Genau wie die Bilder der Impressionisten vermittelt ihre Musik ein Gefühl der Nostalgie und Unmittelbarkeit und versprüht eine Aura, die man romantisch nennen könnte. Trotz der deutlich hörbaren Einflüsse von Künstlern wie The Smiths, Talking Heads oder sogar Phil Collins, ist „Fear Talk“ ein Album auf der Höhe der Zeit mit verfremdeten Vocals sowie Dubstepund Electronica-Einflüssen. (28.9. Heppel & Ettlich)

Nach restlos ausverkauften Shows 2017 kehren Celeste „CC“ Spina und Anthony „Tone“ Catalano mit ihrem Bluesrock-Duo Little Hurricane wieder auf deutsche Bühnen zurück. Das Ehepaar aus San Diego lernte sich einst über eine Suchanzeige kennen, in der die Schlagzeugerin und Sängerin „CC“ Bandmitglieder suchte. Das Interesse für Blues und Vintage-Instrumente verband sie und den Gitarristen und Sänger „Tone“ auf Anhieb. So entstand ihr ganz eigener Mix aus Lo-Fi-Indie- und Bluesrock, gerne wurden die beiden natürlich mit den White Stripes verglichen. Jetzt stellen sie ihren bereits vierten Longplayer „Love Luck“ vor und werden hoffentlich auch wieder für schweißtreibende Shows sorgen. (28.9. Strom)

Geboren als Sohn einer schottischen Mutter und eines englischen Vaters wuchs Ray Cooper in England auf und begann im Alter von 16 Jahren in verschiedenen Bands zu spielen. Er bewegte sich zwischen Rock, Punk, Pop und Weltmusik, arbeitete als Sänger, Bassspieler und Cellist, bis er sich schließlich 1988 Mitglied der Oysterband wurde. Auch nach seinem Umzug nach Schweden im Jahr 2000, spielte Cooper weiterhin mit der Oysterband, tourte so in 27 Ländern und nahm 19 Alben auf. Auf seinem aktuellen Soloalbum „Palace Of Tears“ nimmt der Multiinstrumentalist und Wahl-Schwede kein Blatt vor den Mund und prangert Missstände wie Ölkriege an, inspiriert von Landschaft und Wäldern spürt er aber auch fantastischen Sagengestalten nach. (30.9. Ars Musica)

2017 erreichte Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen mit ihrem Album „It’s OK To Love DLDDG“ zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte eine Chartposition, zwar nur Platz 60, aber immerhin. Dies galt es zu toppen, und bitteschön: Das neue Werk „Fuck Dance, Let’s Art!“ kletterte bis Platz 47 und bietet wieder ein bezauberndes Potpourri hanseatischer Northern Soul-Perlen mit griffigen Texten über Robert Mitchum, einen einsamen Matratzenmarkt und ein Leben in Rot (mit purpurnen Blitzen). Es klingt, als hätten sich die Modern Lovers zusammen mit Style Council im Übungsraum der Kunsthauptschule eingeschlossen. Bravo. Bravo. Kopf in Nacken. (3.10. Milla)

Als das Pariser Kollektiv Nouvelle Vague 2004 ihre ganz eigenen Versionen von Popklassikern zum ersten Mal veröffentlichte, war die Musikwelt begeistert und die Platte drehte sich in Dauerrotation zwischen Cocktail-Party, Beach-Bar und verschwitzter Studentenbude. Unter der Leitung von Marc Collin und Olivier Libaux war eine extrem cool wirkende Mischung aus New Wave und Bossa Nova entstanden, das ist jetzt genau 15 Jahre her. Dieses Jubiläum will das Kollektiv, das inzwischen fünf Alben vorzuweisen hat, mit einer nostalgischen Show feiern. Wie damals begeben sich die Franzosen mit akustischer Gitarre, Keyboards und zwei Sängerinnen auf die Bühne und lassen so die alten Zeiten stimmungsvoll erneut aufleben. (6.10. Muffathalle)

Es fällt schwer, Stereo Total musikalisch in eine Schublade zu stecken, denn das Duo möchte lieber seine Freiheit genießen und Spaß haben. Richtig guter Pop-Trash aus Deutschland ist selten und mit französischem Akzent einzigartig seit gut 25 Jahren. Gegründet wurde Stereo Total 1993 von Brezel Göring und Françoise Cactus, die es verstehen, mit ihrem eklektischen Sound aus Rock’n’Roll, Trash, Beat und Avantgarde und großartigen Stücken wie „Liebe zu dritt“ oder „Du bist gut zu Vögeln“ das Publikum mit franko-berlinerischem Witz zu verzaubern. Großer Spaß zum Tanzen! (7.10. Strom)

Greta Kline alias Frankie Cosmos, die Tochter von Kevin Kline, hat bereits früh New Yorks Musikszene entdeckt und darin auch für sich ein Ventil gefunden. Keine großen Statements, keine noch größeren Gesten, sondern das Talent, Situationen und Beziehungen mit kindlicher Aufrichtigkeit zu betrachten. Mit der unbeschwerten Mischung aus jugendlicher Unbekümmertheit, dem besonderen Gespür für Harmonien und charmanter Verschrobenheit. Energie geladen und voller Poesie, das ist die Musik von Frankie Cosmos. Man darf gespannt sein. (8.10. Heppel & Ettlich)

Es ist wirklich fraglich, warum es so arg lange gedauert hat, bis Lee Fields zu seinem hochverdienten Comeback-Erfolg gekommen ist. Der ungefähr 70-Jährige ist, das beweist er allabendlich bei seinen vielen Konzerten, einfach ein großartiger Soul-Entertainer, der ohne weiteres auch in einem Atemzug mit James Brown oder dem ebenfalls spätberufenen Charles Bradley genannt werden kann. Fields hat mit allen Größen von James Brown über B.B. King, Kool and the Gang und Bobby Womack bis Charles Bradley zusammengearbeitet und ist mit diesen Legenden auf Tour gewesen. Mit Songs wie „Everybody Gonna Give Their Thing Away to Somebody“, „Funky Screw“ oder „The Bull Is Coming“ hat Lee Fields dem Soul neuen Atem eingehaucht, als er gerade in die Bedeutungslosigkeit zu rutschen drohte. Pflichttermin. (9.10. Technikum)

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