Konzert-Highlights

Die ersten Konzert-Highlights im September

Amanda Palmer am 11. September in der Alten Kongresshalle

Das musikalische Spektrum kann sich wieder sehen lassen

Früher hießen sie Thee Oh Sees, nun hat man auf Oh Sees verkürzt: Angeführt von John Dwyer hat die Gruppe aus San Francisco seit 2006 circa 17 Alben veröffentlicht, musikalisch angesiedelt zwischen Garage Rock, Psychedelic, Krautrock und neuerdings immer deutlicheren 70s-Prog- und Space-Rock-Anklängen. 

Live kann man immer wieder feststellen, dass die Oh Sees eine Bank sind, auf die man sich verlassen kann: Gitarrist und Sänger John Dwyer steht in kurzen Hosen mit sehr hoch hängender Gitarre am linken Bühnenrand und spielt sich um den Verstand, vom Bassisten auf der rechten Seite trennen ihn gleich zwei Schlagzeuger, die am Bühnenrand für den Punch sorgen. Nun kommen sie wieder einmal vorbei, um das aktuelle Album „Smote Reverser“ live vorzustellen. Support: Aluk Todolo (30.8. Strom)

Gerade noch war die Pop-Punk Band Trash Boat um Sänger Tobi Duncan als Tour-Support von While She Sleeps unterwegs und auch bei der erstmaligen Pop-Punk-Indoor-Festival-Tour „Galaxy Camp“ waren die Briten der heimliche Headliner. Mit drei Singles, zwei EPs und zwei Alben kann die Band schon jetzt auf eine prall gefüllte Setlist zugreifen, welche die Konzerte jedes Mal zu einem regelrechten Hardcore-Erlebnis werden lassen. Zwischen Sing-Along-Parts und fetten Monster-Riffs, bietet Trash Boat ein Potpourri an Emotionen, welches vom Besucher entweder Freudentränen oder Schweißausbrüche abverlangt. (3.9. Feierwerk Kranhalle)

Eine gute Nachricht für die Freunde anspruchsvoller Popmusik: Der Kölner Chris Klopfer und die Australierin Kat Frankie sind wieder mit ihrem Projekt Keøma am Start. Endlich, muss man sagen, denn ihr gefeiertes Debütalbum liegt jetzt schon einige Jahre zurück. Nun stellt das Indie-PopDuo das Nachfolgewerk mit dem brasilianischen Titel „Saudade“ vor. Entsprechend weniger düster gehen die beiden diesmal vor, als Inspiration dienen Bossa Nova ebenso wie Afro-Pop. Einen Vorgeschmack bekamen die Fans bereits mit dem Fernweh fördernden Song „Lovers“, mit dem liebessehnsüchtigen „Rich Man“ und dem hoffnungsvollen „Young“, einem Lied, das einen ermahnt, niemals den Entdeckergeist zu begraben. (5.9. Ampere)

Rock-Urgesteine gemeinsam in München: Mit Manfred Mann‘s Earth Band und Glenn Hughes werden zwei absolute Legenden gemeinsam im Circus Krone gastieren. Gegründet wurde Manfred Mann‘s Earth Band 1971, seitdem ist die Gruppe um ihren Namensgeber und Keyboarder nicht mehr aus der Rockszene wegzudenken. Hits und Interpretationen verschiedener Künstler von Bruce Springsteen bis Bob Marley sind zeitlos und haben die Jahrzehnte bestens überstanden: „Blinded by The Light“, „Spirits In The Night“, „Davy’s On The Road Again“, „Redemption Song“, „For You“ und auch „Mighty Quinn“ haben ihr eigenes Leben entfaltet. Nach einer ausverkauften Deutschlandtournee letztes Jahr kommt der ehemalige Deep Purple-Bassist und Sänger Glenn Hughes wieder zurück nach München mit seinem „Glenn Hughes Performs Classic Deep Purple“-Programm. Als Mitglied von Deep Purple hat der Bassist/Sänger zwischen 1973 und 1976 maßgeblich mit dazu beigetragen, ein ganzes Genre zu definieren, denn die Band zählte zu den einflussreichsten und bahnbrechendsten Classic RockActs aller Zeiten. (6.9. Circus Krone)

Autotune goes live: Holy Modee X Morten gehen nach ihrem ersten gemeinsamen Werk „Global Players“ nun erneut den Weg der Zusammenarbeit – obwohl die beiden AutotuneSpezialisten jeder für sich schon einen Hit nach dem anderen kreieren. Aber die Arbeit an den Tonreglern im Studio ist nur eine Facette von Holy Modee und Morten, denn ihre besonderen Stärken liegen vor allem im Live-Betrieb, wo sie schon für Marvin Game oder Mauli grandios eröffneten. Nun wurde es Zeit, dass die beiden Kollegen sich für eine erste gemeinsame Tour entschieden – und sei es nur, das Spielchen mit der elektronisch modifizierten Stimme live vorzustellen. (9.9. Ampere)

Einst aus Neuseeland emigriert, nun in Bern ansässiger Ex-Dead Brother: Delaney Davidson verbindet auf originelle Weise Voodoo-Blues und GarageTwang mit dem Power-PopSongwriting von down under - eine prima Mischung mit griffigen und abwechslungsreichen Ergebnissen. Erinnerungen an Tom Waits, Slim Cessna, Screamin Jay Hawkins, aber auch australischen Americana kommen auf, Rocka - billy-Drums und eine Backgroundsängerin hat er an seiner Seite, auch allerlei klackerndes Rhythmusgeschirr und wilde Gitarren zwischen Twang und Fuzz vor die Brust geschnallt. Immer wieder wagt Davidson aber auch einen Ausbruch aus der schweißtreibenden Welt von Bluesgitarre und Orgel mit Songs, auf denen seine Stimme eine überraschende Klarheit besitzt. (9.9. Unter Deck)

Ende März veröffentlichte die kanadische Band Wintersleep ihr bereits siebtes Album „In The Land Of“, nun kommen sie vorbei, um die neuen Songs zum ersten Mal live in Deutschland zu präsentieren. Nicht nur Fans dürfen sich bei den kommenden Shows auf die vielseitigen, wunderbar dunklen, melodischen und dynamischen Rocksongs freuen, die zum Nachdenken und zur Selbstbeobachtung ermutigen. Die Band um Sänger und Mastermind Paul Murphy stammt aus dem kanadischen Halifax und steht für atmosphärischen Alternative-Rock. Seit mehr als 15 Jahren sind sie nun unterwegs und teilten sich bereits mit den Editors, Frightened Rabbit oder Pearl Jam die Bühne. Und: Paul McCartney hat sie sogar höchstpersönlich als Support-Act ausgewählt. (11.9. Milla)

In den letzten Jahren hat sich die als Sängerin von The Dresden Dolls bekannt gewordene Amanda Palmer unzähligen Projekten und Fragmenten gewidmet. Nun wurde es Zeit für ein weiteres Soloalbum der polarisierenden Künstlerin seit dem 2012 veröffentlichten „Theatre Is Evil“: Im März erschien mit „There Will Be No Intermission“ eine Platte, auf der vor allem die Schattenseiten der Existenz im Allgemeinen und Amandas persönliche Krisen im Besonderen beleuchtet werden. Das Album ist komplett durch Crowdfunding finanziert worden, Fans waren gar aufgefordert, der Sängerin beim Schreiben zu helfen. Ideen und Kommentare aus diesem Austausch flossen in den Text der Klavierballade „Drowning In The Sand“ ein, in der Palmer versteckte Verbindungen zwischen politischen Unruhen, dem Klimawandel, dem damals gerade tobenden Hurrikan „Harvey“, der Sonnenfinsternis, dem grassierenden Internethass und Taylor Swift erkundet. Man darf gespannt sein. (11.9. Alte Kongresshalle)

Mit seinem Southern California-Country und zwei bisherigen Alben hat er sich in der Szene bereits einen Namen gemacht: Sam Outlaw. Geboren als Sam Morgan, zieht seine Familie von Aberdeen/South Dakota nach Kalifornien, als er zehn Jahre alt ist. Seine Eltern sind konservative Christen, die ihrem Sohn verbieten, moderne Musik zu hören. Trotzdem entdeckt er Western-Swing-Bands wie Asleep At The Wheel und die Beatles, später dann Emmylou Harris und George Jones; besonders Letzterer inspiriert Sam, sich intensiver mit Gitarrenspiel und Songwriting zu befassen. Und das mit Erfolg: bereits auf seinem Debüt spielte Ry Cooder mit, das zweite Album „Tenderheart“ sorgte für ausverkaufte Tourneen, auf der kommenden Tour wird er bereits Songs seines Ende August erscheinenden dritten Albums vorstellen. (11.9. Strom)

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