Konzert-Highlights

Die Konzert-Highlights zum Monatswechsel

The Specials

Helden der Arbeiterklasse und harmonische Alleskönner

Angeführt von Frontmann und Songschreiber Justin Sullivan, begab sich die Gitarrenfolkrockband New Model Army auf eine fast 40jährigen Reise, die nicht nur musikalische Meilensteine, sondern auch eine weltweite Fangemeinde hervorgebracht hat. 

Im Laufe der Jahre kamen und gingen Bandmitglieder und der Musikstil hat sich weiterentwickelt, aber das Herzstück der Band, Justin Sullivan, blieb dabei. Das aktuelle Album „From Here” wurde zu Beginn des Jahres auf der kleinen norwegischen Insel aufgenommen. Das Album reflektiert die beeindruckende Isolation der Um - gebung und birgt dennoch „tiefgrün - dige Nachrichten für die Welt in der wir alle leben, in der Zeit, die wir erleben“. Eighties-Klassentreffen garantiert. (25.10. Backstage)

Ein Fest für Indierock-Fans: Malcolm Middleton ist zurück, circa mit seinem siebenhundertsten Studioalbum, wie er selbst schmunzelnd feststellt. Man kennt ihn als Gitarristen und Songschreiber vor allem aus seiner Zusammenarbeit mit Aidan Moffat bei der legendären schottischen Band Arab Strap oder aber für Songs mit Titeln wie „Fuck It, I Love You“, „We’re All Going To Die“ oder „Ballad Of Fuck All“. 2018 erschien „Bananas“, das aktuelle Album, welches in Zusammenarbeit mit Paul Savage (Mogwai) entstanden ist und wieder einmal, laut Malcolm Middleton selbst, „melodic bits and interesting lyrics” enthält. Die vom alltäglichen Leben berichten und manchmal einen etwas bitteren Nachgeschmack wie alter Tee zurücklassen. (25.10. Drossel & Zehner)

Die Irish Times hat das schön gesagt: die Energie von Wallis Bird könnte eine ganze Volkswirtschaft in Schwung bringen. Sie ist zuverlässiger Garant für die explosive Mischung von Musikstilen. Seit Jahren spannt sie ihre Stimme wie ein Stahlseil zwischen unterschiedlichen Musikgenres und lässt sich dabei in ihren musikalischen Ambitionen nicht irritieren. Das muss man können, sich so sicher im Koordinationssystem zwischen Folk, Rock, Pop und Soul zu bewegen. Seit fünf Alben wächst ihr Ansehen stetig, wobei sie auch häufig mit Janis Joplin verglichen wird. Wallis beherrscht zudem die Kunst der Improvisation und verwandelt Konzerte in mitreißende Happenings. (25.10. Technikum)

Nach 12 Jahren ohne Plattenveröffentlichung unter eigenem Namen und mit eigenen Songs (also abgesehen von dem Tribute „die Vergessenen“ und einigen Fraktus Tonträgern) veröffentlichte Rocko Schamoni nun sein achtes reguläres Album „Musik für Jugendliche“. Hier entstanden neun Songs und eine Reprise, die sich stimmungsvoll entfaltet zwischen dem 70er-Jahre-Italo Pop eines Lucio Battisti, Filmscore-Zitaten des Schamoni Idols Ennio Morricone oder aber der soulesken Trockenheit eines Michael Kiwanuka. Übrigens gerade rechtzeitig erschienen zu seinem 35-jährigen Bühnenjubiläum, denn im Jahr 1984 begann seine lange, schlingernde Bühnenkarriere. (27.10. Ampere)

Im Fraunhofer hat wieder die Frühschoppen-Saison begonnen und ähnlich wie im Herzkasperlzelt auf der Oidn Wiesn gesellt sich zu bayerischen Spezialitäten richtig gute Musik. Los geht es mit der Schicksalscombo, eigentlich nur zu neunt, steht diese Gruppe wie kaum eine andere fürs Tausendsassatum. Diese verblüffende Numerik ergibt sich schlicht daraus, dass hier multiple musikalische Persönlichkeiten mit Anarchie und Können ausgelebt werden: Alte Schlager und Brecht-Weill-sches Liedgut prallen auf satte Elektronik, bayrische Jodler, rumpelnde Shanties, melancholische Chansons oder schmissige Operetten-Stücke. (27.10. Fraunhofer, ab 11 Uhr)

Erst neulich wieder gehört in der Redaktion und für Evergreen-tauglich befunden: „Marliese“ von Fischer-Z vom Album „Red Skies Over Paradise“. John Watts und seine Combo verbanden Anfang der Achtziger Jahre geschickt Reggae und New Wave mit großen Popmelodien und gehörten zu den Abräumern in der Jugenddisco. Watts startete nach dem erwähnten Hitalbum eine Solokarriere, konnte aber nie an die Erfolge seiner Band anschließen, weshalb er sie wohl bereits 1987 wiederbelebte in anderer Besetzung. So ging das weiter on/off mit Solo und Band, seit 2015 spielt er wieder unter dem Bandnamen. Nun kommt er mit dem neuen Werk „Swimming In Thunderstorms“ vorbei, um dieses live vorzustellen. (28.10. Backstage)

„Scream“ von Stef Chura ist ein wirklich gelungener Lo-Fi-Punk-Song, den man problemlos in die frühen 1990erJahre (Sleater-Kinney, Liz Phair) verorten könnte. Als das Stück verdientermaßen zur Single erkoren wurde, ist das Label Bankrott gegangen. Auch das Turnhallenvideo mit bekifften Highschool-Film-Referenzen zieht täuschend realistisch alle 90er-Register. Doch bei Stef Chura handelt es sich nicht um eine Zeitgenossin von Barbara Manning, sondern um eine aktuelle Künstlerin von Conor Obersts Label Saddle Creek, auf dem das Album „Midnight“ nun veröffentlicht wurde. Support: Telareport (29.10. Glockenbachwerkstatt)

Kommt er, kommt er nicht? Kann er spielen oder fällt er von der Bühne? Fragen über Fragen, aber eins steht fest – Peter Doherty schart eine eingeschworene Fangemeinde um sich, vor allem zusammen mit seinem Kollegen Carl Barât als zweiten Frontmann bei der Band The Libertines. Die größte englische Rockband nach Oasis implodierte 2004 nach zwei grandiosen und wegweisenden Alben, was bekanntlich an den Drogen-Eskapaden des kaputten Genies Peter Doherty lag. Vor drei Jahren ist mit „Anthems For Doomed Youth“ ein weiteres Libertines-Album erschienen und wer Songs wie „Gunga Din“, „Heart Of The Matter“ oder „Iceman“ hört, weiß, was diese Band so einzigartig macht: große Melodien bei maximaler Indierock- & Punk-Attitüde. (4.11. Tonhalle)

Die Schwedin Anna Ternheim erlaubt mit ihren hochpersönlichen Songs einen tiefen Einblick in ihre introspektiven Gedanken und formuliert eine dunkle Schönheit, die unmittelbar berührt. Seit dem 2004 veröffentlichten Debütalbum „Somebody Outside“ wird die Sängerin und Gitarristin in ihrer Heimat Schweden sowie in Westeuropa und den USA mit stetig wachsender Begeisterung für ihre Musik geschätzt. Die 40Jährige, die zu ihren großen Einflüssen Künstler wie Bob Dylan, Leonard Cohen und Tom Waits zählt, stand bereits mit der Nashville-Produzenten-Legende Dave Ferguson ( Johnny Cash) auf der Bühne der Muffathalle. Nun stellt sie ihr neues Album „A Space For Lost Time“ vor, man darf gespannt sein, wie sie dieses erneut höchst gelungene Werk live umsetzt. (6.11. Technikum)

Ende der 70er Jahre waren The Specials eine der coolsten Bands der Welt – und kaum wartet man ein paar Jährchen, schon sind sie wieder da und zwar mit neuem Album im Gepäck. Die verbleibenden Originalmitglieder Terry Hall (Sänger), Horace Panter (Bassist) und Lynval Golding (Gitarrist) strahlen auch im deutlich höheren Alter noch immer diese Rude-Boy-Coolness aus, die immer zwischen Charme und der „Auf’s Maul!“-Attitüde der britischen Working Class schwankt. Auch der klassische von Ska und Reggae beeinflusste Sound entzieht sich dem Alterungsprozess und klang schon damals zeitlos gut, wie das starke Comeback-Album „Encore“ eindrucksvoll beweist. Fans dürfen sich live auch auf Hits wie „Ghost Town“, „Too Much Too Young“, „Concrete Jungle“ und „Rat Race“ freuen, eine ganz große Party wird das, soviel steht fest. (7.11. Tonhalle)

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