Konzert-Highlights

Die Konzert-Highlights im März

Jungstötter am 14.3. im Milla

Provokante Genies, alte Avantgarde und entspannte Psychos

Es war eher ruhig um den Mann und seine Band, doch mit der Werkschau „Blank Expression – A History Of Singles“ spielten sich Phillip Boa And The Voodooclub wieder zurück auf größere Bühnen. Sein aktuelles Album „Earthly Powers” stieg gleich mal auf Platz 3 der Charts ein, mittlerweile hat er mit „Dirty Rainbow Brigade“ die fünfte Single daraus ausgekoppelt, ein schöner Song, den man fast schon als Hommage an David Bowie, seit jeher eines der großen Vorbilder Boas, verstehen kann.

Mit diesem hat er sich schon den Produzenten Tony Visconti geteilt, ein Abend mit Phillip Boa ist auch eine wunderbare Zeitreise durch die anspruchsvolle Musikgeschichte der letzten vier Jahrzehnte. (9.3. Technikum

Das hat sicher genervt, als die Leute vor ein paar Jahren wegen der Vorband Wanda, die gerade „Amore“ veröffentlichten, in die Clubs gestürmt sind. Geschadet hat es dem Nino aus Wien nicht, zu Recht kann der wahre Erfinder des „Neuen Wiener Undergrounds“ jetzt die Früchte seiner Arbeit ernten. Wer die letzten ausverkauften Shows im Milla verpasste, hat hier wieder eine Gelegenheit, den Amadeus-Preis-Gewinner 2016 live zu sehen. Präsentiert wird das neue Album mit dem programmatischen Titel „Der Nino aus Wien“, produziert wurde es von Paul Gallister (Wanda, Conchita uva.). Wie gesagt, die Früchte ernten, solange sie aus Wien kommen. (9.3. Lustspielhaus

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Songs, die für Gänsehaut-Momente sorgen: Der Australier Ry X machte sich zunächst einen Namen im Elektronika-Umfeld – als er gemeinsam mit Frank Wiedemann von Âme unter dem Namen Howling und mit Adam Freeland und Steve Nalepa als The Acid in der Welt der Clubs unterwegs war. Während seiner Reisen wuchs in ihm, wahrscheinlich als Ausgleich, auch die Begeisterung für zerbrechliche, akustische Songs. Daraus resultierte die gefeierte EP „Berlin“, die im Netz millionenfach gestreamt wurde, jetzt liegt ein komplettes Album namens „Unfurl“ vor, auf dem Ry X seine Singer-Songwriter-Hymnen mit dezenten elektronischen Mitteln sowie orchestralen Momenten versetzt und wohl auch live für Gänsehaut sorgen wird. Support: Hannah Epperson (9.3. Tonhalle

Ganz entspannt geht die 2006 gegründete Psychedelic-Space-Rockband Wooden Shjips aus San Francisco auf ihrem neuen Album „V.“ zur Sache. Das Quartett, bestehend aus Gitarrist und Sänger Erik „Ripley“ Johnson, Bassist Dusty Jermier Bass, Nash Whalen am Keyboard und Omar Ahsanuddin am Schlagzeug, versteht das Al bum, optisch als auch inhaltlich, als eine „Art Friedenszeichen, das sich auf die Kraft der Ruhe, Schönheit und des Widerstands konzentriert: Balsam gegen den Lärm und Wahnsinn“. Früher war der Sound zwar etwas exzessiver, aber immer noch stehen motorische Rhythmen, angetrieben von breiten verzerrten Gitarren und der verwunschene Gesang von Ripley im Mittelpunkt. (12.3. Import Export)

White Lies am 15.3. in der Neuen Theaterfabrik

Fabian Altstötter ist kein unbeschriebenes Blatt, denn er gründete bereits als Jugendlicher mit Freunden die Elektropop-Formation Sizarr. Der Sound war ebenfalls jugendlich, wenn sich auch deutliche Kenntnisse der Popgeschichte wie auch eine Ästhetik der Melancholie zeigten, die nun in seinem neuen Soloprojekt namens Jungstötter voll ausgelebt werden. Klar, ging da ein Umzug vom beschaulichen Landau ins düstere, drogenumnebelte Berlin voraus, der richtige Bodensatz für das Debütalbum „Love Is“, das mit wunderbaren Songs aufwarten kann, die musikalisch und stimmlich irgendwo zwischen Scott Walker, Morrissey, Bryan Ferry oder Nick Cave & The Bad Seeds angesiedelt sind. Optisch könnte er der Zwillingsbruder von Jesper Munk sein, der auch musikalisch eine ähnliche Entwicklung durchgemacht hat. Jetzt muss nur noch der Rest der Welt von den beiden Croonern aus Berlin erfahren. Support: UMA (14.3. Milla

Ok, da war schon die eine oder andere Abschiedstournee angekündigt, fest steht, dass Ted Milton, ewiger Veteran der radikalen britischen Musikszene und seine Formation Blurt jetzt bereits seit 40 Jahren auf der Bühne stehen und ihr Anarcho-Punk-Jazz heute noch so frisch und abseitig wie damals klingt. Wahrscheinlich liegt es an der Energie, die der Poet, Sänger und Saxophonist live mit seinen Kollegen Steve Eagles an der Gitarre und David Aylward an den Drums entwickelt. Blurt haben in unterschiedlicher Besetzung bis heute rund 30 Alben veröffentlicht – aber richtig erschließt sich Miltons Sound zwischen Zärtlichkeit und Härte nur live. Pflichttermin. (15.3. Import Export

Die Stimme wurde nicht ganz zu Unrecht schon mit Joy Divisions Ian Curtis verglichen: Sänger und Gitarrist Harry McVeigh, Bassist Charles Cave sowie Schlagzeuger und Keyboarder Jack Lawrence-Brown spielen unter dem Namen White Lies seit gut zehn Jahren ihren vom New Wave beeinflussten Post-Punk-Pop. 2009 brachten sie ihr stilprägendes Debütalbum „To Lose My Life…“ heraus und landeten direkt auf Platz eins der britischen Charts. Die elegische Breite der Songs, die Melancholie in Harry McVeighs Gesang, warme Melodien und eisiger Klang werden zum Markenzeichen. Auf ihrem neuen Album „Five“ lässt die Band wieder eine Mischung aus Synthiepop, Britpop und 80ies-New Wave hören, neu ist das nicht, aber auch nicht schlecht. Support: Boniface (15.3. Neue Theaterfabrik

Wenn schon Coverversionen, dann von Laibach . Das Künstlerkollektiv mit dem provokanten Hang zu unterschiedlichster ideologischer und politischer Symbolik formierte sich 1980 in der kommunistischen Industriestadt Trbovlje. In ihrer Heimat Jugoslawien standen sie einst auf dem Index und in Nordkorea durften sie als erste westliche Band auftreten. Auf der aktuellen Tour spielen Laibach mit den Gastvokalisten Marina Martensson und Boris Benko unter anderem Stücke ihres aktuellen Albums „The Sound of Music“. Aber auch Songs aus „Also sprach Zarathustra“, „Sympathy for the Devil“, „Kapital“, „Volk“ und „Laibach Revisited“ sowie Covers wie „Life is Life“ oder „Final Countdown“ stehen auf dem Programm. „Popmusik ist für Schafe und wir sind Schafhirten, verkleidet als Wölfe“, so ein Statement der Band. Dem ist nichts hinzuzufügen. (18.3. Muffathalle)

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