Konzert-Highlights

Die Konzert-Highlights im April

Lali Puna am 11. April im Strom

Große Gesten und größenwahnsinnige Schnulzen

Viele kennen sie vom Indie-Duo Me And My Drummer, nun wandert Charlotte Brandi auf Solo-Pfaden und legt mit ihrem Debüt „The Magician“ ein bemerkenswertes Album vor. Dabei hält sie nichts von Kompromissen, aber dafür umso mehr von einem „Wall Of Sound“ und üppiger Instrumentierung, die sich um das tonangebende Leadinstrument Klavier rankt. Klavierspielen hat sie sich einst selbst als Kind in ihrer Geburtsstadt Dortmund beigebracht. Dass es dort nicht immer einfach war, zeigt nicht nur ihre Single „My Days In The Cell“, wo sie die Einsamkeit ihres Lebens dort beschreibt. Support: MCCHAOS (7.4. Ampere)

Auf dem neuen Album „More Than A Feeling“ sind die Goldenen Zitronen arbeitsteiliger vorgegangen, eher so wie zeitgenössische Hiphop-Produktionen entstehen – jeder kocht sein Süppchen, danach wird alles clever zusammengebastelt. Als Zutaten seien hier Acid, DAF, Ernst Busch, Kendrick Lamar, Punkrock, Störgeräusche, Experimente mit Sequencer und Drummachines erwähnt. Die Goldies äußern sich immer so, wie es bisher niemand gemacht hat, musikalisch und inhaltlich. (8.4. Strom)

Sie gelten als Norwegens beste Partyband und versprühen schon fast krampfhaft gute Laune, die bei ihren Livekonzerten zu einem jugendlichen Hüpfburg-Pogo führt: Kakkmaddafakka. Bei ihnen mischen sich Elemente aus Rock, Rap, Disco und Pop zu nettem Indie-Pop. Dabei trumpfen sie mit funkigen Gitarren-Riffs, den erwähnten hopsenden Grooves und mitreißenden Mitsing-Refrains auf. Für ihre neue Platte „Diplomacy“ versprechen die „Party Animals“, wie sich der Bandname ins Englische übersetzen lässt, noch mehr Größe – vor allem live. Mit der neuen Single „Naked Blue“ zeigen sich die Musiker um die beiden Brüder Axel und Pål Vindenes jedenfalls wieder von ihrer allerbesten Seite: im Sommer, am Meer, mit hübschen Mädchen. Support: Egge (9.4. Muffathalle)

Echte Wiener Urgesteine gehen nicht unter und sind nicht nur in ihrer Heimatstadt schwer angesagt: Ernst Molden & Der Nino aus Wien. Gemeinsam durchstreifen die beiden Musiker einen ganzen Abend unter dem Motto „Unser Österreich“ lautmalend ihre Heimatstadt und suchen all die großen Vorbilder auf. Das Schönste von Danzer bis Ambros, von Heller bis Hirsch, das Wien der 1970er und 80er Jahre in neuer, entschlackter, heutiger Form. Sie bringen das „Great Austrian Songbook“ mit zwei Gitarren auf die Bühne und präsentieren natürlich auch ihre eigenen besten Songs; mal solo, mal im Duo, Schmäh inklusive. (9.4. Ampere)

Lali Puna am 11. April im Strom

Ihre Musik entführt in eine Welt des Klangs: Soap&Skin. Man wäre ins Mark getroffen, sei ergriffen von dieser Musikalität, schrieb die Presse begeistert über das neue Album „From Gas To Solid / You Are My Friend“ von der Multiinstrumentalistin Anja Plaschg. Ein Werk, mit dem die Österreicherin eine große musikalische Bandbreite beweist zwischen stiller Elektronik, militärisch anmutenden Trommelwirbeln, ChoralStimmung, erdig-ätherischem Grandezza, imposant-dynamische Schönheit – Soap&Skin ist einfach besonders. Als Support hat sich Anja Plaschg ihren Duettpartner Jungstötter eingeladen – wenn der Berliner Crooner den Tod von Scott Walker überwunden hat, steht einem grandiosen Auftritt nichts im Wege. (10.4. Muffathalle)

Formationen wie Hip Young Things, Speed Niggs, Sharon Stoned oder Floor bewiesen in den Neunzigern mit Frische und Eigensinnigkeit, dass es auch Vorteile haben kann, abseits aller Musik-Zentren zum Beispiel in Bielefeld oder Minden aufzuwachsen. Die beiden Köpfe dieser Szene waren Dirk Dresselhaus, der später als Avantgarde-Elektronik-Musiker Schneider TM Karriere machte, sowie Christopher „Krite“ Uhe, mittlerweile eine führende Instanz im Bereich der Theatermusik. 1991 gründeten sie Locust Fudge mit experimentellem Lo-Fi—Pop, der nun wieder live präsentiert wird. Als Support haben sie sich Fuck Yeah eingeladen, die mit ihrem Glam-PostPunk-Indierock den Abend eröffnen. (13.4. Feierwerk Kranhalle)

Art Brut veröffentlichten ihr Debüt-Album „Bang Bang Rock & Roll“ zur Hochphase des Britischen-Indie der 00er Jahre und zählen seitdem zur legendären „Class of 2005“. Sieben Jahre nach ihrer letzten LP und einem Best-Of Album 2013, melden sich die Briten mit ihrem fünften Album „Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out!“ nun zurück. Charakteristisch für die Band ist nach wie vor der Sprechgesang von Eddie Argos, der auf erfrischende Weise jeden Song unverwechselbar macht. Mit ihrer wilden, spontanen Art sorgen sie dafür, dass jedes Konzert zur Party wird. Support: Sofia Portanet (15.4. Feierwerk Hansa 39)

Die natürliche Kraft und Schönheit der Wellen, die stille Bedrohung des Wassers und das Ertrinken durch unüberhörbare Sehnsucht zum Ozean gehen auf „Being Water“, dem neuen Album von Lali Puna Hand in Hand. Statt einer Pause „biblischen Ausmaßes“ brauchte es dieses Mal keine zwei Jahre, bis Valerie Trebeljahr ihre kreativen Schöpfungen erneut auf Platte bündeln wollte und konnte. Cover und Titel sagen Natur, die Musik auch. Zur industriell anmutenden und zwielichtigen Zärtlichkeit von der „Two Windows“-EP gesellt sich nun eine Lebensfreude – wo früher einiges nur tanzbar war, könnte manches jetzt sogar ein Lächeln auf die Tanzfläche bringen. (11.4. Strom)

Keines ihrer Alben klingt wie das andere – und doch ist es immer Lambchop. Auch die Besetzung ändert sich ständig. Aber alles dreht sich um den künstlerischen Pol, um Mastermind Kurt Wagner, dem großen Liebhaber der Veränderung. Lambchop ist längst eine der innovativsten Bands der US-Szene, die die verschiedensten Stile wie Folk und Country mit Soul und Urban Electronica zu einem ganz eigenen, unnachahmlichen Sound verbindet. Nach dem experimentellen elektronischen Werk „Flotus“, kommen auf dem neuen Album „This (Is What I Wanted To Tell You)“ nun auch wieder ein paar mehr konventionelle Instrumente zum Einsatz – der Vocoder-Gesang ist aber erst mal geblieben. Support: Joyero (18.4. Muffathalle)

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