1. Startseite
  2. Konzerte

Klassik im Januar: Im Dreivierteltakt ins Neue Jahr 

Erstellt:

Von: Andreas Platz

Vladimir Jurowski feiert das Jubiläum des Staatsorchesters
Vladimir Jurowski feiert das Jubiläum des Staatsorchesters © Peter Meisel

Für Musikfans beginnt 2023 mit populären Klassikern und einer Reihe von interessanten Raritäten 

Das Neue Jahr begrüßt man nicht nur im Wiener Musikverein immer wieder gern mit mitreißenden Walzermelodien. Anders als die Kollegen in der Donaumetropole gönnen die Münchner Symphoniker ihrem Publikum dabei jedoch erst einmal einen Tag zum Entkatern, ehe man am 2. Januar umso schwungvoller im Dreivierteltakt den Konzertreigen für 2023 eröffnet. Unter der Leitung des in der Leichten Muse bestens erfahrenen Andreas Kowalewitz erklingen dann neben Operettenmelodien von Richard Heuberger und Franz von Suppé auch ebenso populäre Melodien von Smetana und Delibes. Und die Walzer der Wiener StraußDynastie dürfen natürlich nicht fehlen. (2./8.1. Prinzregententheater)

Gleich zwei Dirigenten bietet das Staatstheater am Gärtnerplatz für sein Neujahrskonzert auf, bei dem sich der scheidende Chefdirigent Anthony Bramall und Oleg Ptashnikov am Pult abwechseln werden. Die Mission des „Raumschiff Gärtnerprise“ führt dabei in klangliche Galaxien, die zum Teil am Haus lange nicht mehr erforscht wurden. Und so stehen nicht nur die Soundtracks zu „Star Trek“ und „Star Wars“ auf dem Plan, sondern ebenso klassische Kompositionen, mit denen man sich in Richtung der fernen Himmelskörper träumen darf. So unter anderem mit Offenbachs „Reise zum Mond“, Gustav Holsts „Planeten“-Suite, Haydns „Mondo della luna“ sowie mit Kurt Weills letztem Musical „Lost in the Stars“. Mit an Bord sind dabei Publikumslieblinge wie Matija Meić, Florine Schnitzel und Alexandros Tsilogiannis. (6.1. Gärtnerplatztheater)

Grund zum Feiern gibt es beim Bayerischen Staatsorchester, das tatsächlich bereits auf eine 500-jährige Geschichte zurückblicken kann. Aus diesem Anlass hat Staatsopern-GMD Vladimir Jurowski ein Programm zusammengestellt, das mit Musik von Giovanni Gabriele und Orlando di Lasso den Bogen in die Anfangsjahre des Klangkörpers schlägt, aber mit der „Alpensinfonie“ ebenso dem Hausgott Richard Strauss huldigt. Verbunden mit einem kleinen Blick in die Zukunft, in Gestalt von Bett Deans „Nocturnes and Night Rides“, das hier seine Uraufführung erlebt und dem Publikum Gelegenheit gibt sich schon einmal mit der Tonsprache des australischen Komponisten vertraut zu machen, ehe sein „Hamlet“ die kommenden Opernfestspiele eröffnet. (9./10.1. Nationaltheater)

Mehr Musik unserer Tage wartet in der Pinakothek der Moderne, wo das Münchener Kammerorchester Chaya Czernowin bei der „Nachmusik der Moderne“ ein Komponistinnen-Porträt widmet. Wobei sich mit „Moonwords (Fast Darkness III)“ gleich noch eine weitere deutsche Erstaufführung erleben lässt. Mit Bas Wiegers steht ein Mann am Pult, der hier bereits mehrfach ein gutes Händchen fürs Zeitgenössische bewiesen hat. (14.1. Pinakothek der Moderne)

Entdeckungsfreude zeigt das MKO auch bei seiner nächsten Matinee im Prinzregententheater. Denn Mozarts Adagio und Fuge KV 546 rahmten hier zusammen mit dem Klavierkonzert in C-Dur KV 503 ein Werk des polnischfranzösischen Komponisten Milosz Magin. Ausgewählt hat diese Rarität im Geiste Chopins Pianist Lucas Debargue, der damit seinen Münchner Fans zwei unterschiedliche Facetten seines Könnens präsentiert. (29.1. Prinzregententheater)

Direkt danach übernimmt dann schon wieder das Rundfunkorchester das Prinze. Am Abend wartet als Fortsetzung der Sonntagskonzerte gleich noch Jules Massenets selten zu hörende Oper „Ariane“ unter Leitung von Laurent Campellone. Die Solopartien werden angeführt von Mezzosopranistin Kate Aldrich und Tenor Jean-François Borras. (29.1. Prinzregententheater)

Autor: Tobias Hell

Auch interessant