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Flo Kreier von Aloa Input: „Mit Zukunft kann man immer gut leben“

Haben lange am Konzeptalbum getüftelt (von links): Cico Beck, Marcus Grassl und Florian Kreier/Angela Aux
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Haben lange am Konzeptalbum getüftelt (von links): Cico Beck, Marcus Grassl und Florian Kreier/Angela Aux

Neues von Übermorgen: Das Aloa-Input-Album „Devil’s Diamond Memory Collection“ will aus der Zukunft aufs Heute zurückblicken. Wie genau das geht und wie sich das anhört, erklärt Multi-Musikus Flo Kreier (Angela Aux).

Hallo Herr Kreier, Gratulation zum neuen Album. Man ist ja notgedrungen geduldig geworden dieser Tage. Aber warum mussten die Fans denn zuletzt so lange – fünf Jahre - darauf warten?
14 Bands und 5 Kinder um genau zu sein. Das geht schneller als man denkt. Glücklicherweise sind wir nur zu dritt. Wenn wir zu siebt wären, gäbe es noch mehr Bands und Kinder. Dann hätte es noch länger gedauert. 

Dass bei Aloa Input viel und tief nachgedacht wird, darauf konnte man sich ja auch bislang schon verlassen. Wie kam aber trotzdem die Idee eines Konzeptalbums zustande?
Es hat sich über die Monate so ergeben. Konzeptalbum ist vielleicht ein bisschen zu hochgestochen. Es ist einfach ein zusammenhängendes Cluster von Songs, in Erzählung und Musik. Alles ergänzt sich über die ganze Länge des Albums, es ist eine schöne Reise. 

Wer die Band kennt, weiß um die – im positiven Sinne – Bastler- und Sammler-Natur der Mitglieder. Wie schwer fällt es eigentlich, sich aus der Fülle des Materials heraus dann doch einmal für einen Endstand zu entscheiden?
Schon schwer. 

Das Problem kennen natürlich viele Künstler dieser Tage, aber neugierig ist man dann eben doch, wie es Aloa Input gelöst hat: Wie tauscht man sich denn dieser Tage aus, wenn die üblichen Kontakte – auch über die Landesgrenzen hinaus – so schwer zu erreichen sind?
In einer Zeit vor Sozialen Medien, Video- und Telefon-Softwares war es bestimmt schwieriger. Andererseits ging auf diese Weise die Fähigkeit zur Telepathie verloren. Wir sagen immer: Lieber eine Katze auf dem Dach als einen Hahn im Gesicht. 

„Gefühlte Ewigkeit“ als Thema: Das soll in dieser Zeit aber nicht zynisch wirken, oder?
Nein nicht. 

Den Gedanken kann man gut nachvollziehen: Aber woher nimmt man die Idee, sich einmal vorzustellen, der letzte Mensch auf Erden zu sein – und trotzdem positiv und zukunftsfroh zu bleiben?
Je länger man drüber nachdenkt, desto alternativloser ist es. Und man sollte drüber nachdenken, denn vielleicht passiert es einem ja mal. 

Schön frickelig, teilweise hypnotisch, kaum so richtig düster: Mit dieser Art von Zukunft, die euch vorschwebt, müsste man doch ganz gut leben können, oder?
Mit Zukunft kann man immer gut leben. Ohne ist halt blöd. 

Gibt’s einen guten Tipp: Wie muss man den Album-Titel verstehen?
Erklärung killt die Kunst, sagt man. 

In mehreren Bands und Kooperationen gleichzeitig zu stechen, muss ja belebend und faszinierend gleichzeitig sein. Wie hält man aber ganz praktisch die Dinge und Themen auseinander? 
Die meisten Dinge haben Beschriftungen, z.B. “AI” steht für Aloa Input. Da packt man normalerweise nicht aus Versehen die falsche Gitarre ein, nur wenn es gar nicht anders geht. Die Themen ergeben sich durch die Charaktere, da besteht auch keine Verwechslungsgefahr. Die Gefahr ist eher überall das Gleiche zu machen. Aber das kann uns nicht passieren. 

Letzte Frage: Die Frage, wie in der Rückschau die Zukunft aussieht, habt ihr nun geklärt. Was kann da als nächstes folgen? 
Das verraten wir später. 

Infos zu Aloa Input und zum neuen Album „Devil’s Diamond Meomory Collection“ (Label: Siluh Records), von dem vorab schon der Song „Atlas Daze“ erschienen ist, gibt’s hier: www.aloainput.ffm.to

Interview: Rupert Sommer

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