Interview-Reihe “Bilanz 2021 / Ausblick 2022”

Danny Kufner: „Sich davon zu erholen wird eine anstrengende und langwierige Aufgabe“

Veranstalterin Danny Kufner
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Geschäftsführerin Polarkonzerte und Veranstalterin der Sommerbühne im Olympiastadion: Danny Kufner

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Wir ziehen Bilanz und wagen einen Ausblick in Interviews mit einigen wichtigen Köpfen der Stadt. Heute an der Reihe: Konzertveranstalterin Danny Kufner. 

Wenn man die Branchen miteinander vergleicht, so ist die Kultur von den Folgen der Corona-Pandemie sicherlich in besonderem Maße betroffen. Aktuell muss sich die Livemusik-Community, also Musiker, Veranstalter, Booker, Techniker, Stagehands, Caterer u.a. vor allem mit Konzertabsagen und -verschiebungen, strengen Einlasskontrollen u.v.a. herumschlagen. Wir haben Danny Kufner, (Geschäftsführerin Polarkonzerte, Sommerbühne im Olympiastadion), um einen persönlichen Jahresrückblick gebeten.

Wie fällt deine persönliche Bilanz fürs Jahr 2021 privat und aus Unternehmersicht aus?
2021 war eine enorme Herausforderung. Hauptsächlich beruflich, aber das wirkt sich natürlich immer auch auf das Privatleben aus. Im Sommer durften wir durch die Sommerbühnen ein wenig Normalität „schnuppern“, allerdings führten die im Herbst/Winter erneut verschobenen und abgesagten Konzerte zu noch mehr Frustration.

Weitere Beiträge zur Interview-Reihe “Bilanz 2021 / Ausblick 2022”:

Holger Stromberg: “Ich glaube, Corona ist nur ein Vorgeschmack”, Christian Schottenhamel: “Gefühlt hat ‘trial and error’ die Verwaltung bestimmt”, Chris Lehner: “Ich hoffe auf eine Entspannung der Lage”, Steffen Harning: “Habe die Zeit genutzt, um noch kreativer zu sein”, Jesper Munk: “Mehr Empathie.“, Daniel Lazak: “Wie ich ‘nen Moshpit vemisse...”, Philip Bradatsch: “Aber Hauptsache, die Baumärkte bleiben unter allen Umständen offen ...“, Niko Strnad: “Und ich vertraue auf die Einzigartigkeit des Erlebens von Livemusik-Konzerten!“, Rüdiger Linhof: “Ich will sehen dass endlich was vorwärts geht.“, Tobi Ranzinger: “Der gechillte und respektvolle Umgang miteinander hat gelitten”, Christian Kiesler: “Ich würde mir hier ein bisschen mehr Ehrlichkeit, Realismus, Reflexion und Fairness wünschen...“, Mirca Lotz: “Ich rechne erstmal gar nicht sondern nehme es wie es kommt...“, Markus Naegele: “Die Freude am Leben eben nicht zu verlieren, klingt oft einfacher als es ist.“, Thomas Bohnet: “Dass wenigstens der nächste Herbst nicht wieder so ein Desaster wird.“

Was hat dich besonders genervt oder beeinträchtigt?
Besonders genervt bin ich davon, dass die Auswirkungen der Pandemie unsere Branche so hart trifft. Sich davon zu erholen wird eine anstrengende und langwierige Aufgabe.

Welche Lichtblicke hast du 2021 erlebt?
Wie schon erwähnt hatten wir eine sehr schöne Zeit mit den Konzerten der Sommerbühnen in München.

Was erhoffst du dir vom Jahr 2022?
Ich hoffe sehr dass wir ab kommendem Frühjahr wieder einigermaßen normal veranstalten können. Zumindest so dass man wieder wirtschaftlich arbeiten kann.

Was erwartest du konkret von der neuen Bundesregierung?
Ich erwarte, dass die Wichtigkeit dieser Branche mit all dem was sie zu bieten hat, gesehen wird und entsprechend unterstützt und am Leben gehalten wird. Die Auswirkungen der Pandemie sind bei uns nicht mit niederlegen der pandemischen Lage beendet. Wir werden uns mit ihnen noch sehr lange auseinandersetzen müssen.

Wann rechnest du wieder mit einer Rückkehr zur Normalität, zu Umständen wie vor Corona?
Eine „Normalität“ wie sie vor Corona war, sehe ich noch sehr lange nicht. Das würde ja bedeuten, dass wir ohne jegliche Auflagen Konzerte veranstalten können. Und das wird sicher noch lange dauern bis es soweit ist.

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