5. Queer Film Festival München

Queer Film Festival München - Lust und Liebe: JUMBO
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Lust und Liebe: JUMBO

Ist LGBTIQ+- nicht längst Mainstream?! Das fünfte QFFM will unterhalten, Diskussionen anregen, Veränderungen bewirken. Online und in den City-Kinos.

Wie gewohnt, gibt es eine feine Auswahl von vielfach prämierten Spielfilmen, Dokus, die vom Publikum heiß geliebten Kurzfilmpakete – und sogar ein Serial. Besonderes Extra: Alle Filme, bis auf zwei, kann man dieses Jahr auch Online sehen. Spätestens dann, wenn die Vorstellungen im City ausverkauft sind.

Ein paar Empfehlungen aus dem reichen Angebot:

Jeanne verliebt sich in JUMBO. Der leuchtet in allen Farben des Regenbogens, wirft sie durch die Lüfte und hält sie doch fest in seinen Armen. Jumbo ist ein Fahrgeschäft. In einem Vergnügungspark. Dass Jeanne eine Maschine begehrt, irritiert nicht nur ihre sonst so freizügig denkende Mutter. „Porträt einer jungen Frau in Flammen“-Star Noémie Merlant brilliert in diesem ungewöhnlichen, humorvollen und poetischen Coming Out. Regisseurin Zoé Wittocks fulminantes Debüt wurde 2020 in Sundance und bei der Berlinale gefeiert.

Bitterernst wird es bei WELCOME TO CHECHNYA. In Tschetschenien wurden 2017 in koordinierten Aktionen queere Menschen verfolgt, gefoltert, inhaftiert und getötet. Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow erklärt die Verbrechen seiner Milizen für Fake – da es in seinem Land ja ohnehin keine queeren Menschen gäbe. Regisseur David France begleitet in seinem Dokumentarfilm eine Gruppe sehr mutiger Aktivist*innen, die versuchen, sich und Mitglieder der LGBTQI*-Community zu retten. Der ungemein wichtige Film gewann bei der Berlinale 2020 den Panorama Publikumspreis und den neuen Teddy Activist Award.

Wo möchte ich leben – und wie? Ein Sommer in Brandenburg. Markus ist hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu seinen pflegebedürftigen Omas und der Sehnsucht nach einem Leben in Berlin. Er träumt von einer queeren, urbanen Wahlfamilie, die ihn aus seiner Einsamkeit befreit. Als er sich in Duc verliebt, wird alles noch komplizierter. Denn eigentlich stehen in Markus’ Neubauwohnung schon die gepackten Kisten für den Umzug in die große Stadt. Mit NEUBAU inszeniert Regisseur Johannes M. Schmit, nach dem Drehbuch von Hauptdarsteller* Tucké Royale, einen vielschichtigen queeren Heimatfilm fernab aller Klischees. Unabhängig produziert, wurde der Film beim Max Ophüls Filmfestival als bester Spielfilm ausgezeichnet.

Der queerste Film des Jahres ist ganz bestimmt THE TWENTIETH CENTURY, ein Wunderwerk der Fantasie und des abgedrehten Humors. Schuhfetisch, Anti-Onanie-Training, ejakulierende Kakteen … sind nur ein paar Highlights bei der lebenslangen Vorbereitung des Politikers W.L. Mackenzie King auf seinen künftigen Job als Premierminister. Regisseur Matthew Rankin reiht sich mit dem Film in die Tradition des kanadischen Filmkünstlers Guy Maddin ein. Ein großes cineastisches Vergnügen.

Alle Infos, alle Termine, alle Tickets auf qffm.de

Autor: Hermann Barth

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