Kinostarts ab dem 14.11.

Kinostarts der Woche

The Irishman, Bis dann, mein Sohn, Black and Blue, Smuggling Hendrix

Gangster, eine niederschmetternde Diagnose und heißes Gummi - diese Kinotipps sind eine bunte Mischung

In den Kinostarts der Woche liefern wir euch einen Überblick auf die anlaufenden Filme und verlinken euch direkt zu den Spielplänen der Münchner Kinos, in denen ihr diese sehen könnt.

Eine tagesaktuelle Übersicht aller laufenden Kinofilme findet Ihr auch auf kino.in-muenchen.de

Bis dann, mein Sohn

Drama / Regie: Wang Xiaoshuai / Laufzeit: 185 Min

LEBENSWIRKLICHKEIT IM REICH DER MITTE. „Wir warten darauf, alt zu werden.“ Ein bitterer Satz, der die Lebenswahrheit von Yaojun und seiner Frau Liyun knapp zusammenfasst. Einst waren sie eine glückliche Familie, bis ihr kleiner Sohn beim Spielen im Rückfangbecken eines Stausees ertrank. Bis dann, mein Sohn, das Familiendrama von Wang Xiaoshuai, umschließt drei Jahrzehnte chinesischer Geschichte. Privates und Politisches verschmelzen, das Individuum gerät ins Getriebe einer Gesellschaft im permanenten Wandel. Die Vorzeigeproduktion führt vom Aufbruch nach der Kulturrevolution in den 1980er-Jahren bis in den prosperierenden Turbokapitalismus der Gegenwart und ist dabei Zeitkritik und Melodram zugleich. Die beiden Hauptdarsteller, Wang Jingchun bzw. Yong Mei, wurden auf der Berlinale jeweils mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet.

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The Irishman

Biografie, Drama, Krimi / Regie: Martin Scorsese / Laufzeit: 210 Min

GOODFELLAS. Robert De Niro und Al Pacino, die (Anti-)Helden aus „Heat“, hat Martin Scorsese für seine Saga The Irishman wieder vereint. Dem organisierten Verbrechen im Nachkriegsamerika wendet der Ausnahmeregisseur sich nach Leinwandmeilensteinen wie „Casino“ oder „Gangs of New York“ wieder zu, im Zentrum steht Weltkriegs-Veteran Frank Sheeran (De Niro), der es als Drogendealer und Auftragsmörder zu zweifelhaftem Ruhm gebracht hat. Über mehrere Jahrzehnte spannt sich das dreieinhalbstündige Gangsterepos, das sich unter anderem mit dem Verschwinden des legendären Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa (Pacino) beschäftigt. Auf bewährte Mitarbeiter hat Scorsese bei dieser Netflix-Produktion zurückgegriffen, darunter Produktionsdesigner Bob Shaw, Komponist Robbie Robertson und seine ständige Cutterin Thelma Schoonmaker.

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Le Mans 66 – Gegen jede Chance

Action, Drama / Regie: James Mangold / Laufzeit: 153 Min

BENZIN IM BLUT. Der visionäre amerikanische Sportwagenherstellers Carroll Shelby (Matt Damon) und der unerschrockene, in Großbritannien geborenen Mechaniker und Testfahrer Ken Miles (Christian Bale) entwickeln – im Auftrag der Ford Motor Company – ein revolutionäres Rennauto. Ihre Aufgabe ist es, 1966 die schier unbesiegbaren Fahrzeuge der Motorsportlegende Enzo Ferrari beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans zu besiegen. Bleifuß-Action bietet der in Sachen Biopic erfahrene James Mangold („Walk the Line“) in Le Mans 66 – Gegen jede Chance. In der Tradition von „Le Mans“ (1971) steht dieser nostalgische, wunderbar altmodisch anmutende Film über eine Männerfreundschaft, die auf unbedingtem Siegeswillen fußt. Sensationelle Bilder sind Kameramann Phedon Papamichael („Nebraska“) bei den Hochgeschwindigkeitssequenzen gelungen, man wähnt sich – nicht zuletzt auch wegen des ausgeklügelten Tondesigns – selbst an Bord der Boliden.

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My Zoe

Drama / Regie: Julie Delpy / Laufzeit: 102 Min

OH BABY! Genetikerin Isabelle ( Julie Delpy) will sich nach der Scheidung ein neues Leben aufbauen. Ex-Mann James (Richard Armitage) mag sich damit nicht abfinden und macht ihr den Alltag schwer – besonders bezüglich des Sorgerechts um ihre gemeinsame Tochter. Bis eine Tragödie alles Dagewesene unbedeutend erscheinen lässt. My Zoe, Delpys siebente lange Regiearbeit, ist ein prototypisches Beziehungsdrama, in das sich langsam Science-Fiction-Elemente einschleichen. Es geht um Mutterglück und den Preis, den man dafür bereit zu zahlen ist – bis hin zur Genmanipula - tion. Eine mutige, provokative und brisante Arbeit mit präzise gezeichneten Figuren sowie überzeugenden Darstellerleistungen. Daniel Brühl spielt einen Reproduktionsmediziner, der in Moskau eine florierende Praxis betreibt.

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Black and Blue

Action, Drama, Krimi / Regie: Deon Taylor / Laufzeit: 108 Min

GIRL IN THE HOOD. Alicia West (Naomie Harris), „rookie“ in den Reihen des New Orleans Police Departement, nimmt mit ihrer Body-Cam zufällig den Mord an zwei jungen Drogendealern auf. Die Täter: korrupte Cops, die das belastende Material an sich bringen wollen. Zudem sinnt der Onkel eines der Ermordeten nach Rache. Ein beinharter, gnadenloser Thriller, mit sozialkritischen Untertönen packend umgesetzt, angesiedelt nach dem Hurrikan Katrina. Für innere und äußere Verletzungen interessiert sich Deon Taylor bei Black and Blue – übersetzt „Die Schwarzen und die Polizei“ –, für den alltäglichen US-Rassismus und klagt das Polit-Establishment an, das die Menschen im Big Easy einfach vergessen hat.

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But Beautiful – Nichts existiert unabhängig

Dokumentarfilm / Regie: Erwin Wagenhofer / Laufzeit: 116 Min

RETTUNG FÜR DEN BLAUEN PLANETEN 2. Frauen ohne Schulbildung, die Solaranlagen für Dörfer auf der ganzen Welt bauen. Permakultur-Visionäre auf La Palma, die Ödland fruchtbar machen, ein Förster, der die gesündesten Häuser der Welt entwickelt... In But Beautiful – Nichts existiert unabhängig sucht der Österreicher Erwin Wagenhofer („Alphabet“) das Schöne und Gute, zeigt Menschen, die neue Wege beschreiten. Wie könnte ein gelungenes Leben aussehen? Ist ein „anderes“ Leben möglich? Eine Dokumentation über Perspektiven ohne Angst, über Verbundenheit in Musik, Natur und Gesellschaft, über Menschen mit unterschiedlichen Ideen, aber einem gemeinsamen Ziel: eine zukunftsfähige Welt.

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Booksmart

Komödie / Regie: Olivia Wilde / Laufzeit: 102 Min

GIRLS JUST WANT TO HAVE FUN. Bestnoten garantieren Molly (Beanie Feldstein) und Amy (Kaitlyn Dever) wohl eine glänzende Zukunft, die Zulassungsbescheide für die von ihnen gewählten Elite-Hochschulen haben sie bereits in der Tasche. Da stellen sie am letzten Schultag fest, dass sie vor lauter Lernen das Party-Machen vergessen haben. Das gilt es nun in einer Nacht aufzuholen. In ihrem temporeichen Regiedebüt Booksmart variiert die vielseitig begabte Schauspielerin Olivia Wilde („Vinyl“) das ewig angesagte Highschool-Genre. Ein smarter, warmherzige Leinwandspaß um wahre Freundschaft, erfreulich zurückhaltend in Sachen geschmackloser Unterleibsgags, befeuert von einem coolen Soundtrack.

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Last Christmas

Komödie, Liebesfilm / Regie: Paul Feig / Laufzeit: 103 Min

HO HO HO. Kate (Emilia Clarke) stolpert durchs Leben, selbst ihre Arbeit als Elf beschert ihr kein Glück. Da erscheint es fast wie ein Wunder, als sie eines Tages Tom (Henry Golding) trifft, der es schafft, die vielen Barrieren, die die junge Frau um sich und ihr Herz aufgebaut hat, zu durchbrechen. Last Christmas, ein (Vor-)Weihnachtsfilm in der Tradition von „Tatsächlich... Liebe“, verortet in London, verantwortet von Paul Feig („Brautalarm“). Sprich viel Herzschmerz und Happy End, untermalt von den Songs von George Michael – inklusive dem Weihnachtsklassiker von 1984, der dem Film seinen Titel gibt. Mit von der Partie ist die unvergleichliche Emma Thompson, die zudem als Ko-Drehbuchautorin firmiert.

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Morgen sind wir frei

Drama, Historischer Film / Regie: Hossein Pourseifi / Laufzeit: 98 Min

DIE REVOLUTION FRISST IHRE KINDER. Im Februar 1979 wähnt man sich im Zuge der „Islamischen Revolution“ im Iran von der Diktatur des Shahs befreit. Die junge Chemikerin Beate (Katrin Röver) folgt ihrem Ehemann Omid (Reza Brojerdi), einem in der DDR lebenden Dissidenten, hoffnungsfroh in dessen Heimat. Nach anfänglicher Aufbruchsstimmung verschlimmert sich die Lage jedoch schnell wieder. Die neue Regierung verwandelt sich in ein Terrorregime, die Familie muss nicht zuletzt wegen der kleinen Tochter eine schwerwiegende Entscheidung treffen. Morgen sind wir frei ist brennend aktuelles Polit-Kino in Form eines persönlichen Dramas, einen „Prolog zu den Umständen von heute“ nennt der deutsch-iraner Hossein Pourseifi sein Werk. Stimmig sind Tonalität und Atmosphäre, glaubwürdig agieren die Schauspieler, etwas zu didaktisch fällt die Inszenierung aus.

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Smuggling Hendrix

Drama, Komödie / Regie: Marios Piperides / Laufzeit: 90 Min

MISSION HUNDESCHLEUSEN. Nikosia, Zypern: Yiannis (Adam Bousdoukos), ein erfolgloser Musiker, steht kurz davor, seine Heimat zu verlassen. Seine Pläne werden jedoch durchkreuzt, als ihm sein Hund Jimi davonläuft, die UNPufferzone durchquert und bei einem Militärposten an der von der Türkei kontrollierten Seite der Insel landet. Gesetzeswidrig wie sich herausstellt. In seiner charmanten, manchmal ein wenig ungelenken und klischeehaften Komödie Smuggling Hendrix zeigt Bousdoukos – Stammschauspieler bei Fatih Akin („Soul Kitchen“) – wie Grenzen, die zwischen Menschen stehen, sowohl real als auch imaginär aufgebrochen werden können, sobald wir die Vertrautheit angesichts des Unbekannten erkennen.

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Sterne über uns

Drama, Familienfilm / Regie: Christina Ebelt / Laufzeit: 102 Min

UNAUFHALTSAME ABWÄRTSSPIRALE. Fristlos gekündigt, zieht die alleinerziehende Melli (Franziska Hartmann) mit ihrem neunjährigen Sohn in den Wald. Hier improvisieren sie ein notdürftig eingerichtetes Lager, abgelegen von den Wegen, damit sie niemand entdecken kann. Für die junge Mutter ist das Waldleben nur eine Notlösung, für den Übergang, bis sie wieder eine Wohnung gefunden hat. Regiedebütantin Christina Ebelt zeigt in ihrem realitätsnahen, aufwühlenden Drama Sterne über uns wie schnell man heute in die Obdachlosigkeit rutschen kann und damit die bürgerliche Existenz verliert.

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Autor: Gebhard Hölzl

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