Heimkino

Filmgenuss daheim: Das letzte deutsche Genie

BRECHT
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Drei Groschen Filmprojekt, Zeitsprung pictures, pictures taken by Stephan Pick
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Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm
Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm
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Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm
Drei Groschen Filmprojekt, Zeitsprung pictures, pictures taken by Stephan Pick
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Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm

Bertolt Brecht ist dauerpräsent auf Leinwand und Bildschirm – nicht ohne Grund

Zugegeben, der Mann hätte in unsere Zeit rein privat wohl eher weniger gepasst. Affären/Ehen/Arbeitsbeziehungen/Kinder mit mehreren Frauen, Paula Banholzer, Marianne Zoff, Helene Weigel, Elisabeth Hauptmann, Margarethe Steffin, Ruth Berlau u.a. ließen den Verdacht aufkommen, dass der Mann zwar nach eigener Aussage „das letzte deutsche Genie“ war, aber auch ein untreuer Ehemann. Gar ein Macho? 

Brecht

Drama, Dokumentarfilm / Regie: Heinrich Breloer / Laufzeit: 180 Min

Die zweiteilige halbdokumentarische Biografie Brecht (Alive) von Heinrich Breloer legt dies nahe. Der junge Brecht, dargestellt von Tom Schilling, ist ein Filou, der weiß, wie man Arbeit und Vergnügen verbindet, was nicht von allen Partnerinnen goutiert wird. Doch was soll’s, mag der Mann zwar nicht perfekt sein, das Werk ist ein ganz Besonderes und da rüttelt ja auch praktisch niemand daran, zumindest nicht in Zeiten, in denen es ja mangelt an großer deutscher Kunst vom Format des Augsburgers. Brecht schuf Sentenzen über das Fressen und die Moral, den Überfall und die Gründung einer Bank, die sich, wie auch seine Theaterstücke „Baal“, Mutter Courage“ und vor allem seine deutsche Bearbeitung der „Beggar’s Opera“, in die Kulturgeschichte eingebrannt haben. 

Sie sind Volksgut geworden, vor allem in seinen späten Jahren in der jungen DDR (weder die Schweiz noch Westdeutschland wollte der sozialistischen Dichter und Denker nach dem Exil aufnehmen). Burghart Klaußner verkörpert Brecht im zweiten Teil des Films, der trotz aller Bemühungen nicht ganz mit Breloers früheren Doku-Dramen über die Manns und Albert Speer mithalten kann. Irgendwie wirken hier Spielfilm-Sequenzen, Interviews und Originalaufnahmen nicht gerade flüssig montiert – oder hat sich diese Erzählweise, die bei den „Manns“ noch für Aufsehen sorgte, etwas totgelaufen, da Dutzend Mal kopiert? 

Brecht erhältlich im Handel und bei diesen VOD-Diensten

Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm

Drama, Literatur / Regie: Joachim A. Lang / Laufzeit: 125 Min

Einen ganz anderen Film Brecht betreffend, schuf Joachim A. Lang mit Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm (New KSM). Hier geht es um ein ehrgeiziges Projekt, das Brecht verwirklichen wollte: der Film, der ihm von der Produktionsfirma Nero unter der Regie von Georg Wilhelm Pabst nach dem großen Erfolg der „Dreigroschenoper“ vorgeschlagen wurde, sollte nur noch peripher mit dem Theaterstück zu tun haben. 

Brecht schwebte ein avantgardistisches Musiktheater vor, das nur so strotze von erotischen und gesellschaftskritischen Anspielungen, die der Künstler in surrealistisch anmutenden Bildern umsetzen wollte. Das gefiel der Produktionsfirma weniger und es kommt zum Schauprozess, den Brecht zugunsten der Kunstfreiheit zwar verlor, aber der für maximale Aufmerksamkeit sorgte. Lang inszeniert seinen „Dreigroschenfilm“ zwischen Fiktion und Realität: Der permanent den Künstler zitierende Lars Eidinger wandelt als Brecht zusammen mit den Produzenten durch das von einem Star-Ensemble (Moretti, Król, Herzsprung, Michelsen, Stadlober, Redl etc.) bevölkerte und besungene fiktive Filmset, ein schaurig-schönes Musical ist das geworden, irgendwo zwischen Dickens, „Babylon Berlin“, Fellini und dem „La La Land“ angesiedelt. 

Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm erhältlich im Handel und bei diesen VOD-Diensten

Autor: Rainer Germann

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