Film-Tipp

Once Upon A Time...In Hollywood: Ende einer Ära

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Nur wenige Tage trennen die beiden Ereignisse, die vor genau fünfzig Jahren stattfanden: Woodstock und die Manson-Morde

Während an der Ostküste der USA die Hippiekultur mit dem dreitägigen Musikfestival von Woodstock ihren Höhepunkt feierte und damit die Utopie eines freien und friedlichen Zusammenlebens zelebrierte, zeigte sie an der Westküste ein ganz anderes, hässliches Gesicht: 

Auf Geheiß des charismatischen Charles Manson, eines selbsternannten Sektenführers, ermordeten einige seiner Anhänger die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate und vier ihrer Freunde in einer Villa in Hollywood.

Der Ankündigung eines Films über die Manson-Morde durfte man mit Skepsis begegnen, zu nah lag der ExploitationVerdacht. Mit seinem neunten Film ist Quentin Tarantino jedoch ein Stück geradezu klassisches Hollywoodkino gelungen, ganz funktional inszeniert, ohne ausgestellte Momente.

Tarantino erzählt von Sharon Tate (Margot Robbie), einer aufstrebenden jungen Schauspielerin (bei uns bekannt vor allem durch „Tanz der Vampire“, dessen Regisseur Roman Polanski sie heiratete), und er erzählt vom alten Hollywood, einer damals im Untergang begriffenen Welt, deren Protagonist Rick Dalton ist. Leonardo DiCaprio verkörpert den Schauspieler, der nach einem unter Kollegen hochgeschätzten Film in erster Linie als Hauptdarsteller einer TV-Western-Serie bekannt ist. Gastauftritte als Schurke in anderen TV-Serien ermöglichen ihm zwar, seine Bandbreite zu demonstrieren, aber wirkliche Karrieresprünge sehen anders aus. Sein ständiger Begleiter seit Jahren ist Cliff Booth (Brad Pitt), sein Stuntdouble, zugleich sein Fahrer und überhaupt Mädchen für alles.

Kunstvoll verknüpft sind das Buddy Movie und Begegnungen der beiden mit Sharon Tate und Mitgliedern von Mansons Family. Einmal fährt Cliff eine Tramperin, eines von Mansons Mädchen, zur Spahn Movie Ranch, wo er vor Jahren Filme gedreht hat, und wo jetzt die Family ihr Lager aufgeschlagen hat. Als Cliff darauf beharrt, den Besitzer, den er von früher kennt, begrüßen zu wollen, erfährt er Abwehr und Feindseligkeit – dem Zuschauer schwant Böses: wird Cliff am Ende dessen Leiche finden? 

Diesmal geht das Ganze glimpflich aus, aber wird das auch am Ende so sein, wenn die Geschichte – nach einer hübschen Ellipse, in der Rick in Italien eine neue Karriere beginnt – am 8. August in Los Angeles auf ihren Höhepunkt zutreibt. Was dann genau passiert, sollte keine Filmkritik verraten, nur so viel: es wird gewalttätig, aber da schon der Titel „Es war einmal ...“ auf Märchenhaftes verweist, ist die alternative Geschichtsschreibung, die Tarantino wie schon bei „Inglorious Basterds“ betreibt, angemessen. Ein Abgesang auf das alte Hollywood, zugleich eine Liebeserklärung: wie Rick in einer Szene seinem Schurken eine geradezu Shakespeare’sche Intensität verleiht, ist schon ein Kabinettstück.

Autor: Frank Arnold

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