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Die Kinostarts vom 22.12.: Verlorene Illusionen, EO, Oskars Kleid u.v.m.

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Die Conditio Humana am Beispiel eines Esels dargestellt: „EO“
Die Conditio Humana am Beispiel eines Esels analysiert: „EO“ © Skopia Film

Fürs Herz, mit Anspruch, pur unterhaltend – die Feiertage und das Neue Jahr verwöhnen mit reichlich vielen sehenswerten Filmen.

La Comédie humaine. Der naive Lucien flieht nach einer Affäre mit einer verheirateten Adeligen nach Paris, wo er als Journalist eine fulminante Karriere hinlegt. Verehrt, gehasst, der gefeierte Influencer gerät bald ins Straucheln. Das 19. Jahrhundert – sehr gegenwärtig. Verlorene Illusionen ist eine mitunter berauschende Verfilmung des Romans von Honoré de Balzac. Sieben Césars und „Bester Film“ in Frankreich.

The Voice. Ihre Mutter war nicht bei Stimme, also sprang Whitney Houston für sie ein. I Wanna Dance With Somebody erzählt von Houstons Weltkarriere und ihrem weniger glanzvollen Leben hinter den Kulissen. In der Hauptrolle Naomi Ackie. Houstons Erben waren an der Produktion beteiligt: Atemberaubende Auftritte, toller Soundtrack. Drehbuch: Antony McCarten, der Autor von „Bohemian Rhapsody“.

Neun Leben hat der Kater! Nach wild-wüsten Abenteuern, glorreichen Kämpfen und allerlei Unfällen wird es jetzt auch für ihn knapp. Im „Shrek“-Spin-Off-Blockbuster Der gestiefelte Kater 2 – der letzte Wunsch sucht er nach dem Wunschstern, um sein Lebens-Konto wieder aufzufüllen. (Stimme: Benno Fürmann, und Oliver Kalkofe spricht den großen, bösen Wolf.)

Die Welt, mit anderen Augen. EO (= „Ih-ah“) ist ein Esel. Sein Lebensweg führt ihn von Polen bis nach Italien. Er begegnet guten und schlechten Menschen, erlebt Freude und Schmerz. Der wundersam experimentelle, innovative EO des 84-jährigen, legendären polnischen Regisseurs Jerzy Skolimowski erhielt in Cannes den Jurypreis, ist eine Neuinterpretation und Hommage an Robert Bressons „Zum Beispiel Balthasar“.

Falsch gelesen hat Ben (Florian David Fitz) seine Tochter. Die nämlich zieht es nicht mehr aus, Oskars Kleid, und nennt sich Lili. Was alle Erwachsenen schwer beschäftigt, also Ben, und Oma und Opa. Mira, Bens Ex-Frau, weniger. Bens Kollegen schon. Die fröhliche Lili nicht im Geringsten. Florian David Fitz kann das gut: unterhaltsam Normen hinterfragen („Willkommen bei den Hartmanns“, „Vorname“, „100 Dinge“ …). Eine Dramödie von Hüseyin Tabak mit u.a. Marie Burchard, Kida Khodr Ramadan, Burghart Klaußner und Senta Berger.

Er raubt die Herzen der schönsten Kadetten. Der Serienmörder, der 1830 in der West Point Academy sein Unwesen treibt. Ein alter Detective (Christian Bale) ermittelt, diskret, zusammen mit einem jungen Adepten namens Edgar Allen Poe (Harry Melling). Der denkwürdige Fall des Mr. Poe ist ein Gothic Mystery Thriller nach einem Krimi von Louis Bayard. Erst im Kino, dann bei Netflix.

Er revolutionierte das Kino. Mit seiner Musik! Guiseppe Tornatore hat seinem Freund mit Ennio Morricone – Il Maestro einen monumentalen Dokumentarfilm gewidmet. Der erzählt von seinen Selbstzweifeln, den Aufträgen, den Ideen, seine Bewunderer auch. Und sie sind zu hören: All‘ die fantastischen Kompositionen. (Das Werkstattkino macht dazu eine Ennio Morricone Filmreihe, ab 22.12.)

Unordnung und frühes Leid. Luchino Visconti erklärte seinen Tadzio-Darsteller bei der Premiere seiner Thomas-Mann-Verfilmung „Tod in Venedig“ 1971 zum schönsten Jungen der Welt, The Most Beautiful Boy in the World. 50 Jahre später versucht Björn Andrésen, der ehemalige Teenie Star, noch immer sein Leben auf Kurs zu bringen. (Preview am 26.12. im City, ab 29.12. Werkstattkino).

Hermann Barth

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