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Die Kinostarts vom 10.11.: Eine Reise nach Paris, ein Slice-of-Life-Drama aus Korea u.v.m

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Kristen Stewart, Viggo Mortensen und Lea Seydoux in David Cronenbergs „Crimes of the Future“
Kristen Stewart, Viggo Mortensen und Lea Seydoux in David Cronenbergs „Crimes of the Future“ © Nikos Nikolopoulos

Herbstzeit ist Kinozeit. Diese Filme starten am heutigen 10.11. in den Münchner Kinos. Mit Mrs. Harris und ein Kleid von Dior, Crimes of the Future, Il Buco u.v.m.

Das Kleid – ist nur der Anfang. Ada Harris ist Kriegerwitwe, schlägt sich im London der 50er als Haushaltshilfe durch. Eines Tages sieht sie eine tolle Robe von Christian Dior – und beschließt, dass sie unbedingt auch so ein Kleid haben muss. Sie schuftet für ihren Traum. Reist schließlich nach Paris, und wird, zuerst, schroff zurückgewiesen in den heiligen Hallen der Reichen und Schönen. Aber: Mit Charme und Chuzpe und Elan setzt sie sich gegen alle Widerstände durch, mischt den Laden gehörig auf – und lernt, spät, aber nicht zu spät, das Leben zu genießen. Mrs. Harris und ein Kleid von Dior ist ein klassisches Feel-Good-Movie mit britischem Witz und französischer Eleganz.

Body Horror. Menschen empfinden keine Schmerzen. Einige können beliebig Organe in ihren Körpern produzieren. Saul (Viggo Mortensen) und seine Assistentin Caprice (Léa Seydoux) machen aus den neuen Möglichkeiten Kunst. Saul lässt sich die neuen, von Caprice kunstvoll tätowierten Organe vor Publikum entfernen. Derlei missfällt den Behörden, allen voran Bürokrat Wippet (Don McKellar) und Assistentin Timlin (Kristen Stewart), – und einer mysteriösen Untergrund-Truppe. David Cronenberg, einst der Schöpfer von „Die Fliege“, „Die Unzertrennlichen“ oder „Naked Lunch“, versucht, mit 79, mit der Science-Fiction-Fetisch-Dystopie Crimes of the Future nochmal künstlerische Höhen zu erklimmen.

Pariser Terror-Nacht. Antoine und Hélène sind glücklich verheiratet. Ihr Sohn wird bald zwei. Mit einem Freund geht Hélène abends ins Bataclan – und Antoine erfährt am nächsten Morgen, dass sie zu den Toten zählt. Sein Facebook-Post, Meinen Hass bekommt ihr nicht, wird zum geflügelten Wort, zur inneren Haltung. Ein Film über Trauerarbeit, der in Hamburg Weltpremiere hatte. 

Cineastisches Glück. Schriftstellerin Junhee besucht eine Kollegin, die jetzt einen Buchladen führt, trifft später zufällig einen Filmregisseur und dessen Frau. Bei einem gemeinsamen Spaziergang versucht eine Schauspielerin, Junhee zu überreden, mit ihr zusammen einen Film zu drehen. Die beiden gehen zum Essen, und dann zurück in den Buchladen, wo eine gesellige Runde beisammensitzt. Die Schriftstellerin, ihr Film und ein glücklicher Zufall ist der neue, mittlerweile 27. Film von Hong Sang-Soo. Ein gelungener Tag voller Begegnungen, mit Menschen auf gleicher Wellenlänge, inspirierten Gesprächen … Wer Hong Sang-Soos Kino erst jetzt entdeckt – und begeistert ist: Im Filmmuseum gibt’s im Dezember eine richtige Retro.

In welchen Kinos die heute startenden Filme laufen,....

...finden Sie hier.

Freundschaft. Vier Jungs, die ihren Weg suchen. Bildgewaltig und voller Empathie erzählt Guðmundur Arnar Guðmundsson in Beautiful Beings von einer jugendlichen Welt, in der kaputte Familien, Verwahrlosung und Schlägereien ebenso alltäglich sind wie magische Vorahnungen, Poesie und Hoffnung. (Von Island für den Oscar eingereicht).

Die Jelinek! Die große Schriftstellerin. Die Österreicher:innen sind ihr in Hassliebe tief verbunden. Claudia Müllers in jeder Hinsicht großartiger Dokumentarfilm Elfriede Jelinek – die Sprache von der Leine lassen erweist ihr Referenz: Mit tollen Landschaftsaufnahmen, sagenhaften Archivmaterialien aus Österreichs Nachkriegs-Ära, übelsten Anfeindungen von Waldheim bis Haider, mit scharfzüngigen Analysen der Nobelpreisträgerin. Mit Ausschnitten aus den Inszenierungen ihrer Stücke durch Einar Schleef. Hoch unterhaltsam. Informativ. Macht große Lust aufs (Wieder-)Lesen.

In die Tiefe. Steigen Höhlenforscher im kalabresischen Hinterland. Die Dorfbewohner merken nichts von den Eindringlingen, wohl aber ein alter Hirte. Michelangelo Frammartinos Il Buco – ein Höhlengleichnis (der in Venedig mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde) ist eine faszinierende, minimalistische Natur- und Stimmungsstudie. Ein Reenactment der Erkundungstour 1961. Phänomenologische Forschung. Kinoreflexion.

Auf der Jagd nach Ressourcen macht sich China breit in Ecuador. Marc Wieses Doku Mein gestohlenes Land schildert den (bewaffneten) Widerstand der Indigenen.

Enric Duran narrte 2008 die Finanzwelt, indem er sich Kredite von einer halben Million Euro erschlich, soziale Projekte unterstützte und untertauchte. In Robin Bank erzählt er seine faszinierende Geschichte.


Kein Entkommen gibt’s im südkoreanischen Katastrophen-Blockbuster Emergency Declaration. Auf einem Langstreckenflug sorgt ein geschasster Viren-Experte für Tod und Verderben.

Die Legende der Weihnachtshexe ist das Prequel zu „Meine Lehrerin, die Weihnachtshexe“ – mit Monica Belluci als guter Hexe. Sie bringt der allzu gewieften Paola das Hexen bei, und die muss Gutes-Tun erst widerwillig lernen.

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