Gastro-Kritik

Falke 23: Zusammen glücklich sein

Die historische Au im Nebenzimmer: Falke 23
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Die historische Au im Nebenzimmer: Falke 23

Das Falke 23 ist ein neues/altes Stadtteil-Wirtshaus in der Au indem man ordentlich essen und trinken kann

Mit der Vergangenheit ist es so eine Sache: oft hängt man ihr nach, meist aber hat man vieles vergessen. Unvergessen sind beim Autor aber die oft auch bierseligen Treffen mit unserem letztes Jahr leider verstorbenen ehemaligen Chefredakteur Uwe Feigl im Wirtshaus zum Alten Kreuz in der Falkenstraße vor ein paar Jahren.

Uwe hatte hier seinen Stammtisch, der in der Woche öfters auch mal zu „Redaktionssitzungen“ samt Grafik und Schreiberlingen genutzt wurde; später am Abend gab es dann noch Hits von Uwes iPod, das Spektrum reichte von Rio Reiser bis Neil Young. Tempi passati, aber schön war es schon.

Nun haben neue Wirte das „Alte Kreuz“ übernommen und den Namen in Falke 23 geändert. Harry und Rico waren früher im Nil in der Hans-Sachs-Straße beschäftigt, ihr Motto steht auf der Karte: „Zusammen sein - Glücklich sein“. Betritt man das Lokal, holt sie einen unweigerlich ein, die Vergangenheit. Etwas renoviert schaut es aus, aber insgesamt hat sich optisch nicht viel verändert. Die hellen Holztische, die Bar, auch die historischen Schwarzweiß-Fotos von der Au schmücken noch das kleine Nebenzimmer.

Das Bier immer noch von Augustiner (0,5 zu 4,30 Euro), die erste Halbe sei dem „Cheffe“ gewidmet. Rico bringt die Karte, ein Klemmbrett mit einer Menü-Folge (3 oder 4 Gänge/39 bzw. 49 Euro) und ein paar Klassikern, „Wirthaus-Schmankerl“ genannt. Ein Menü stellt man sich aus diversen Vorspeisen, einem Zwischengericht, verschiedenen Haupt- und Nachspeisen zusammen, alles kann man aber auch einzeln ordern.

Das Spektrum reicht von Lachs, Tatar und Selleriecremesuppe über Rote Bete-Ravioli bis Hirschkalb, Zander und Arancini, danach Roquefort und Tonkabohnen-Parfait. Die Klassiker beginnen mit einer großen Rinderbouillon mit Frittaten, Grießnocken und Gemüsestreifen (7,90), danach geht es recht fleischig weiter, zum Beispiel mit einem Brezn-Schnitzel vom Strohschwein mit Kartoffel-Gurkensalat (14,90). Das Kalbsrahmgulasch mit handgeschabten Butterspätzle und gemischten Blattsalaten (16,90 Euro) war schon mal richtig gut; das Fleisch überwiegend schön zart, die Soße nicht zu dick und gut abgeschmeckt, die Spätzle wunderbar – der Koch sei ja auch Schwabe, meint Rico zum Lob, das schmeckt man.

Deshalb gleich noch eine vegetarische Probe aufs Exempel: die Allgäuer Käsespätzle (mit Salat, 13,90, kl. Portion 12) waren ebenfalls handgeschabt, diesmal ein bisschen kürzer, der Bergkäse schön würzig, die Röstzwiebeln schön resch. Bestens sahen sie auch am Nebentisch auf dem medium gebratenen Schwäbischen Zwiebelrostbraten (220 g bayerischer Weideochs mit Bratkartoffeln und Salat, 23,90) in gerösteter und geschmorter Version aus. Wird das nächste Mal probiert, versprochen. Und dazu noch eine Gedächtnishalbe auf den Uwe, den der Oldie-Soul, der im Hintergrund läuft, auch nicht gestört hätte.

Autor: Rainer Germann

Falke 23, Falkenstr. 23
Mo-Do & So: 17 bis 23.30 Uhr/Fr, Sa: 17 bis 1 Uhr, Tel.: 089 246 431 26; www.falke23.de

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