Gastro-Kritik

Chef’s Choice: Flambiertes Sushi mit Rinderfilet

Restaurant Ukiyo München
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Modernes Ambiente zu toller Küche: Ukiyo

Am Reichenbachplatz bietet das japanische Restaurant Ukiyo tolle Küche in modernem Ambiente

Wer in letzter Zeit in neuen asiatischen Restaurants in München unterwegs war, der wurde nicht nur mit einer oft innovativen pan-asiatischen Küche bewirtet, sondern auch optisch überrascht – modernes Interieur mischt sich hier mit einem Innendesign, das höchsten Ansprüchen gerecht wird und den besonderen Rahmen für die Küchenkunst auf dem Teller bietet. Neuestes Beispiel ist das Ukiyo in der Rumfordstraße am Reichenbachplatz, der sich immer mehr mit Lokalitäten wie dem Manu (ehem. „Walter & Benjamin“), dem neuen Inder „Bindaas“ und dem vietnamesischen Restaurant TiVu zum neuen Gastro-Hot-Spot entwickelt. Ukiyo bedeutet auf Japanisch ungefähr „lebe und genieße“ und das gibt die Richtung schon mal vor: Contemporary Japanese Cuisine wird hier aufgetragen, Isabelle Tran und ihr Bruder Jean-Pierre haben ihre vietnamesische Provenienz, die sie bereits erfolgreich in ihren Restaurants Jacci in der Ysenburgstraße und Bi Béo in der Einsteinstraße ausleben, zugunsten Japans verlassen und bieten mittags Sushi, Sashimi, Nigiri oder Tatar überwiegend mit Fisch und Meeresgetier an.

Für Gunkan-Maki, die „Schlachtschiff-Rolle“, werden zum Beispiel Thunfischwürfel mit Uzura (rohem Bio-Wachtelei) verwendet, das sei in Japan eine beliebte Spezialität, verrät die Karte, und es schmeckt ganz wunderbar. Das gilt auch für die schön süßlich marinierten Spareribs mit Frühlingszwiebeln (8,90). Richtig interessant wird es bei der „Chef’s Choice“-Auswahl – hier wird unter anderem „Flambeed Beef & Crispy Prawns“ angeboten: auf einer Indsideout-Rolle, die mit der wirklich sehr knusprigen Garnele und Avocado gefüllt ist, wurde ein zartes, leicht flambiertes Stück Rinderfilet mit einem Klacks süßlicher Mirin-Soße drapiert – einfach sehr gut und viel zu schade, um das Ganze in Sojasoße zu ertränken, von der Verwendung des dazu gereichten Wasabi ganz zu schweigen.

Die Einrichtung ist wie gesagt urban – verschiedene helle Beige- und Grautöne dominieren den von modernen Lichtobjekten illuminierten Raum, helles Holz und exotische Pflanzen sorgen für Atmosphäre. Ein paar gerahmte Ausstellungsplakate der weltbekannten japanischen Künstlerin Yayoi Kusama lehnen dezent an der Wand, die rosa Barhocker mit Blick auf die Straße wirken anfangs fast ein bisschen fehl am Platz, auf den zweiten Blick allerdings ziemlich lässig in dem ansonsten eher edlen Ambiente.

Fazit: Das Lokal ist hübsch hergerichtet, der Service nett, das Essen richtig gut. Ein gutes Beispiel dafür, dass viele junge Gastronomen vietnamesischer Abstammung der richtigen Riecher und Geschmack haben – auch über die eigenen Küche hinaus.

Autor: Rainer Germann

Ukiyo, Rumfordstraße 6
Mo-Sa: 11.30 bis 14.30/18 bis 23 Uhr
Tel.: 089 45 20 71 70; www.ukiyogermany.com

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