Gastro-Kritik

Salmon Crunch und Mango Madness

Moderne panasiatische Location: Aivi Etatery
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Moderne panasiatische Location: Aivi Etatery

Panasiatische Küche liegt im Trend: Kurz vorm Isartor hat in der Rumfordstraße das Aivi eröffnet

Betritt man die Aivi Eatery fallen der pinkfarbene Neon-Schriftzug, die viele Grünpflanzen, eine frei gelegte Backsteinwand und eine gut sortierte Bar ins Auge – der Gast ist in einer Instagram-tauglichen Location angekommen, die sich in den Trend der neuen, modernen panasiatischen Restaurants in dieser Stadt einreiht. Hier werden neben Miso-Suppe und Sushi-Variationen auch Dumplings, Summer Rolls und Pho angeboten, dazu gesellen sich ein paar Currys, Fisch- und Fleischgerichte. Mittags, versteht sich, abends gibt es dann eine erweiterte Speisekarte mit den dazu passenden Weinen, überwiegend aus Deutschland und Österreich (Haag, Wittmann, Van Volxem, Knipser, Schneider, Dönhoff, Ott, Polz etc. ab 32 Euro die Flasche), und diverse Cocktails.

Die Miso-Suppe (5 Euro) konnte schon mal überzeugen, Dashi (Fischsud) und Miso (Sojabohnenpaste) waren im besten Verhältnis, die Wakame-Algen hatten gerade den richtigen Biss, der Tofu ebenfalls. Danach „Salmon Crunch“ (14,90) – acht große Stücke in Tempura-Teig ausgebackene Maki-Rollen mit Lachs und Mayonnaise, dazu noch acht Stücke Kappa Maki mit Gurke. Der Tempura-Teig bietet einen wunderbar knusprigen Gegensatz zum weichen Kern, der Lachs hat trotzdem genügend Struktur und war von bester Qualität. Die Mayonnaise herzhaft-süß abgeschmeckt, auch optisch war das weiß-braun gestreifte Topping ein Leckerbissen. Insgesamt eine moderne Interpretation von Sushi, mittags gibt es noch eine Version mit „Tuna & Green“ (13,90), das sind acht Stücke „Boston In’n Out“- und „Veggie In’n Out“-Rolls, und eine komplett vegetarische Variante (10 Stücke 9,90).

Bei einem anderen Besuch ging es dann Richtung Vietnam mit dem Klassiker Pho Bo (12). Als erklärter Fan dieses Gerichts musste der Autor in den letzten Jahren öfters feststellen, dass eine inflationär verbreitete kulinarische Mode oft mit einer geschmacklichen Vernachlässigung einhergeht – das ist schade, wenn ein im Normalfall aufwendig und individuell gekochtes Nationalgericht leider durch Instantprodukte massenkompatibel aufbereitet und vereinfacht wird. Doch hier: einfach wunderbar. Die Brühe war wohl wirklich über Nacht gekocht wie es sich gehört, die Nudeln von idealer Konsistenz, Koriander, Frühlingszwiebeln und Minze frisch gezupft und geschnitten, Limettenscheibe dazu, Fischsoße mit Chili wurde auf Nachfrage sofort serviert.

Fazit: Hier steht in jedem Fall ein Besuch abends an, hat doch die Karte dann weitere Spezialitäten mit appetitlichen Namen wie wie „Soy Lover“, „Currycane“, Mango Madness“ oder „Rolling Cow“ gelistet.

Autor: Rainer Germann

Aivi Eatery, Rumfordstraße 42
Mo bis Fr: 12-15 und 18-22 Uhr /Sa 18-23 Uhr; Tel.: 089 552 637 52; www.aivi-eatery.com

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