Gastro-Kritik

Eclipse Grillbar: Israelisch genießen

Die Eclipse Grillbar ist ein angenehmer Treffpunkt für alle Freundinnen und Freunde einer leichten, mediterran-israelischen Küche in der Maxvorstadt

Es war wieder einmal die Yogastunde, die die Damen erschöpft und durstig nach ihrer geballten geistigen und körperlichen Konzentration durch die nächtliche Maxvorstadt hierher getrieben hat (nachdem Stamm-Italienerin Sylvia auch mal Urlaub brauchte): Treffpunkt „Eclipse“ (Finsternis) – eine israelische (aber nicht koschere) Grillbar. Für die letzten herbstlichen Tage gibt es ein paar Tische im Freien – vor der großen Eck-Glasfront im Inneren stehen Tische und Stühle in anregend-kommunikativer Enge. An den Wänden gibt es ein bunt gemischtes Sammelsurium von Bildern aus Israel, ein Regal mit einer Sammlung Pfeffermühlen und Chanukka-Leuchtern in verschiedensten Größen und in der Mitte des Lokals ein Steh-Empfangspult mit Reservierungsliste und der unvermeidlichen Gastronomie-Computer-Kasse.

Fröhliche Klezmermusik empfängt uns beim ersten Besuch und obwohl die meisten Plätze noch nicht belegt sind, ist die gemütliche Kneipe erfüllt mit geselligem Geplauder des vorwiegend jungen Publikums. Zwei freundliche Bedienungen sorgen für den Service, die Speisekarte auf einem etwas unhandlichen rustikalen Holzhalter blättert man sozusagen „hebräisch“ von rechts nach links. Die selbstgemachte Limonade (4,50 €; 0,5l; die israelischen Preise in Schekel stehen auch immer daneben) ist ein fein-säuerlicher Durstlöscher und schmeckt prima. Ein Glas Rotwein vom koscheren Yarden kostet stolze 8,90 und ist einigermaßen passabel.

Die Speisekarte bietet hauptsächlich israelische Küche und ein paar kaukasische Spezialitäten. Wir wählen also einmal die Eclipse Grillplatte (15,90) mit Pita (1,20), einmal die Tapas Israeli (13,90) und einmal den Hamburger (11,90). Mittlerweile ist das Lokal schon gut gefüllt, die Stimmung laut, lustig und international. Eine Gruppe chinesischer Jugendlicher hat eine Riesen-Gaudi beim Bestellen mittels Handybildern vom letzten Besuch – die gutmütigen Service-Girls ertragen es gelassen.

Entenherz-Spieß vom Grill

Wir sind sehr angetan vom ziemlich großen Burger mit saftigem Fleisch, hausgemachten Kartoffel-Wedges und Krautsalat. Der Grillteller ist reichlich – der Entenherzen-Spieß wird unser Favorit, aber auch der Kalbsspieß, das Lammkotelett, das leicht nach Zimt schmeckende Kebab-Pflanzerl und das Truthahnfleisch sind gut gewürzt und resch gebraten.

Die Tapas, acht kleine Schüsselchen mit gegrillte Auberginen mit Tomaten, Tomaten-Paprika-Salat, Kirschtomaten mit Pinienkernen, Rot- und Weißkrautsalat und marinierten Rote Beete, Karotten und Champignons sind sehr ordentlich, könnten für unseren Geschmack aber ruhig etwas „pfiffiger“ sein. Sehr erfreut hat uns dann beim Mittagsbesuch das Menü mit einer deftigen, fein pürierten Bohnensuppe, Fladenbrot mit Sesam, hausgemachten Falafel, Rote-Beete-Hummus und israelischem Salat mit Gurken, Tomaten und würzigem Zitronen-Olivenöl-Dressing (8,90): Alles bestens – vegan kann durchaus richtig gut sein.

Unser Fazit: Ein angenehmer Treffpunkt für Yogadamen, junge Chinesen und alle Freundinnen und Freunde einer leichten, mediterran-israelischen Küche – bei Sonnenschein aber auch wenn‘s finster ist …

Autor: Peter Trischberger

Eclipse Grillbar, Heßstraße 51, 80798 München
Mo – So 11.30 -23.00 Uhr,  Tel: 089 952 2221  www.eclipse-grillbar.eatbu.com

Mehr zum Thema

Auch interessant

Gastro-Kritik

Abacco’s: Fleisch auf Stein

Abacco’s: Fleisch auf Stein

Gastro-Kritik

Gasthaus Gartenstadt: Back to the Eighties

Gasthaus Gartenstadt: Back to the Eighties

Gastro-News

Maison Yang: Meditativer Genuss

Maison Yang: Meditativer Genuss

Gastro-News

Anoki: Fusion an der Oper

Anoki: Fusion an der Oper