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Das Rotibrass in der Dreimühlenstraße: Hähnchen im Tee

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Von: Andreas Platz

Im Rotibrass in der Dreimühlenstraße trifft asiatische Küche auf französische Rotisserie 

Das Rotibrass in der Dreimühlenstraße München
1 / 7Das Rotibrass in der Dreimühlenstraße © Rainer Germann / InMagazin Verlags GmbH
Das Rotibrass in der Dreimühlenstraße München
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Das Rotibrass in der Dreimühlenstraße München
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Das Rotibrass in der Dreimühlenstraße München
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Das Rotibrass in der Dreimühlenstraße München
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Das Rotibrass in der Dreimühlenstraße München
7 / 7Das Rotibrass in der Dreimühlenstraße © Rainer Germann / InMagazin Verlags GmbH

Hier muss man ein bisschen ausholen, denn was haben wir in dieser Lokalität schon Wechsel gesehen: Ganz früher mal ein Grieche, dann ein Kneipenlokal im WG-Stil der Achtziger Jahre, zuletzt ein südafrikanisches Lokal und der Italiener Bruno. Die Lage scheint perfekt, trotzdem wechseln hier alle paar Jahre die Inhaber und Betreiber. Nun haben Ngan Dannemann und Stefan Hermansdorfer das Ecke Dreimühlen- und Ehrengutstraße gelegene Restaurant in eine asiatisch-europäische Rotisserie verwandelt. Der Name bedeutet im Grunde „vom Grillspieß“, ein schlichter Hendlgrill ist das Rotibrass aber nicht. Bier spielt als Namensgeber ebenfalls eine Rolle, dazu später mehr. Lichter, Lampen, Lampions, asiatische Gimmicks, exotische Pflanzen, schwere Holztische: Industrie-Werkstatt, Bar-Pub und Beachbar – das Rotibrass hat ein bisschen von allem und innen für 100, außen für 80 Personen Platz.

Ebenso bunt wie das Lokal liest sich die Speisekarte: Unter Starters/Tapas versammeln sich hier u.a. Asia-Bouillabaisse (11,90) oder Fried Pumpkin Flowers, frittierte Kürbisblüten mit Curry-Dattel-Dip (6,90). Die Prawn Crackers (4 Stück, 5,90), Krupuk, mit Reisnudel-Wakame-Salat mit Garnelen, Kräutern, roten Zwiebeln und Erdnüssen waren schon mal ein recht gelungener Einstieg. Die Veggie-Gyoza (5 Stk. 6,90), gefüllt mit Spinat, schmeckten ebenfalls, das traf auch auf das Gyoza-Roulette (7,50), fünf japanische Teigtaschen, gefüllt mit Gemüse, Garnele, Huhn, Schwein und Ente, zu. Besonders erwähnenswert wäre noch die Miso-Aubergine mit Mirin, Honig und Sesam (6,90) und der Flaming Salmon (8,90), geflämmter Lachs mit Avocado, Tomaten, roten Zwiebeln, Koriander, Ponzu-Honig-Soße, Krupuk und Sesam. Insgesamt war das Crossover bei den Vorspeisen eher von der panasiatischen Sorte, konnte aber durchaus für zufriedene Gesichter am Tisch sorgen.

Obwohl das „Beer Menü“ rund ein Dutzend ausgesuchte Sorten listet, von Herrngiersdorf Grantler Hell („Macht selbst Grantler glücklich“, 3,90) über das alkoholfreie T.V. Bier (“für alle die den Führerschein behalten wollen“, 3,10) bis zu wechselnden Craft-Bieren und Cider, haben wir uns für Rosé entschieden, einen gut trinkbaren fruchtigen Bardolino „Chiaretto“ Classico (Fl. 19,90) zu einem äußerst fairen Preis. Die Weinkarte versammelt bunt gemischte Etiketten aus Kalifornien, Italien, Frankreich und Österreich bis zum „Sex, Drugs & Rock’n’Roll“-Riesling von Emil Bauer aus der Pfalz (26).

Natürlich musste als Hauptgang auch das Signature Dish des Hauses probiert werden: World Famous Tea-Smoked Chicken verspricht die Website ganz unbescheiden, dahinter verbirgt sich ein ehemals freilaufendes Rotisserie-Hähnchen, das mit verschiedenen Teesorten geräuchert und anschließend über offener Flamme gegrillt wird. Das Geheimrezept würde darin bestehen, die ideale Mischung an Teesorten zu finden, die zum Smoken verwendet wird und perfekt zu der Marinade aus frischen mediterranen Kräutern und asiatischen Gewürzen passt. Schmeckt man das? Nun ja, die Hähnchenstücke waren butterzart am Knochen und hatten schon eine feine, etwas exotische Note – wer jetzt allerdings eine Geschmacksexplosion erwartet, dürfte ein bisschen enttäuscht sein. Dazu gab es aus persönlichen Gründen wunderbare Pommes statt dem Knoblauch-Kurkuma-Reis und einen kleinen Beilagensalat (16,90), vielleicht hätte der Reis ja für mehr Exotik gesorgt, obwohl er wahrscheinlich nicht mit Tee ge-smoked ist. Weil es ja auch ums Grillen gehen soll, wurden statt den hier etwas befremdlich anmutenden Tuscan Truffle Ravioli (16,90) lieber noch die Whiskey BBQ Spare Ribs mit Pommes und Cole Slaw (18,90) bestellt – fleischige Rippchen, gut mariniert, ausreichende Portion.

Fazit: Das Rotibrass ist ein Bar-Pub-Restaurant in dem man recht ordentlich essen kann, Vorspeisen und das zarte Hähnchen konnten überzeugen. Der Service war sympathisch und professionell, man sitzt nett im originell eingerichteten Lokal, das zum Glück wenig von einem Hendlgrill hat.

Autor: Rainer Germann

Rotibrass, Dreimühlenstraße 30
Mo-Sa: 17 bis 23 Uhr; Tel.: 089/76 75 50 03; www.rotibrass.de

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