Gastro-Kritik

Beim Wangerbaur: Sonntagmittag im Paradies

Die Gastwirtschaft Beim Wangerbaur in Painhofen bei Greifenberg

Die Gastwirtschaft Beim Wangerbaur in Painhofen bei Greifenberg ist nicht nur sonntags einen Ausflug wert.

Es ist eigentlich ein einfacher Biergarten – genauer gesagt ein Wirtsgarten mit Tischen und Stühlen, einfach auf die Wiese gestellt. Und wir sagen: Viel schöner geht’s kaum! Das kleine Wirtshaus dazu, ein ehemaliger Bauernhof mit schlichtem Gastraum und einem kleinen Anbau, Boden, Wände, Decke alles nur Holz.

Eine kleine Schänke, einfache Tische und Bänke für etwa 40 Gäste – mehr ist da nicht und mehr braucht es auch nicht. „Beim Wangerbaur“ heißt die Wirtschaft in Painhofen, einem kleinen Weiler nur ein paar Minuten vom Ammersee entfernt.

Der Wirt ist gelernter Metzgermeister und Kochautodidakt - bei seiner leidenschaftlichen Tätigkeit kann man ihm durch die offene Küchentür vom Garten aus gut zuschauen. Aus seiner Küche kommen hauptsächlich bayrische Gerichte, puristisch und schnörkellos so wie das ganze Wirtshaus.

Einen so guten Schweinsbraten (12,80), schön durchwachsen und mit rescher Kruste, mit einer traumhaften Natursauce, Kartoffelsalat und einem Bilderbuch-Semmelknödl auf einem Teller serviert, das findet man in dieser Qualität und Form nur noch sehr selten. Der Tafelspitz (14,50), drei schöne Scheiben mürbes Rindfleisch mit leichtem Biss und einem Kartoffelsalat in ein bisschen Rindssuppe dazu: Rindfleischkultur in höchster Vollendung – um mal mit Fred Fesls Worten zu sprechen. Und einen Teller frischen, knackigen Blattsalat (4,50) hatten wir auch noch, der reichte leicht für zwei.

Bei einem Weißbier (3,40) vom Dachsbräu aus Weilheim (das vom einen oder anderen Oberlandweißbierkenner als eines der besten schlechthin eingeschätzt wird) haben wir uns dann richtig gefreut über dieses paradiesische Sonntagmittagessen auf dem Land.

Mehr als vier oder fünf Gerichte schreibt Küchenchef Bernhard Dietrich nicht auf die Tafel. Sein Fleisch, das Gemüse und die Salate kauft er bei der Erzabtei St. Ottilien ein, die Fische von Ammersee-Fischern, das Wild von Jägern aus der Umgebung, der Bio-Kuchen für sonntags kommt vom „Hey Schaffner“ aus Huglfing und der Kaffee direkt von Kleinbauern aus Guatemala. Was will man mehr.

Ach ja, einen Espresso haben Sie sicher nicht hier, oder? Da hat sie gelacht, die lustige freundliche Bedienung und kurz darauf einen wunderbar duftenden Espresso in perfekt gewärmter dicker Tasse serviert: Vielen Dank – bis bald!

Autor: Peter Trischberger

Gastwirtschaft "Beim Wangerbaur", Painhofen 1 86926 Greifenberg 08192-9954537
Mi. - Sa.: 12 Uhr bis 23.30 Uhr, So. und Feiertag: 12 Uhr – 23.30 Uhr, Mo. und Di. geschlossen, 08192 995 45 37

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