Ortsgespräch

„Gin Meets Hopfen“: Jochen Zeyher und Thomas Kurzenberger von MUNiG Distillers im Interview

Jochen Zeyher und Thomas Kurzenberger
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Jochen Zeyher und Thomas Kurzenberger

Runde Lokalsache: Der Giesinger Bräu sowie Jochen Zeyher und Thomas Kurzenberger von MUNiG Distillers haben sich für die Kreation „GinSinger Gin“ zusammengefunden. 

Herr Zeyher, Herr Kurzenberger, die Freude am Ausprobieren, Tüfteln und Verfeinern scheint ja in den Genen nicht nur der Giesinger Brauerei zu stecken. Wie kam denn eigentlich die Idee einer Gin-Kooperation zustande?
Die Idee eines Giesinger Gins kam bei einer internen Feier des #teamgiesing beim Giesinger Bräu. Aber man wollte nicht irgendeinen Gin haben, sondern etwas Besonderes. Und so kam es, dass bei einer Verköstigung sämtlicher im Giesinger Bräu WERK1 in der Martin-Luther-Straße 2 ausgeschenkter Gin-Sorten der neue Gin MUNiG herausstach und der auch noch direkt aus der Nachbarschaft, dem Glockenbachviertel stammt. Wenn das nicht passt?

Treffer!
Kurzerhand wurden wir von der lieben Fatma vom Giesinger Bräu angeschrieben und haben uns bei einem ersten Gespräch sofort gut verstanden. Außerdem war unsere Neugier und Tüftelfreude - wie zuvor bei unserem ersten Gin, dem Gin MUNiG - geweckt. Und so haben wir uns direkt ans Werk gemacht. Wenige Tage später wurden die von Giesinger bereit gestellten Hopfensorten destilliert und verkostet. Große Euphorie bei uns war das Ergebnis der ersten Versuche, aber es war auch klar, dass wir noch viel Arbeit hinein stecken müssen... Und das ist genau unser Ding. Darum machen wir das Ganze. Um aus etwas Gutem noch etwas Besseres zu machen – das eint uns mit der Philosophie der Bierherstellung beim Giesinger Bräu. So entstand jedenfalls der GinSinger. Hopfen. Gin. Logisch.

Klingt einleuchtend. Harte Zeiten, wärmende Tropfen: Wie gut helfen Ihrer Erfahrung nach in Zeiten geschlossener Wirtschaften und ausgebremster Stammtischrunden Trostspender über lange Winterabende hinweg?
Für uns steht beim Gin der Genuss im Vordergrund. Die einzelnen Geschmacks-Nuancen herauszuschmecken und den Gin Tonic vielleicht auch mit einer etwas exotischeren Zutat zu verschönern, ist für uns eine große Freude. So empfehlen wir beispielsweise unseren Gin MUNiG mit einem kleinen Stück Apfel und etwas Minze zu garnieren oder den GinSinger mit einer Limette. Wie man möchte... Es lässt sich auch an Abenden zu zweit oder auch in einer kleineren Rund sehr schön ein Gin pur, on the rocks oder als Gin Tonic genießen. Ganz besonders natürlich in der jetzigen Zeit ist unser GinSinger ein hervorragendes Mittel gegen diese „Durststrecke“. Aber immer daran denken was die Engländer als Urväter des Gins sagen: Drink responsibly. 

Hopfen soll ja dem Bier die entscheidende Frische geben. Wie passt denn der vermeintlich eher herbe, eben „hopfige“ Charakter zu anderen Getränken?
Wie im Leben so ist es sowohl beim Bier als auch beim Gin. Die Würze macht’s! Aber Würze erhält man nicht von einer Zutat alleine, es gehöre immer mehrere dazu. Deshalb schmecken Mixgetränke auch gerade mit einem hopfigen Charakter so gut, denn sie ergänze sich wunderbar mit den anderen Zutaten. Sei es beim Bier die Zitrusnote des Lemondrop Hopfen, wie beim Giesinger Craftbeer „Lemondrop“ oder beim Gin Tonic die Süße des Tonicwaters zusammen mit der Herbe des Hersbrucker Hopfens, den wir neben dem Lemondrop Hopfen im GinSinger verwenden. Zusammen bilden sie einen wunderbaren Kontrast, was wir beim GinSinger sehr schön herausarbeiten konnten. Dadurch werden nahezu alle Geschmackssinne angeregt und es eröffnet sich ein vollmundiger und runder Geschmack. 

Sie verwenden für Ihre Gin-Kreationen ja Hopfensorten, die sich auch im Craft Beer bewährt haben. Was machen ihren speziellen Reiz aus?
Auch hier sei wieder die Verbindung der beiden gegensätzlichen Geschmacksrichtungen genannt. Durch den Hersbrucker kommen die klassischen Hopfennoten zur Geltung, und der Lemondrop gibt dem Gin einen frischen, fruchtigen und exotischen Touch - im Bouquet herbes Aroma mit dem typischen Geruch nach Hopfen. Dies wird ergänzt mit den frischen Nuancen der Zitrone, welche durch den Lemondrop Hopfen ausgezeichnet verstärkt werden. 

Wie „alchemistisch“ geht es eigentlich in Ihren Versuchsküchen zu? Wie schwer ist es, ein einmal gelungenes Rezept dann auch in Serie zu wiederholen?
Als Ingenieure steckt in uns auch immer ein Wissenschaftler, welcher gerne Neues entdeckt und erfindet. Und mit der Gin-Herstellung haben wir diese Neugier auf das Neue ausleben können. Genau wie in der Alchemie versuchen wir die Vorgänge in der Natur bzw. in unserem Fall in der Destille und der davor einhergehenden so genannten Mazeration - das Einlegen der Botanicals in Alkohol vor dem Brennvorgang - zu verstehen und zu reproduzieren. Und es ist nicht garantiert, dass man ein Ergebnis, welches man auf der kleinen Destille geschafft hat, ohne weiteres auf eine große Brennblase übertragen kann. Kleine Veränderungen der Zutaten oder des Vorgehens können große Auswirkungen haben. Hier spielen natürlich auch chemische Prozesse in der aus Kupfer gefertigten Brennblase eine wichtige Rolle. Auch hier erfordert es, wie in der Alchemie, wieder Akribie und Geduld. Aber es lohnt sich fast immer. 

Böse Zungen behaupten ja, spätestens wenn die Tonic-Limonade dazukommt, verwässert sich jeder Gin-Geschmack. Also lieber Finger weg von den Mixgetränken?
Böse Zungen sagen auch, dass an jeder Behauptung etwas dran ist. Allerdings glauben wir, dass es keine bösen Zungen gibt, sonder, lediglich unterschiedliche Geschmäcker. Der eine trinkt seinen Gin lieber pur, der andere als Gin & Tonic. Gerade deshalb ist uns sehr wichtig, dass unsere Kreationen zum einen angenehm duften, zum anderen aber auch pur munden und natürlich auch in Verbindung mit Tonicwater schmecken. Dafür haben wir viel Zeit, Geduld und auch Arbeit investiert, denn bekanntlich ist auch wahr: „von nix kommt nix“ ... aber auch „erlaubt ist, was schmeckt“! 

Letzte Frage: GinSinger führt ja eine besondere Form von Fröhlichkeit, die man auch aus dem Giesinger Stüberl gut kennt, ja im Namen. Wie Noten-treffsicher macht der Gin beim Weihnachtssingen?
Natürlich kann der Gin keine Wunder bewirken was das Töne-Treffen oder Melodie-Finden betrifft. Aber wer es nicht probiert, den kann das Wunder nie erreichen. Deshalb sagen wir „Ja, mei... huift nix“ und „Pack ma‘s“! Und zumindest konnten wir durch eigene Versuche belegen, dass der GinSinger ganz wunderbar die Stimmbänder ölt und die Bäckchen rötet, was der Gemeinsamkeit und dem Miteinander hervorragend guttut – zumindest soweit es die Umstände zulassen in diesen Tagen! In diesem Sinn: GinSing, äh, GinGin! :-)

Interview: Rupert Sommer

Der GinSinger ist in den Onlineshops von MUNiG Distillers und beim Giesinger Bräu sowie im WERK1, WERK2 und bei MeinPlatzl in der Westenriederstraße erhältlich.

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