Gastro-News

Münchner Szenewirte wollen nicht in Vergessenheit geraten

Knapp 30 Wirte haben an den Stufen zur Bavaria auf ihre Situation hingewiesen
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Knapp 30 Wirte haben an den Stufen zur Bavaria auf ihre Situation hingewiesen

Tilman Ludwig und Maximilian Heisler von der Bar Frisches Bier haben am Mittwoch zusammen mit 30 Kollegen zu Füßen der Bavaria auf sich aufmerksam gemacht. 

Die beiden Gastronomen und Craft-Bier-Spezialisten wollten in der Corona-Pandemie ein Zeichen setzen, damit die Politik ihre Branche nicht vergisst und ihnen eine baldige Öffnungsperspektive gibt. Sie starteten daher kurzfristig einen Aufruf an die Gastroszene Münchens, um gemeinsam auf der Theresienwiese zu Füßen der Bavaria “gegen vertrocknete Willibecher” und “gegen die Stille im Münchner Rathaus” zu protestieren. Knapp 30 Leidensgenossinnen und -genossen fanden sich ein und sprachen sich insbesondere für eine baldige Öffnung zumindest der Außenflächen und Schanigärten aus.

Tilman Ludwig, der neben seiner Kneipe Frisches Bier auch noch “Tilmans Biere” braut und verkauft, erläuterte uns die Hintergründe der Aktion: “Wir sind hier, um vor allem die Stadt und den OB Dieter Reiter auf uns aufmerksam zu machen und daran zu appellieren, die Entscheidung in Sachen Schanigärten nicht ewig hinauszuzögern. Jetzt wurde es ja in den Mai verschoben. Und ich habe irgendwo gelesen, dass es gar nicht sicher wäre, ob die Schanigärten wieder genehmigt werden.”

Das wird sich also noch zeigen. Das Motto des Tages stand aber schon fest: Ohne uns wird’s trocken! Trocken und sonnig war’s auf jeden Fall auf der Theresienwiese, wo dieser Tage eigentlich das Frühlingsfest anstehen würde. Trotzdem war die Laune bei den meisten Anwesenden eher eingetrübt. Jan Oltznauer vom Valentin Stüberl verwandelt seine Kneipe bei Schönwetter aktuell zwar zum “Stüberl-Kiosk” für Getränke zum Mitnehmen, erfüllt aber leider nicht die Voraussetzungen für einen Schanigarten und möchte bei korrekt angewendeten Abstandsregeln “drinnen für 14 Leute nicht aufsperren”. Also vorerst wenig Lichtblicke für den Gastronomen. 

Tilman Ludwig und Maximilian Heisler

Matt Devereux von der Kneipe Kooks in der Geyerstraße hat den Lockdown immerhin genutzt, um sein Lokal in Eigenregie zu renovieren und zu verschönern. Jetzt wäre eigentlich alles picobello herausgeputzt, aber er darf nicht öffnen wegen der weiterhin hohen Inzidenzzahlen. Die Mietkosten-Uhr tickt allerdings unerbittlich weiter. “Jetzt wieder für 11 Euro pro Stunde im Biomarkt jobben? Das mag ich nicht mehr. Ich will unbedingt wieder loslegen”, so der gebürtige Kanadier, der schon seit Kunstpark-Zeiten im Münchner Nachtleben mitmischt.

Und wie geht’s Tilman Ludwig mit seiner Bar Frisches Bier in der aktuellen Situation? Er meint dazu: “Das Grundgefühl ist eigentlich richtig scheiße, weil die ganzen Leute, also unsere Studenten, halt keine Arbeit mehr haben und komplett hinten runter gefallen sind. Die konnten wir natürlich nicht auffangen. Aber vor allem die November-Hilfe war cool für uns, die hat uns über das letzte Jahr gerettet. Status jetzt ist aber, dass wir von den Mieten aufgefressen werden. Deswegen haben wir ja jetzt auch aufgemacht, an schönen Tagen bieten wir To-go-Verkauf an. So funktioniert’s im Moment, so bekommen wir es hin. Geil ist aber alles andere. Was mich insgesamt jedoch so unfassbar aufregt, dass an Weihnachten die Kirchen offen sind, aber die Außengastronomie zubleiben muss trotz Hygienekonzepten. Oder generell Arbeiten im Großraumbüro oder öffentlicher Nahverkehr. Das wird als nicht verhandelbar hingestellt, und auf unserem Rücken wird das Ganze ausgetragen, Ich bin nicht im Ansatz ein Corona-Skeptiker, aber bei mir bröckelt die Akzeptanz für gewisse Maßnahmen schon so ein bisschen.” 

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