Kulturbiergarten

Chillen am Un-Ort

Nußbaumpark 2019

Der Kulturbiergarten Nußbaumpark geht in eine neue Runde – die dritte. Mitten in der Stadt, gleich beim Sendlinger Tor, ist diese spannende Zwischennutzung beheimatet.

Es wird wieder geschmeidig“, sagt Zehra Spindler vom Kollektiv, das den Nußbaumpark betreibt. Zwischennutzungen sind Zehra Spindlers Spezialität. So bespielte sie zum Beispiel das Puerto Giesing oder Art Babel. Zehra Spindler ist immer aktiv, man kennt sie auch von der „Nerd Nite“. Nun kehrt sie wieder in erster Reihe an einen besonderen Ort, an dem etwas entsteht, zurück: Den Nußbaumpark, den sie mit den Partnern ihrer GmbH Urban League bereits im Sommer 2018 unter ihre Fittiche genommen hatte. Wirt Stefan Weiss und Nick Valerio Mannu, bekannt durch das Funky Kitchen und MC Mueller machen das Team komplett.

„Wir sind alle Gesellschafter. Die Urban League GmbH sind zum Beispiel die Macher vom Neuraum und Ostwerk, schon vergangenes Jahr war es eine gute und dauerhafte Partnerschaft auf Augenhöhe. Unsere gemeinsame Vision ist es, einen Un-Ort zu bespielen. Und dann ganz viel Herzblut hinein zu stecken, um den Park ein bisschen liebens- und lebenswerter zu machen. Aus meiner Sicht ist der Park übrigens nicht wirklich ein Un-Ort; es ist ein schöner Ort, an dem viele Bäume kleine Plaketten tragen, auf denen ihr genaues Alter steht!“

Ab jetzt wird der Nußbaumpark wieder bewirtschaftet und lädt zum Verweilen ein. Vergangenes Jahr fiel der Startschuss schon am 7. Juni und es ging bis zum 30. August. Dieses Jahr ist Pandemie bedingt sehr vieles anders: „Die Genehmigung hat diesmal länger gedauert, auch weil die Behörden vorsichtiger waren. Dafür kann man nur Verständnis haben. Und eigentlich gebe ich zu, dass ich mich selbst gefragt habe, ob ich den Nußbaumpark zu Pandemie-Zeiten wirklich will. Nach der Genehmigung hatten wir schließlich unsere Besprechung. Alle habe ihre Argumente auf den Tisch gepackt, es gab eine Abstimmung und es war so, dass so gut wie alle anderen dafür waren. Ich wurde überstimmt.“

Für drei volle Monate läuft nun die Genehmigung, freilich mit einigen Auflagen. Der Platz muss dieses Mal zum Beispiel abgeriegelt sein und es gibt – außer für Rollstuhlfahrer – keine Dixieklos. „Einer unserer Gesellschafter kommt allerdings zufällig aus der Branche und hat ein echtes, richtiges Klohäusl gebaut.“ Ebenfalls zu den Auflagen gehört, den Partyaspekt herunter zu fahren. Daher gibt es nur zweimal die Woche ein Programm mit DJs wie Thomas Bohnet von der Tour de France, Moritz Butschek vom Bahnwärter Thiel, oder dem K6 Kollektiv; dazu leisere Bands wie das Osthold Salpietro Duo: „Den Münchner Kneipenchor mussten wir leider absagen, weil zu viele Leute auf einer zu kleinen Bühne auftreten. Es wird also 2020 kein Rambazamba-Programm, sondern ein Programm, das sich zurückhält und eine schöne Oase bietet. Wir sind auch leise aufgrund unserer Nachbarn, zu denen nicht nur Anwohner, sondern auch eine Kirche und ein paar Kliniken gehören.“

Jeweils 200 Leute dürfen dieses Jahr gleichzeitig das Angebot vom Nußbaumpark besuchen. „Durch die Sicherheitsauflagen sind wir teilnehmermäßig auf 200 Leute beschränkt. Es wird aber nicht sehr auffallen, so wie wir die Sitzdistanzen vergrößert haben, ist es immer noch familiär. Es ist ganz klar ein Biergarten mit Rahmenprogramm.“ Und für das leibliche Wohl wird auch wieder gesorgt. „Diesmal haben wir einen Foodtruck mit dabei, Mamba Wraps. Sie bieten Wraps in allen Varianten an, auch vegan und vegetarisch. Alles wird vor Ort gebrutzelt und frisch serviert.“

Das Projekt bekommt übrigens keinerlei Zuschüsse: „Wir sind, wie vergangenes Jahr auch, kommerziell ausgerichtet. Es ist uns wichtig, dass in der Stadt etwas passiert.“ Wie oft der Park geöffnet hat, kommt auf das Wetter an. „Wenn es regnet, wird das Programm verschoben. So konnten wir auch leider nicht planmäßig am Donnerstag, den 16. Juli eröffnen, weil es so stark geregnet hat. Täglich posten wir zeitnah auf Facebook jeweils am gleichen Tag, ob alles stattfindet.“

Geschmeidig wie das Motto des Nußbaumparks, läuft übrigens auch der Einlass ab: „Wir haben ein einfaches, bedienerfreundliches QR-Code-Registrierungssystem zwecks Erfassung wegen Corona. Und alle, die kein Smartphone haben, geben ihre Daten händisch ein. Ansonsten gilt die jeweils aktuelle Regelung, das heißt momentan Masken dabei haben und Abstand halten.“

Nußbaumpark, täglich bei gutem Wetter, Lindwurmstraße/Ecke Sendlinger-Tor-Platz
www.facebook.com/NUSSBAUMPARK/

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