Restaurant-Kritik

Fitzroy: Ganz weit oben und doch Down under

Interior des Fitzroy
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Wunderbarer Ausblick im Fitzroy

Mit dem neu eröffneten Fitzroy im Werk4-Hochhaus im Werksviertel verfügt München endlich wieder über ein anspruchsvolles australisches Bar-Restaurant. 

Welch grandioser Ausblick! Vom 14. Stock des Hochhauses, das das Adina Hotel und mit ihm das Bar-Restaurant Fitzroy beherbergt, hat man einen Panoramablick, der von der Frauenkirche bis zur Allianz Arena reicht. Einmal umdrehen und die Bergspitzen der Alpen sind zu erkennen. Wenn im kommenden Jahr zusätzlich noch die Dachterrasse ganz oben öffnet, wird die Rundumschau geradezu himmlisch. Aber soweit ist es noch nicht. Erst einmal dürfen sich die Australien-Fans unter den Münchner*innen freuen, dass das erste Restaurant mit Modern Australian Cuisine eröffnet hat. Die Gerichte von Küchenchef Florian Stall vereinen Originales von Down under mit Einflüssen aus der asiatischen und der europäischen Küche.

Wer reflexartig Känguru, Krokodil oder Emu auf dem Teller erwartet, ist auf dem falschen Dampfer. Das mag’s vor über zehn Jahren noch im Haidhauser Aussie-Spot Outland gegeben haben, aber “Crocodile Dundee” ist ja inzwischen auch ein alter Hut. Die australische Küche hat sich gewandelt. Im Fitzroy können auch Veggies nach Lust und Laune schlemmen, Freunde von Fisch und Meeresfrüchten sowieso. Wir durften freundlicherweise schon ein paar Kostproben genießen, z.B. den knusprig ummantelten Tintenfisch mit einer Wasabi-Mayo, das Ceviche vom bayerischen Saibling und den Hummer mit gelber und roter Bete und Granatapfel.

Die Fleisch-Fraktion geht aber selbstverständlich nicht leer aus, Klassiker wie das Beef Tartare oder das Rib-Eye-Steak vom Angusrind zieren ebenso die Karte. Dort sind neben europäischen natürlich auch australische Weine gelistet, z.B. der 19 Crimes Shiraz oder der Chardonnay von Koonunga Hill. Bei den Schaumweinen darf’s aber gerne hochwertiger deutscher Winzersekt sein. Der kommt übrigens auch beim “Fitzroy Spritz” zum Einsatz, neben Sake, Sencha-Tee und Holunderblütensirup. Ungewöhnlich, aber absolut empfehlenswert! 

Das Bar-Restaurant Fitzroy ist benannt nach dem berühmten und traditionsreichen Künstlerviertel der australischen Metropole Melbourne und passt insofern durchaus gut ins lebendige Werksviertel-Mitte mit dem Container Collective und der Start-up-Schmiede im Werk1. Dank der ungewöhnlichen Höhenlage erobert das Fitzroy sofort Platz 2 in der Liste der höchstgelegenen Münchner Restaurants nach dem Drehrestaurant im Olympiaturm. “Ich dachte immer, das wäre ein Karussell und zählt daher nicht”, meinte Georgios Ganitis (Director Operations Europe Adina Hotels) augenzwinkernd dazu. Da sieht man’s mal wieder: Höhenluft macht spaßig, nicht spießig!

Fitzroy – Modern Australian Kitchen & Bar
Atelierstr. 22 (Werk4 im Werksviertel)
Montag bis Freitag, 11.30 bis 1 Uhr
Samstag und Sonntag, 12 bis 2 Uhr
https://www.fitzroy-munich.de/

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