Gastro-News

Bier und Weingarten - Temporäres Corona-Exil auf der Praterinsel

Die Praterinsel

Die Jungs von der Samt & Sonders Gastronomie (Holzkranich, Drossel & Zehner) übernehmen nach Pfingsten für eine Saison das Zepter auf der Praterinsel.

Manche stecken aufgrund der aktuellen Einschränkungen und Auflagen für die Gastronomie den Kopf in den Sand und suchen Schuldige für das ganze Schlamassel, andere begegnen den neuen Herausforderungen mit kreativen Ideen. Zu Letzteren zählen die Macher von Samt & Sonders, die aktuell die Bars Holzkranich, Der Kleine Kranich und Drossel & Zehner in München betreiben und jetzt nach wochenlanger Planung ein spannendes neues Projekt starten.

Schauplatz ihres Sommer-Exils ist die Praterinsel, die eigentlich von der Feinkost Käfer GmbH verwaltet wird. Aber da fast alle Veranstaltungen für dieses Jahr storniert werden mussten, war man sich schnell einig und der temporäre Mietvertrag für die Außenbereiche aufgesetzt. Die Location ist keine unbekannte für das Trio Robert Benke, Michael Meleschko und Michael Pointl von Samt & Sonders. Bereits in der Vergangenheit haben sie dort Partys und Veranstaltungen wie das Sonntagsgefühl, das Hip Hop & BBQ, ein großes 90er Open Air und verschiedenen Streetfood-Events durchgeführt.

Seit ein paar Tagen steuern die Transporter die Praterinsel regelmäßig an und liefern Stühle, Tische, Schirme, Trennwände, Absperrungen für Wegleitsysteme, Desinfektionsmittel, Hygienematerial und was man sonst noch so alles braucht für einen schönen Biergarten in Zeiten von Corona. Die aktuellen Auflagen und Abstandsregelungen müssen natürlich strikt beachtet werden, wobei die frische Luft ein gewisser Pluspunkt ist, weil die gefährlichen Aerosole zum Glück schnell vom Winde verweht sind.

Wenn dann alles steht und von der Stadt freigegeben ist – voraussichtlich ab 2. Juni – müssen nur noch die Kühlhäuser gefüllt werden: unter anderem mit Bier vom Tegernseer Bräuhaus (7,60 Euro für die Maß) und von Schneider Weisse (4,20 Euro für den halben Liter). Die Krüge und Gläser für den Gerstensaft werden selbstverständlich ultraheiß gespült und dann in eine extra eingeplante Kühlstation weitergeleitet, um den vollen Genuss ohne Reue zu garantieren.

Der Name Bier und Weingarten kommt natürlich nicht von ungefähr. Dementsprechend gibt‘s hier auch eine schöne Auswahl an deutschen Weinen zu Flaschenpreisen ab 19,90 Euro. Die Betreiber planen dazu auch einige Specials, um den Gästen die unterschiedlichen Weine näher zu bringen. An besonderen Winzerabenden können sich zudem ausgewählte Weingüter vorstellen. Darüber hinaus steht auch der szenige Münchner Perlwein Chimpanski auf der Karte.

Robert Benke, Michael Pointl, Philipp_Schwarz, Michael Meleschko

Wie man es im Biergarten gewohnt ist, dürfen Gäste auch im Bier- und Weingarten ihr eigenes Essen mitbringen. Wer allerdings neben den Getränken auch den Essensumsatz der schwer gebeutelten Gastronomen ankurbeln will, ist sich ihres Beifalls sicher und kann zugleich zwischen kalten Brotzeiten, Bratwurst, Burger, Pommes, Hendl und Steckerlfisch wählen. Zusätzlich ist ein Mittagstisch für die anliegenden Büros und Nachbarn im Lehel geplant – mit wechselnden Gerichten inkl. Getränk für unter 10 Euro. Alles selbstverständlich unter Berücksichtigung der aktuellen Auflagen.

Wer sich einen Platz an der Sonne sichern möchte, sollte vorab online reservieren. Alternativ können sich spontane Gäste aber auch vor Ort in einem digitalen Reservierungssystem eintragen. Gruppenreservierungen sind wegen der aktuellen Bestimmungen nicht möglich. Die Tischvergabe erfolgt automatisch für zweieinhalb Stunden. Wer länger bleiben möchte, sollte das bei der Reservierung gleich mit angeben. Der Wunsch wird, wenn möglich, gerne erfüllt. Mit diesem System werden die aktuellen Auflagen der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung befolgt und die Gästedaten werden sicher gespeichert, solange das notwendig ist.

Wenn jetzt noch alles nach Plan läuft, kann der Bier und Weingarten am Dienstag nach Pfingsten offiziell geöffnet werden. Dann ist München in einem Sommer mit unerwartetem Maskenball-Charakter um ein gemütliches Plätzchen reicher. Apropos Masken: Die Gäste müssen sie in allen Bereichen außer am Tisch tragen – also ab Betreten des Biergartens und auch beim Gang auf die Toilette. Nun gut, daran haben wir uns ja fast schon gewöhnt. Davon lassen wir uns die Freude an Bier und Wein nicht vermiesen.

Bier und Weingarten (Praterinsel 3-4),
Mo bis Fr 12 bis 22 Uhr, Sa und So 11 bis 22 Uhr
www.bier-weingarten.de

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