Lehel/Bogenhausen und Haidhausen

Tour de Eis – Die besten Eisdielen in München

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Die vierte und letzte Etappe unserer Schlemmer-Tour führt nach Lehel/Bogenhausen und Haidhausen. An diesen sechs Adressen lohnt sich der Stopp wieder ganz besonders.

Bayerische Eismanufaktur

Bayerische Eismanufaktur

Martin Schumann hatte mal zwei Videoverleihshops – das war plötzlich gar kein so gutes Geschäftsmodel mehr in Zeiten von Streaming und Co. 2015 baute er zusammen mit seinem Freund und Geschäftspartner Alexander Bartl einen Zeitschriftenladen zu einem Eiscafé um, belegte ein paar Kurse im Eismachen und seither ist seine Bayerische Eismanufaktur in aller Munde, nicht nur im Lehel. Kein Wunder, es gibt hier, nomen est omen, „bayerische“ Eiskreationen wie „Zwetschgendatschi“ und „Apfelstrudel“, auch die restlichen rund 30 Sorten können sich schmecken lassen. Der Renner sei in diesem Jahr das „Salz-Karamell“, meint Verkäufer Daniele und natürlich, wie fast überall, Pistazie.

Unser Tipp: Griechischer Joghurt mit Honig (Kugel 1,60 Euro)

Bayerische Eismanufaktur, Oettingenstraße 42A, Tägl. 11.30 bis 22 Uhr

Monte Gelati

Monte Gelati

Hier finden Sie weitere Teile unserer Tour de Eis: Teil 1: Giesing, Glockenbach- und Gärtnerplatzviertel, Teil 2: Westend, Goetheplatz, Hauptbahnhofviertel bis Neuhausen, Teil 3: Maxvorstadt/Schwabing

Der Montgelasberg heißt jetzt auch Monte Gelati, zumindest für Freunde von bestem Eis und hauchdünner Pizza. Eismacher Carlos Kado betreibt seit über zehn Jahren einen äußerst beliebten Cateringsservice (www.4C-Catering.de), seit einem Jahr ist ein Eiscafé dazugekommen. Der gelernte Konditor hatte Vorkenntnisse, bildete sich weiter in Sachen Eis und ist ein absoluter Selfmade-Mann: im Monte Gelati ist alles selbstgemacht, das Eis sowieso, nur mit besten und teuren Zutaten versteht sich, aber auch die Waffeltüten werden hier frisch gebacken und gerollt. Auf dem Programm stehen täglich 16 Sorten, über 100 hat Carlos aber schon kreiert. Der Renner ist „Schoko-Royal“, eine Wahnsinns-Schoko-Bombe ohne Kakaobutter, und ganz neu „Power-Acai“. Eine Entdeckung!

Unser Tipp: Joghurt-Maracuja (Kugel 1,30/1,90/2,40, je nach Zutaten)

Monte Gelati, Montgelasstraße 17, Tägl. 11 bis 22 Uhr

Chocolatte Eis

Chocolatte Eis

Chocolatte ist ein Familiengeschäft, das von den Geschwistern Yurdi und Memo Balci betrieben wird. Das Stammhaus ist die Konditorei und Bäckerei in der Prinzregentenstr. 111. Dann kam die Eisdiele in der Wörthstraße dazu und heuer hat im März auch ein kleiner Ableger in der Ismaninger Straße direkt am Max-Weber-Platz eröffnet. Verkäufer Muhammet Kan zählt die Sorten „Dunkle Schokolade“ und Pistazie zu den Rennern, aber auch „Schoko-Ingwer“ und „Zitrone-Basilikum“ würden gut ankommen. Auch hier werden die Waffeln im Stammhaus selbstgemacht, als Besonderheit gibt es, vor allem für Kinder, Toppings wie Mini-Smarties, Streusel und Krokant sowie verschiedene Soßen.

Unser Tipp: Rhabarber (Kugel 1,40 Euro)

Chocolatte Eis, Ismaninger Str.1/Wörthstr. 1, Tägl. 10.30 bis 22.30 Uhr

Eiscafé Adamello

Eiscafé Adamello

Seit 41 Jahren betreibt Maximilian Hoppe nun schon sein Eiscafé in der Preysingstraße. Das „erste Straßencafé“ in Haidhausen wäre es wohl gewesen, erklärt der rüstige Südtiroler stolz. In München gäbe es das günstigste Eis in ganz Europa, behauptet er, aber er hat Glück: allein von seiner treuen Stammkundschaft kann er leben. Das Eis ist hausgemacht, gelernt hat er es in seiner Heimat Vezza D’Oglio, gegenüber steht der Berg Adamello, nach dem sein Eiscafé benannt ist. Sein „Champagner-Zitroneneis“ wurde bereits 27 Jahre vor der Neuauflage des „Verrückten Eismachers“ prämiert, erklärt Hoppe, die Kugel kostet aber nicht 20 sondern nur 3 Euro – wenn er es denn gerade da hat. Zur Zeit ist sein rotes Holundereis der Renner, der Bergholunder stammt, wie auch alle verwendeten Liköre, ebenfalls aus Südtirol. Ein Klassiker!

Unser Tipp: Tutti Frutti (Kugel 1,50, für Kinder 1,30 Euro)

Eiscafé Adamello, Preysingstraße 29, Tägl.: 11 bis 23 Uhr

Il Gelato Italiano

Il Gelato Italiano

Seit 1997 sei er in München und über verschiedene Wege beim Eis gelandet, erzählt der Portugiese Rui Marques lachend, wie das Leben halt so spielt. Seit 2000 hat er die beliebte Eisdiele nahe Ostbahnhof übernommen, und eins steht fest und wird durch die vier Verkäufer*innen hinter der Vitrine bestätigt: das Geschäft brummt. Vor einem Jahr hat er neu renoviert, viel Kunden meinen deshalb er wäre neu im Viertel. Im Angebot sind vegane Fruchteis-Sorten und ausgefallene Varianten wie „Don Vito“ (Vanille, Himbeere und Schokolade), „Mozart“ (Marzipan, Pistazie) oder „Lemon-Cookie“. Natürlich ist auch hier alles hausgemacht ohne chemische Farb- oder Konservierungsstoffe.

Unser Tipp: Honigmelone (Kugel 1,30 Euro)

Il Gelato Italiano, Weißenburger Str. 50, Tägl. 11 bis 21.30 Uhr

Eiscafé Venezia Pariser Platz

Eiscafé Venezia Pariser Platz

Zur letzten Station muss etwas ausgeholt werden: hier hat der Autor vor rund einem halben Jahrhundert an der Hand seiner Oma sein erstes italienisches Eis gegessen. Uns das Eis verkauft hätte damals wohl Maria Marinaci, wie der heutige Betreiber, Sohn Salvatore Fersini erzählt. Das könnte hinkommen, denn Signora Marinaci hat diese klassische italienische Eisdiele aus der berühmten Venezia-Familie 1960 übernommen. Bereits seit 29 Jahren führen nun Salvatore und seine Frau Maria das Haus, vor fünf Jahren hat sich die Mutter endgültig zurückgezogen. Im November und Dezember ist hier, auch seit Jahrzehnten, ein Lebkuchenladen beheimatet. Was soll man sagen - irgendwie schmeckt das Eis wie immer, kein Schnickschnack, keine total ausgefallenen Sorten. Italienisches Eis wie es sein soll – ein Hauch von Süden, eine Spur „Dolce Vita“ und eine süße Erinnerung an die Kindheit.

Unser Tipp: Vanille, Schokolade, Erdbeere (Kugel, 1,30 Euro)

Eiscafé Venezia, Pariser Platz 29, Tägl.: 9 bis 22.30 Uhr

Hinweis: Natürlich tragen alle Abgebildeten Mund- und Nasenmasken bei der Arbeit. Für unsere Fotos haben sie diese kurz abgenommen.

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