Mobile-Game

„Bierhupferl“ – Zwei Münchner Kultbars veröffentlichen Handygame

In-Game-Grafik aus dem „Bierhupferl“
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Im Hintergrund die Bavaria und das Heizkraftwerk: In-Game-Grafik aus dem „Bierhupferl“

Tobias Greiner vom „Flex“ und Max Heisler von der „Geyerwally“ haben das kostenlose Handygame „Bierhupferl“ entwickelt. Auf das digitale Gelage sollen nach Corona auch reale Biergenüsse folgen.

Wer zwischen dem Hüpfen ins immer noch offene Büro und den damit verbundenen Corona-Schnelltests mal wieder Lust auf Barhopping und Schnelligkeitstest hat, kann endlich aufatmen: Die Szenegastronomen Tobias Greiner, 34, Wirt der Metal-Bar Flex und Max Heisler, 33 Jahre alt, Wirt der Geyerwally haben sich zusammengetan und das Handygame „Bierhupferl“ in die Welt gebracht: Ein sogenannter „Endless Runner“, bei dem man entweder als Wirt des Flex oder der Geyerwally im nächtlichen München über typische Hindernisse (E-Scooter und Champagnerflaschen) springt, Biere aus der Luft pflückt und im Vorbeigehen Passanten zuprostet. Das alles in charmanter 80s-Pixeloptik und nur durch einfaches Tippen auf den Bildschirm zu steuern. Obendrein ist das Spiel kostenlos, wird es auch immer bleiben und In-App-Käufe gibt es auch nicht. (Erhältlich bei Google Play und im App-Store.)

Greiner ist im Game-Design kein unbeschriebenes Blatt. Mit seinem Ein-Mann-Studio „Van der Plauze“ hat er bereits vor Corona neben seiner Tätigkeit als Flex-Wirt das Spiel „Reek!“ (erhältlich auf Steam) programmiert. Kürzlich hat er für ein zukünftiges Projekt 12.000 Euro Fördergeld vom Freistaat Bayern erhalten. Heisler betreibt neben der Geyerwally auch die Bar „Frisches Bier“ und den Getränkemarkt „Bierkiste“. Sie sehen, hier waren die Kompetenzen für ein Bierspiel perfekt gebündelt.

Und macht das auch Spaß? Und wie! Sehr schnell erwischt man sich beim „Ach, eine Runde geht schon noch schnell“ Denken, dazu der Ehrgeiz, den man entwickelt, um zumindest im Top-100-Highscore aufzutauchen und zack, ist die Mittagspause auch schon verzockt. Nachdem das Spiel direkt nach Launch vergangenen Mittwoch von ein paar Profizockern gemeistert wurde -an dieser Stelle Respektpunkte an „Fred5000“ und „Tops“- gab es bereits den ersten Fix, sodass jetzt jede*r Gamer*in nur einmal mit dem jeweils höchsten Punktestand im Highscore auftauchen kann.

Das macht das Spiel inklusiver, da es nun leichter ist, auch den eigenen Namen in der Bestenliste zu lesen. Das spiegelt auch den generellen Gedanken hinter dem Game wider. „Hauptsächlich wollen wir mit dem Spiel der Community und den Stammgästen unserer Bars etwas zurückgeben.“, so Greiner. Geyerwally und Flex sind trotz langer Historie beide keine Münchentypischen Bars. Auch wenn es Greiner beim Wort „alternativ“ die Nackenhaare aufstellt, ist es ihm natürlich bewusst, dass er mit seiner Metal- / Punk- / Hardrock-Bar in München nicht die Norm darstellt. Heisler kann als Wirt einer der kultigsten Boazn der Stadt ebenfalls ein Stammklientel sein Eigen nennen, das weniger auf Techno-Bussi-Aperol-Flair, als auf Gemütlichkeit und individuelle Atmosphäre aus ist.

Nach Corona haben die Wirte noch große Pläne mit dem Spiel. Sie wollen Arcade-Automaten mit dem Spiel in ihren Bars aufstellen, dazu QR-Codes verteilen, die den Spieler*innen besondere Boni, Designs etc. einbringen. Diese kann man sich dann nur holen, wenn man vor Ort in die Bars geht. So wird die Spielwelt durch etwas Schnitzeljagd in der realen Welt erweitert. Natürlich kann man auch Freibier gewinnen. Auch kleine In-Game-Anspielungen an tagesaktuelle Münchner Themen o.Ä. sind in Zukunft zu erwarten. Derzeit tüfteln die beiden Wirte an der Version 1.1, die in ein paar Wochen die User überraschen soll. Aktuell kann man im Spiel Punkte für die Geyerwally oder das Flex sammeln, auch daraus soll sich irgendwann in irgendeiner Form ein reales Biergelage entwickeln.

Die Vorfreude ist groß. Bis dahin macht man sich am besten zuhause selbst eine Flasche auf und spielt noch ein paar Runden „Bierhupferl“.

Autor: Franz Furtner

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