Subkultur

Zwischennutzung im früheren Gesundheitshaus: Puerto Maxvorstadt?

Das Gesundheitshaus in der Dachauer Straße 90

Das ehemalige Gesundheitshaus an der Dachauer Straße 90 ist für fünf Jahre von der Stadt zur Zwischennutzung ausgeschrieben. Interessenten können sich noch wenige Tage bis Ende Februar bewerben.

Exakt 8954 Quadratmeter Fläche umfassen die Räumlichkeiten – die muss man erst einmal bespielen. Zum Vergleich: die Großraumdisco Neuraum verfügt auf zwei Ebenen über eine Fläche von 1141 Quadratmetern. Der Neuraum „passt“ also fast acht Mal ins frühere Gesundheitshaus, das die Stadt zur Zwischennutzung freigibt, bevor in fünf Jahren an derselben Stelle ein neues städtisches Verwaltungsgebäude entsteht.

Die Größe ist der eine Haken, aber nicht der einzige. Der ganze Komplex mit dem schönen Innenhof muss entrümpelt werden, die alte, mit Asbest belastete Lüftungsanlage gegen eine neue ausgetauscht und die Elektrik sowie die Sanitäranlagen erneuert werden. Auch bei den Wasserleitungen ist angeblich der Wurm drinnen, genauer gesagt die Legionellen. Trotzdem schreckt dieses Mammutprojekt eine Vielzahl von Interessenten nicht ab.

Eine bekennende Bewerberin ist Zehra Spindler, der schon mit dem „Puerto Giesing“ das Kunststück gelang, ein früheres Kaufhaus in ein Kulturzentrum mit pulsierendem Nachtleben zu verwandeln. Gibt‘s bald also ein „Puerto Maxvorstadt“? Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte Spindler bereits: „Eigentlich ist das Gebäude genau mein Beuteschema.“ Als Konzept zur Zwischennutzung schwebt ihr offenbar eine Mischung aus Kunst, Musik und digitalen Themen vor. Und sie gibt sich gegenüber der Konkurrenz durchaus kämpferisch: „Falls das mit der Bewerbung nix wird, kann ich mich immer noch als Straßenkämpferin betätigen“, postete sie auf Facebook.

Oder sich mit anderen Interessenten zusammenschließen. Das wollen auf jeden Fall Maximilian Heisler und Tilman Ludwig von der Craft-Bier-Bar Frisches Bier, die bei einem Besichtigungstermin im Februar den Bau stellvertretend für ein ganzes Konglomerat an potentiellen Zwischennutzern unter die Lupe nahmen. Bei diesem Termin wurden auch Benjamin David vom Kulturstrand, Alex Wolfrum von der Eventagentur G.R.A.L., Florian Schönhofer vom Café Kosmos und Lars Mentrup aus dem Umfeld der Domagkateliers und der Straßenfest-Organisatoren von Corso Leopold gesichtet.

Entgegen erster Gerüchte scheinen die Lovelace-Macher rund um Michi Kern nicht so recht anzubeißen, was das Gesundheitshaus anbelangt. „Wir wissen nicht, ob wir uns bewerben“, schrieb Kern uns aus seinem Urlaub wenige Tage vor der Deadline. Sie würden zwar gerne bald mit „neuen Hotel-Happenings“ zurückkehren, aber ob der rotbraune Klotz an der Dachauer Straße Nähe Stiglmaierplatz für diese Zwecke wirklich geeignet ist, daran bestehen doch gewisse Zweifel.

Auch die Jungs vom Harry Klein, die mit ihrem Club in absehbarer Zeit einem Hotelbau weichen müssen, wurden in Szenekreisen schon als Interessenten gehandelt. Dem ist aber nicht so, wie uns Betreiber David Süß mitteilte: „Bei dem Projekt sind doch jetzt schon die Anwohner rebellisch. Das Ganze wäre auch wahnsinnig schwierig zu stemmen mit den vielen Untermietern. Wir würden uns da übernehmen. Was du dort allein für eine Hausverwaltung brauchst! Das muss schon jemand machen, der sehr strukturiert vorgeht und viel Geld im Rücken hat.“

Wir sind gespannt, auf wen diese Beschreibung zutreffen wird, harren erst einmal der Dinge, die da kommen und warten den 1. März ab, wenn die Bewerbungsfrist abgelaufen ist und das Kommunalreferat eine Entscheidung treffen muss.

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