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Weitere interessante Ausstellungen im Juli

double trouble / double grins / is it so with / twins in der Lothringer18_Halle

Das gedoppelte Individuum, nächtliche Streifzüge, neue Körperbilder in der Malerei und die Mondlandung

double trouble \ double grins \ is it so with \ twins

Wir legen ja viel Wert auf das Individuum. Jeder will einzigartig sein und besonders. Vor Doppelgängern haben wir oft Angst, es gibt diverse Horrorgeschichten, die sich damit auseinandersetzen. Was, mich gibt es zwei Mal? Eine komische Vorstellung – außer, man ist ein eineiiger Zwilling.

Die Ausstellung double trouble \ double grins \ is it so with \ twins (bis 22. September) in der Lothringer13_Halle erforscht unsere Faszination an dem vervielfachten Individuum. Obwohl weniger als zwei Prozent aller Geburten weltweit Zwillingsgeschwister sind, gibt es unzählige Bilder, Vorstellungen und Erzählungen über deren Existenz. Aus dieser Vielfalt hat die Kuratorin Lene Harbo Pedersen, die selbst ein Zwilling ist, Arbeiten aus mehr als einem halben Jahrhundert ausgewählt. Roger Ballen ist dabei, Martin Creed, Rita Hensen oder Gillian Wearing.

The Big Sleep

The Big Sleep (Vernissage am 18. Juli um 19 Uhr, 19. Juli bis 8. September, Katalog) ist Motto und Titel der 4. Biennale der Künstler im Westflügel im Haus der Kunst. Gastland der Ausstellung, die der Künstlerverbund jetzt schon seit 70 Jahren (Zusatzausstellung!) ausrichtet, sind die USA. Ausgewählt wurden Arbeiten von 31 Künstlern aus Deutschland, Irland, der Tschechischen Republik – und natürlich Amerika. 

Was die Arbeiten verbindet, ist eine Art somnambuler Zustand, in dem der Körper ruht und das Gehirn zu einem irrationalen Raum wird. „(…) Es ist die Ruhe vor dem Sturm, denn unter der scheinbar glatten Oberfläche brodelt es, der Druck schwillt an, eine blinde, schwarze Wut, die sich aus der Vergangenheit speist und in die Zukunft weist, drängt sich nach oben, um die Gegenwart zu dekonstruieren.“ Hingehen und sich dekonstruieren lassen.

Nachts. Zwischen Traum und Wirklichkeit

Tagsüber muss man funktionieren. Man denkt, die Welt und die Menschen erwarten das von einem. Und oft genug tun sie das ja auch. Wenn es zu dämmern beginnt, lässt dieser Druck nach. Die Aufgaben des Tages sind erledigt oder man verschiebt sie auf morgen. Jetzt kann man schlafen gehen oder sich aufmachen ins Ungewisse. Die neue Ausstellung der Sammlung Goetz im Haus der Kunst nimmt uns mit in die Dunkelheit, wo die Ruhelosen, Kriminellen und Geister wandeln. 

In 14 Stationen zeigt Nachts. Zwischen Traum und Wirklichkeit (bis 6. Januar) Filme, Videos, Installationen, und Fotografien von 13 Künstlern. Es sind durch die Bank bekannte Namen, die uns in den kleinen Kellerräumen des ehemaligen Luftschutzkellers erwarten: Hans Op de Beeck, Christoph Brech, Thomas Demand, Teresa Hubbard und Alexander Birchler, Jochen Kuhn, Paul Pfeiffer oder Sam Taylor-Johnson. Los geht es mit der Installation „Kathmandu Dreams“ (2009) von Janet Cardiff und George Bures Miller. In der Mitte des Raums, auf einem Holzsockel, steht ein schwarzes Telefon mit Wählscheibe. Nimmt man den Hörer ab, hört man Cardiffs flüsternde Stimme von Traumerlebnissen erzählen. Begegnungen mit Tieren, erotische Erlebnisse und Kindheitserinnerungen, die sich zu einer surrealen Erzählung fügen.

Miriam Cahn. Ich als Mensch

Halt! Wir bleiben noch ein bisschen im Haus der Kunst und beschäftigen uns mit neuen Körper- und Menschenbildern. Schon in ihrem Frühwerk hat sich Miriam Cahn mit dem weiblichen Körper als Träger sozialer Bedeutung auseinandergesetzt. In den 1970er Jahren ein präsentes Thema, das meist in Performances oder Videokunst verhandelt wurde, oft direkt über den Körper, der als künstlerisches Material eingesetzt wurde. Cahn hat diesen Diskurs in die Malerei übersetzt. Über 200 Arbeiten aus allen Werkphasen zeigt die Ausstellung Miriam Cahn. Ich als Mensch (bis 27. Oktober, Katalog erscheint bei Hirmer), die auch ein kleines Geschenk ist, denn am 21. Juli feiert die Schweizer Künstlerin ihren 70. Geburtstag. 

Frühe Super-8-Filme und Skulpturen gibt es zu sehen, überlebensgroße Kreidezeichnungen und Aquarelle bis hin zu ihren Ölbildern. Cahn studierte Ende der 1960er-Jahre an der Kunstgewerbeschule in Basel – wo sie bis heute lebt – und fing schon mit ihrer ersten Aktion an, das Private nach außen zu tragen. „Mein Frausein ist mein öffentlicher Teil“ sagte sie zu ihrer Verteidigung, als sie vor Gericht stand, weil sie 1979/80 mit Kohle auf Betonwände und Pfeiler in den Unterführungen und Tunnels der Basler Stadtautobahn „Nordtangente“ zeichnete.

Zero Gravity. Apollo 11 and the new notion of space

Vor 50 Jahren haben wir den Mond betreten. Ein kleiner Schritt und ein riesiger Sprung – you remember. Passiert ist es in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli, und so ist es natürlich besonders schön, dass die neue Ausstellung in der Eres-Stiftung am 20. Juli startet. Zero Gravity. Apollo 11 and the new notion of space (Vernissage am 20. Juli um 19 Uhr, bis 30. November, Katalog) spürt diesem Jahrhundertereignis aus heutiger Sicht nach und fragt: Was ist geblieben vom Zukunftsoptimismus, den die ersten Weltraummissionen Anfang der 1960er Jahre auslösten? 

Damals bestimmte das Space-Fieber nahezu alle Lebensbereiche von Architektur über Musik, Film und Design bis hin zu Mode und natürlich auch die bildende Kunst. Auf einmal war da eine unbekannte Dimension, die die bis dahin gültigen Raumgrenzen ins Unendliche verschob. Gleichzeitig sorgten die Bilder aus dem All dafür, dass wir uns unserer irdischen Zerbrechlichkeit noch einmal anders bewusst wurden. Wie sich diese Raum- und Grenzerweiterung in Kunst und Wissenschaft widerspiegelten, ist das Thema der Arbeiten, die von Installationen bis zu technischen Exponaten aus der Raumfahrt reichen. 27 Künstlerinnen und Künstler werden gezeigt, darunter Andy Warhol, Thomas Bayrle, Dan Flavin, Annie Leibovitz oder Sonia Leimer.

Akademie der bildenden Künste: Jahresausstellung

Irgendwann geht alles zu Ende, auch ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste München. Am 20. Juli um 14 Uhr wird die große Jahresausstellung (21. bis 28. Juli) im Altbau eröffnet. Hingehen und schauen, was die Jungen umtreibt.

Autorin: Barbara Teichelmann

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