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Sub-Bavaria und Exzentrische 80er: Im Lothringer 13

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Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen, Rabe perplexum
Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen, Rabe perplexum © Archiv der Tödlichen Doris, Foto: Peter Heim; Mitte: Birger Bustorff; Rechts: Foto: Toni Paula, Monacensia

Das Ausstellungsprojekt „Exzentrische 80er: Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen, Rabe perplexum und Kompliz*innen aus dem Jetzt“ bis 6.11. im Lothringer 13.

Es konzentriert sich auf Themen wie Subkultur, Queerness, performative und kollaborative Arbeitsweisen. Es erzählt eine andere Geschichte der Kunst der Achtziger in der Bundesrepublik; jenseits der großen männlichen Meistererzählung, die bislang das Narrativ dieser Jahre dominiert.

Tabea Blumenschein (1952–2020), Hilka Nordhausen (1949–1993) und Rabe perplexum (1956–1996) agierten ex-zentrisch im mehrfachen Sinn: Außerhalb des Zentrums der Aufmerksamkeit, abweichend von gesellschaftlichen Normen und oft auch der institutionalisierten Kunst. Die Ergebnisse ihrer Produktionen – Performances, Lesungen, Filme, Konzerte oder Wandmalereien – waren mitunter flüchtig, ephemer und damit damals weniger marktfähig. Blumenschein, Nordhausen und perplexum arbeiteten in den Städten Berlin, Hamburg und München. Ihre Arbeit überschritt die engen Grenzen von Genres und Ausdrucksweisen: So gründete Nordhausen den Off-Space Buch Handlung Welt, der Buchladen, Kunstraum und soziale Kontaktzone war. Blumenschein wirkte als Performerin, entwarf Kostüme für Film und Theater, und hinterließ ein Werk an Zeichnungen und Gemälden. Rabe perplexum realisierte im Verbund mit Freund*innen und Vertrauten Performances und Aktionen im öffentlichen Raum in München, malte und war eine*r der frühen digitalen Videokünstler*innen.

Die zeitgenössischen Künstler*innen Ergül Cengiz (*1975), Philipp Gufler (*1989) und Angela Stiegler (*1987) befragen die Positionen der achtziger Jahre aus heutiger Sicht. Deren strukturell verschüttetes Werk wird auf Basis von Archivmaterial, Austausch mit Wegbegleiter*innen sowie eigenen Kunstwerken aktiviert: Gemeinsam mit den Kunsthistorikerinnen Burcu Dogramaci und Mareike Schwarz entsteht ein Ausstellungsprojekt, in dem sich künstlerisch und kunsthistorisch situiertes Wissen verbindet. Somit werden die drei Positionen aus den achtziger Jahren sowohl im Bezug zueinander als auch mit den zeitgenössischen Kunstwerken für neue Perspektiven der Rezeption erschlossen.

sub-bavaria * Das Büro landet von 13.10. bis 06.11. im Lothringer 13 Lokal und dockt an die Ausstellung an. Vor Ort soll das sub-bavaria Archiv weiter aufgearbeitet werden. Dazu werden Interviews mit Protagonist*innen und Zeitzeug*innen geführt, die etwas zur Subkultur in Bayern zu erzählen haben. Diesmal sind auch ganz konkret das Münchner Umland und die Regionen Bayerns angesprochen: Man ist aufgerufen Geschichten und Relikte mitzubringen, die etwas mit Orten und Geschehnissen zu tun haben, die man erlebt hat oder die in die subkulturelle Geschichte Bayerns mit einfließen müssen. Das bekannte Online-Archiv soll final auch ausgedruckt werden, um es als Buch wieder zugänglich machen zu können. Welche Orte sind oder waren für die bayerische Subkultur relevant? Wer sind oder waren die Leute dazu? Welche Geschichten hat man persönlich erlebt? Was hat man sich gemerkt oder auch mitgenommen? Wie war die Stimmung vor Ort? Wo sind die jungen Kollektive die momentan sehr aktiv sind? Am besten kommt man vorbei und bringt sein Wissen ein oder schreibt die Geschichte gleich selbst mit. Jeder und jede kann mitschreiben auf www.sub-bavaria.de um das Archiv und die Erinnerungen an die bayerische Subkultur am Leben zu erhalten!

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