Ausstellungseröffnung

Neu in der Villa Stuck: „Bis ans Ende der Welt und über den Rand – mit Adolf Wölfli“

Auch zu sehen: „Skt. Adolf =Thron, = Flühe = Blume“, 1917
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Auch zu sehen: „Skt. Adolf =Thron, = Flühe = Blume“, 1917

Die Ausstellung „Bis ans Ende der Welt und über den Rand – mit Adolf Wölfli“ bis 25.7. in der Villa Stuck stellt Fragen zu Gleichheit und Inklusion. Mit Eröffnungs-Livestream!

Ja, aktuell sieht es noch nicht nach bald kommenden Theater-, Gastro- und Museums- Öffnungen aus. Aber bleiben wir positiv, besonders in Anbetracht der spannenden Ausstellung, die uns in der Villa Stuck erwartet: Hier werden bis 25.7. zahlreiche hochkarätige, zum Teil noch nie gesehene Werke des grenzüberschreitenden Künstlers Adolf Wölfli präsentiert.

Eröffnet wird die Ausstellung am kommenden Mittwoch (28.4.) um 19 Uhr mit einem Live-Stream, bei dem Michael Buhrs, Direktor der Villa Stuck, Roland Wenninger, Kurator der Ausstellung und Katrin Habenschaden, 2. Bürgermeisterin ein paar Grußworte sprechen. Meret Matter wird aus Wölflis „Trauermarsch“ lesen. Der Kurzfilm „Mysterien eines Frisiersalons“ von Bertolt Brecht mit Karl Valentin und die Performance „Cash Machine“ von Nezaket Ekici werden gezeigt. Natürlich gibt es neben dem Eröffnungsprogramm auch Einblicke in die Ausstellung. Das Video wird auch nach dem Live-Stream weiterhin aufzurufen sein.

In der Ausstellung zu sehen sind umfangreiche Konvolute aus allen Schaffensphasen Wölflis. Sie werden zum ersten Mal in Dialog mit anderen künstlerischen Positionen von der Antike bis zur Gegenwart unter existenziellen und gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten gezeigt.

Auch die anderen in der Ausstellung vertretenen Künstler*innen beschäftigen sich mit Themen rund um das Menschliche: Weltenschöpfung und Erlösung, Vision und Utopie, Missbrauch und Versöhnung, Sinn und Wahnsinn. Den Ausgangspunkt bildet das Werk von Adolf Wölfli (1864-1930). Auf mehr als 25.000 Seiten verknüpft der Künstler und „Weltenschöpfer“ Zeichnung, Dichtung und Komposition zu einem inspirierenden Gesamtkunstwerk. Die Auswahl umfasst 70 Arbeiten von Wölfli aus der Sammlung der Adolf Wölfli-Stiftung, Kunstmuseum Bern und 70 Werke weiterer „Weltenschöpfer*innen“, u.a. Arbeiten von Hans (Jean) Arp, Joseph Beuys, William S. Burroughs, VALIE EXPORT, Anselm Kiefer und Constance Schwartzlin-Berberat. Alle diese Künstler*innen zeichnen sich durch grenzüberschreitende künstlerische Haltungen aus.

„Bis ans Ende der Welt und über den Rand -mit Adolf Wölfli“ ist mehr als eine Ausstellung und versteht sich als umfangreiches Projekt, das Forschung und Experiment kombiniert. Es will inspirieren, verzaubern und verstören. Zugleich liegt dem Konzept eine gesellschaftspolitische Frage zugrunde: Jenseits vereinfachender und konstruierter Begriffe wie „Outsider-Art“ betont das Projekt die Spielräume und Möglichkeiten von Kunst. Heute noch werden Künstler*innen, die wie Adolf Wölfli in psychiatrischen Einrichtungen lebten bzw. leben, als „Outsider“ bezeichnet. Adolf Wölfli war Künstler und er sah sich als solcher. Kunst hat die Kraft, Gegensätze zu vereinen und Veränderungen in Gang zu setzen. Sie kann Grenzen überschreiten, ermöglicht Selbsterkenntnis und macht Kategorisierungen überflüssig. Der aktuellen politischen Diskussion zu Inklusion und Integration fehlt häufig die Grundlage: ein von Gleichheit geprägter Blick auf das Gegenüber.

„Bis ans Ende der Welt und über den Rand – mit Adolf Wölfli“ transportiert die Kraft der Kunst, Menschen zu berühren, eingefahrene Denkmuster zu überwinden und stellt Fragen zu Gleichheit, Freiheit und Gleichberechtigung. Es gibt keine „Outsider-Art“. Es gibt nur Kunst!

„Bis ans Ende der Welt und über den Rand – mit Adolf Wölfli“‘
Bis zum 25.7. in der Villa Stuck

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